IHK Ulm
US-Zollerhöhungen senden Schockwelle durch ASEAN - Neue Entwicklungen
Die am 2. April 2025 verkündeten Zollerhöhungen der USA haben die Länder der ASEAN kalt erwischt. Südostasien ist die weltweit von den geplanten Maßnahmen am härtesten betroffene Region.
Neue Abkommen und Handelserleichterungen
Abseits der Zollerhöhungen gibt es auch Bewegung in den vertraglichen Beziehungen: Mit Kambodscha und Malaysia wurden Handelsabkommen und mit Thailand sowie Vietnam Rahmenabkommen geschlossen. Die USA behalten dabei zwar reziproke Zollsätze von 19% (gegenüber Malaysia, Kambodscha und Thailand) bzw. 20% (gegenüber Vietnam) bei, streichen jedoch im Gegenzug Zölle auf ausgewählte US-Waren. Kern dieser Vereinbarungen sind weitreichende Maßnahmen zur Handelserleichterung, wie vereinfachte Importlizenzen, die Förderung des digitalen Handels und die gegenseitige Konformitätsanerkennung – darunter die Akzeptanz von US-Sicherheits- und Emissionsstandards im Fahrzeugbereich. Darüber hinaus verpflichten sich alle Parteien zur Kooperation bei Lieferketten, staatlichen Unternehmen sowie in Fragen der Investitions- und Exportkontrolle. Eine Besonderheit in den Abkommen mit Malaysia und Kambodscha ist eine Klausel, die den USA das Recht zur einseitigen Beendigung einräumt, sollten neue Abkommen dieser Länder mit Drittstaaten wesentliche US-Interessen gefährden.
Quelle: DIHK
Stand: November 2025
Stand: November 2025
Zollerhöhungen vom 2. April
Auf Importe von sechs der zehn Mitgliedstaaten werden künftig US-Zölle zwischen 32 und 49 Prozent erhoben. Unter den 15 Ländern, die weltweit die höchsten bilateralen Handelsüberschüsse mit den USA aufweisen, befinden sich fünf ASEAN-Mitglieder.
Konkurrenz für deutsche Firmen wächst
In einigen ASEAN-Ländern bestimmen chinesische Investoren immer mehr das Bild. Es ist illusorisch, dass sich kurzfristig einzelne Staaten von China entkoppeln, um die USA zu beschwichtigen. Vielmehr dürfte China die Region künftig noch stärker als alternative Lieferdestination für seine Überkapazitäten nutzen und den Markt mit Produkten überschwemmen. Für deutsche Firmen bedeutet dies, dass sich der ohnehin starke Wettbewerb in den Ländern der ASEAN verschärfen wird, bei gleichzeitig nachlassendem Wachstum. Einige deutsche Firmen, die von ASEAN aus schwerpunktmäßig die USA bedienen, werden ihre Investitionen künftig überdenken. Das dürfte vor allem Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Konsumgüterbranche betreffen. Dahingegen könnten Unternehmen, die vor allem den asiatischen Markt versorgen, sogar profitieren, wenn die Mitgliedstaaten enger zusammenrücken und den Handel untereinander ausbauen.
Zudem werden die ASEAN-Länder noch stärker versuchen, neue Absatzmärkte zu erschließen, zum Beispiel in der EU. Die Bestrebungen um zügige Abschlüsse von Freihandelsabkommen zwischen den Mitgliedstaaten und der EU könnten dadurch an Dynamik gewinnen. Das würde auch dem Außenhandel zwischen Deutschland und ASEAN zugutekommen.
Quelle: GTAI
Stand: April 2025
Stand: April 2025
