IHK Ulm
BWIHK warnt vor gravierenden Folgen einer Aufteilung der deutschen Stromgebotszone
Stuttgart, 28. April 2025 – Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag
(BWIHK) spricht sich entschieden gegen eine Aufteilung Deutschlands in mehrere Stromge-
botszonen aus, wie sie im Rahmen des heute veröffentlichten Bidding Zone Review (BZR) von
europäischer Seite vorgeschlagen wird. Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern
in Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, den Übertragungsnetzbetreibern Amprion und
TransnetBW sowie dem Wirtschaftsbeirat Bayern forderte der BWIHK bereits im letzten Jahr
die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene für den Erhalt einer einheitlichen Strompreiszone
einzusetzen.
(BWIHK) spricht sich entschieden gegen eine Aufteilung Deutschlands in mehrere Stromge-
botszonen aus, wie sie im Rahmen des heute veröffentlichten Bidding Zone Review (BZR) von
europäischer Seite vorgeschlagen wird. Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern
in Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, den Übertragungsnetzbetreibern Amprion und
TransnetBW sowie dem Wirtschaftsbeirat Bayern forderte der BWIHK bereits im letzten Jahr
die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene für den Erhalt einer einheitlichen Strompreiszone
einzusetzen.
Wirtschaftliche Stabilität und Versorgungssicherheit gefährdet
Eine Teilung der Strompreiszone hätte aus der Sicht des BWIHK gravierende Folgen für die
baden-württembergische und die gesamte deutsche Wirtschaft, insbesondere für die energie-
intensive Industrie. Bereits heute zählen die Strompreise in Deutschland zu den höchsten welt-
weit. „Eine weitere Steigerung der Stromkosten im Süden Deutschlands würde die Wettbe-
werbsfähigkeit des Industriestandorts massiv gefährden. Laut aktuellem IHK-
Energiewendebarometer erwägt bereits heute jeder vierte Industriebetrieb in Baden-Württem-
berg, seine Produktion einzuschränken oder ins Ausland zu verlagern“, sagt Dr. Jan Stefan
Roell, Präsident des BWIHK.
baden-württembergische und die gesamte deutsche Wirtschaft, insbesondere für die energie-
intensive Industrie. Bereits heute zählen die Strompreise in Deutschland zu den höchsten welt-
weit. „Eine weitere Steigerung der Stromkosten im Süden Deutschlands würde die Wettbe-
werbsfähigkeit des Industriestandorts massiv gefährden. Laut aktuellem IHK-
Energiewendebarometer erwägt bereits heute jeder vierte Industriebetrieb in Baden-Württem-
berg, seine Produktion einzuschränken oder ins Ausland zu verlagern“, sagt Dr. Jan Stefan
Roell, Präsident des BWIHK.
Investitionssicherheit und Energiewende in Gefahr
Die Aufteilung würde darüber hinaus erhebliche Unsicherheiten für dringend benötigte Inves-
titionen in den Ausbau erneuerbarer Energien und Flexibilitäten schaffen. Anlagen im Norden
Deutschlands wären aufgrund niedrigerer Strompreise weniger rentabel, was den für die Ener-
giewende essenziellen Ausbau von Offshore-Windkraftwerken ausbremsen könnte. Gleichzei-
tig wären stromintensive Unternehmen im Süden mit deutlich höheren Strompreisen konfron-
tiert, was zu einer Schwächung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit führen würde.
titionen in den Ausbau erneuerbarer Energien und Flexibilitäten schaffen. Anlagen im Norden
Deutschlands wären aufgrund niedrigerer Strompreise weniger rentabel, was den für die Ener-
giewende essenziellen Ausbau von Offshore-Windkraftwerken ausbremsen könnte. Gleichzei-
tig wären stromintensive Unternehmen im Süden mit deutlich höheren Strompreisen konfron-
tiert, was zu einer Schwächung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit führen würde.
Methodische Schwächen des BZR und Fortschritte beim Netzausbau
Der BWIHK hält das zugrunde liegende EU-Prüfverfahren zur Anpassung der Strompreiszo-
nen für methodisch fragwürdig, da der fortschreitende Netzausbau in Deutschland nicht aus-
reichend berücksichtigt wird. Bis Ende 2028 werden zentrale Netzausbauprojekte wie Sued-
Link, SuedOstLink und A-Nord/Ultranet in Betrieb genommen und die heute bestehenden Eng-
pässe weitgehend behoben. Eine Aufteilung auf Basis einer kurzfristigen Perspektive würde
die tatsächliche Entwicklung am Strommarkt verkennen und zu Fehlanreizen führen.
nen für methodisch fragwürdig, da der fortschreitende Netzausbau in Deutschland nicht aus-
reichend berücksichtigt wird. Bis Ende 2028 werden zentrale Netzausbauprojekte wie Sued-
Link, SuedOstLink und A-Nord/Ultranet in Betrieb genommen und die heute bestehenden Eng-
pässe weitgehend behoben. Eine Aufteilung auf Basis einer kurzfristigen Perspektive würde
die tatsächliche Entwicklung am Strommarkt verkennen und zu Fehlanreizen führen.
Stabile Rahmenbedingungen statt zusätzlicher Umbrüche
„Deutschland muss eine einheitliche Strompreiszone bleiben! In der jetzt entscheidenden
Phase der Energiewende brauchen wir keine zusätzlichen Umbrüche, sondern stabile Rah-
menbedingungen für Investitionen und Versorgungssicherheit“, betont Roell.
Phase der Energiewende brauchen wir keine zusätzlichen Umbrüche, sondern stabile Rah-
menbedingungen für Investitionen und Versorgungssicherheit“, betont Roell.
Appell an Bundesregierung und EU
Der BWIHK fordert die Bundesregierung auf, sich weiter klar gegen eine Aufteilung der Strom-
preiszone zu positionieren und gemeinsam mit den Bundesländern sowie auf EU-Ebene für
den Erhalt der einheitlichen Stromgebotszone einzutreten. Statt einer Aufteilung brauche es
einen beschleunigten Netzausbau und Investitionen in flexible Kraftwerkskapazitäten, um die
Versorgungssicherheit und die Erreichung der Klimaziele zu gewährleisten.
preiszone zu positionieren und gemeinsam mit den Bundesländern sowie auf EU-Ebene für
den Erhalt der einheitlichen Stromgebotszone einzutreten. Statt einer Aufteilung brauche es
einen beschleunigten Netzausbau und Investitionen in flexible Kraftwerkskapazitäten, um die
Versorgungssicherheit und die Erreichung der Klimaziele zu gewährleisten.
Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von mehr als 650.000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es, in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-, Bundes- und Europapolitik sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.
Diese und weitere Presseinformationen finden Sie hier. Das gemeinsame Positionspapier des
Bündnisses finden Sie hier.
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