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„Wir setzen auf Praktika und authentische Einblicke“
Wie zufrieden sind Sie mit der aktuellen Bewerbersituation?
Die Bewerbersituation hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Insgesamt erhalten wir weniger Bewerbungen als früher, und die Passung zwischen Anforderungen und Qualifikation ist nicht immer gegeben. Besonders in den technischen Ausbildungsberufen – etwa bei Mechatronikern, Fachinformatikern oder Verfahrensmechanikern – bemerken wir einen deutlichen Rückgang an qualifizierten Bewerbungen. Gleichzeitig sehen wir, dass viele junge Menschen die Vielfalt und Zukunftsperspektiven industrieller Ausbildungsberufe noch nicht ausreichend kennen.
Wie gewinnen Sie passende Azubis?
Ein sehr wichtiges Instrument sind für uns Praktika. Sie ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, den Beruf und unser Unternehmen real kennenzulernen. Häufig entstehen daraus erfolgreiche Ausbildungsverhältnisse. Darüber hinaus setzen wir auf eine frühe Ansprache über Schulkooperationen, Ausbildungsmessen und persönliche Kontakte. Wichtig ist uns außerdem eine attraktive und strukturierte Ausbildung mit guter Betreuung durch unsere Ausbilderinnen und Ausbilder, mit modernen Arbeitsplätzen und guten Entwicklungsperspektiven.
Und wie begeistern Sie Jugendliche für Technik und Naturwissenschaften – also Bereiche, die in ihren Ausbildungsberufen wichtig sind?
Aus unserer Sicht ist es entscheidend, Technik frühzeitig erlebbar zu machen. Viele junge Menschen entwickeln ihr Interesse erst, wenn sie praktische Einblicke erhalten. Deshalb setzen wir auf Betriebsbesichtigungen, Praktika und authentische Einblicke in den Arbeitsalltag – etwa über Social-Media-Formate wie #BIXteam, in denen Mitarbeitende und Auszubildende über ihre Erfahrungen berichten. So können wir Hemmschwellen abbauen und zeigen, wie vielfältig technische Berufe heute sind.
Sie beteiligen sich an der Tour d’Innovation der IHK Bodensee-Oberschwaben, bei der Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe Innovationsprozesse in Unternehmen erleben können. Was überzeugt Sie daran?
Aus unserer Sicht ist es sehr wertvoll, dass die Jugendlichen dabei erleben, wie moderne Industrie funktioniert, welche Technologien eingesetzt werden und welche beruflichen Perspektiven daraus entstehen. Gleichzeitig stärkt das Projekt die wichtige Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen.
Vor welchen Herausforderungen stehen Ausbilderinnen und Ausbilder heute?
Die Anforderungen an Ausbildung verändern sich kontinuierlich. Themen wie Digitalisierung, neue Technologien, Sprache und veränderte Lerngewohnheiten spielen eine größere Rolle als früher. Für Ausbilderinnen und Ausbilder bedeutet das, neben fachlichem Wissen auch pädagogische und kommunikative Kompetenzen weiterzuentwickeln. Deshalb investieren wir gezielt in Weiterbildung und eine strukturierte Ausbildungsorganisation.
Wie motiviert erleben Sie heute junge Menschen, wenn es um die duale Berufsausbildung geht? Und wie kann man sie dabei unterstützen?
Wir erleben viele motivierte Auszubildende. Allerdings haben junge Menschen heute deutlich mehr Bildungs- und Berufsoptionen als früher. Umso wichtiger ist es, die Vorteile der dualen Ausbildung klar zu vermitteln. Eine abwechslungsreiche Ausbildung, frühe Verantwortung, regelmäßiges Feedback und klare Perspektiven helfen dabei, Motivation über die gesamte Ausbildungszeit hinweg hochzuhalten.
Bauen Sie in Ihrem Unternehmen weiterhin auf die eigene Ausbildung?
Ja, die eigene Ausbildung bleibt für uns ein zentraler Baustein der Fachkräftesicherung. Sie ermöglicht es uns, Fachkräfte gezielt aufzubauen und langfristig an das Unternehmen zu binden. Ergänzend nutzen wir auch externe Einstellungen und Weiterbildung innerhalb des Unternehmens. Langfristig bleibt für uns die eigene Ausbildung jedoch einer der wichtigsten Wege, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen.
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IHK Ulm
Olgastraße 95-101
89073 Ulm
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Tel. 0731 173-0
E-Mail: info@ulm.ihk.de
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