IHK Ulm

Businessplan mit KI erstellen: KI als Sparringspartner nutzen, nicht als Ghostwriter

Künstliche Intelligenz kann bei der Erstellung eines Businessplans viel Arbeit erleichtern. Sie ersetzt jedoch weder die eigene Auseinandersetzung mit dem Vorhaben noch das unternehmerische Denken. Ein guter Businessplan entsteht nicht durch einen einzigen Prompt, sondern durch den kontinuierlichen Dialog zwischen Gründer und KI. Der nachfolgende Leitfaden wurde auf Basis der Erfahrungen unseren StarterCenter mit KI erstellt und zeigt in kurzen Stichpunkten wie Sie KI bei der Arbeit mit Ihrerm Businessplan sinnvoll einsetzen können und wo Ihre eigene Intelliegenz gefragt ist.

1. Das Vorhaben selbst beschreiben

Je genauer die Informationen, desto besser die Ergebnisse. Beschreiben Sie der KI möglichst konkret und machen sich eigene Gedanken zu den nachfolgenden Punkten:
• Geschäftsidee und Nutzen für Kunden
• Zielgruppen
• Produkte oder Dienstleistungen
• Preisgestaltung
• geplante Vertriebswege
• vorhandene Qualifikationen und Erfahrungen
• bekannte Wettbewerber
• geplante Investitionen und Kosten
Vermeiden Sie allgemeine Fragen wie:
„Schreibe mir einen Businessplan für einen Online-Shop.“
Besser:
„Ich möchte handgefertigte Lederprodukte über einen eigenen Online-Shop verkaufen. Meine Zielgruppe sind Männer und Frauen zwischen 30 und 60 Jahren mit mittlerem bis höherem Einkommen. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei 120 Euro pro Produkt.“

2. Die KI zum kritischen Hinterfragen auffordern

Viele KI-Systeme bestätigen Annahmen und Ideen zunächst positiv. Für die Businessplanung ist jedoch kritisches Feedback wichtiger als Zustimmung. Bitten Sie die KI gezielt:
• Schwachstellen aufzudecken
• Gegenargumente zu formulieren
• fehlende Informationen zu benennen
• unrealistische Annahmen zu hinterfragen
• Risiken sichtbar zu machen
Fragen Sie beispielsweise:
„Welche Annahmen in meinem Vorhaben erscheinen dir unrealistisch oder nicht ausreichend belegt?“

3. Markt und Wettbewerb besonders kritisch prüfen

In vielen Businessplänen werden Marktchancen überschätzt und Wettbewerber unterschätzt.Lassen Sie sich insbesondere folgende Fragen stellen:
• Gibt es ausreichend zahlungsbereite Kunden?
• Warum sollen Kunden ausgerechnet dieses Angebot nutzen?
• Welche Alternativen gibt es bereits?
• Wie wird das Unternehmen sichtbar und Kunden gewinnen?
• Welche Markteintrittsbarrieren bestehen?
• Welche Kundenzahlen sind tatsächlich erforderlich, um die geplanten Umsätze zu erreichen?

4. Zahlen und Finanzplanung hinterfragen lassen

Besonders häufig entstehen durch KI unrealistische Umsatz- und Gewinnprognosen. Jede Zahl sollte nachvollziehbar hergeleitet werden können.
Lassen Sie die KI prüfen:
• Wie viele Kunden konkret benötigt werden
• Ob die Preise realistisch sind
• Ob Investitionen vollständig berücksichtigt wurden
• Ob laufende Kosten fehlen
• Ob ausreichende Liquiditätsreserven vorhanden sind
• Welche Auswirkungen geringere Umsätze hätten
Eine wichtige Regel:
Wenn Sie eine Zahl im Businessplan nicht erklären können, gehört sie dort nicht hinein.

5. Realitätscheck durchführen in zwei Schritten

Bitten Sie die KI abschließend, den fertigen Businessplan kritisch zu bewerten. Fragen Sie:
• Welche Informationen fehlen?
• Wo bestehen Widersprüche?
• Welche Aussagen sind nicht nachvollziehbar?
• Welche Annahmen sollten durch Quellen oder Berechnungen belegt werden?
• Würde ein externer Leser dem Konzept vollständig folgen können?
Prüfen Sie kritisch, ob das so erstellte Dokument wirklich Ihr Vorhaben beschreibt. Werden Sie auf dem beschriebenen Weg Ihre Kunden gewinnen und den geplanten Umsatz erzielen? Reichen die geplanen Kosten aus, um das Vorhaben wie geplant umzusetzten. Können Sie hren Businessplan einer anderen Person erklären und Nachfragen beantworten?

6. Musterprompt

Den nachfolgenden Text können Sie als Muster-Prompt verwenden. Beachten Sie allerdings, dass wir diesen Muster-Prompt ebenfalls mit KI erstellt haben und die Ergebnisse stets kritisch zu prüfen sind.
(Einfacher) Muster-Prompt für verschiedenen Modelle
Ich erstelle aktuell einen Businessplan für mein Gründungsvorhaben. Du sollst nicht als Texter, sondern als kritischer Sparringspartner fungieren.
Hinterfrage meine Angaben kritisch und benenne Schwachstellen, Lücken, Widersprüche und unrealistische Annahmen.
Stelle mir nacheinander Fragen zu Geschäftsmodell, Zielgruppe, Markt, Wettbewerb, Marketing, Preisgestaltung, Umsatzplanung, Kostenstruktur, Investitionen und Liquidität.
Gib dich nicht mit allgemeinen Antworten zufrieden, sondern fordere konkrete Zahlen, Beispiele und Begründungen ein.
Weise mich darauf hin, wenn Annahmen nicht nachvollziehbar sind oder wichtige Informationen fehlen.
Fasse die Erkenntnisse nach jedem Themenblock zusammen und leite daraus Verbesserungsvorschläge für den Businessplan ab.
Dein Ziel ist nicht, mein Vorhaben positiv zu bewerten, sondern es realistisch und belastbar zu machen.