die WIRTSCHAFT | Das Magazin
Nr. 7053348
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Auftakt

Meta-Faktencheck Wasserstoff

Das Institut Fraunhofer ISI hat im Projekt „H2 Companion“ 774 Einzelaussagen rund um Wasserstoff zu 77 Meta-Aussagen verdichtet und auf 77 interaktiven Karten aufbereitet. Das Ergebnis liefert Unternehmen belastbares Orientierungswissen zu Markthochlauf, Infrastruktur und Kosten.

Einsatz gezielt statt flächendeckend

Die Analyse zeigt: Wasserstoff spielt eine wichtige, aber stark anwendungsabhängige Rolle. Besonders relevant ist er dort, wo direkte Elektrifizierung an Grenzen stößt – etwa in der Stahl- und Chemieindustrie sowie im internationalen Flug- und Schiffsverkehr. Herausfordernd ist der Aufbau eines leistungsfähigen Netzes: Pipelines sind langfristig zwar günstig, erfordern jedoch hohe Investitionen und Planungssicherheit. Eine flächendeckende Versor­gung von Haushalten mit Wasserstoff erscheint weder notwendig noch wirtschaftlich.
Grüner Wasserstoff ist aktuell deutlich teurer als fossile Alternativen. Zwar werden langfristig sinkende Kosten erwartet, doch bleibt der wirtschaftliche Einsatz vom konkreten Anwendungsfall abhängig. Im Mobilitätssektor stehen hohe Reichweiten von Brennstoffzellen einem besseren Wirkungsgrad batterieelektrischer Lösungen gegenüber. Während grüner Wasserstoff nahezu klimaneutral ist, verursacht grauer rund 2 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.
Fazit: Wasserstoff ist kein Allheilmittel, sondern ein Baustein der Energiewende, der gezielt eingesetzt werden muss.
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