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AHK World Business Outlook Herbst 2025 Sonderauswertung USA
Der AHK World Business Outlook basiert auf einer regelmäßigen DIHK-Umfrage bei den Mitgliedsunternehmen der Deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs). Sie erfasst im Herbst 2025 die Rückmeldungen von weltweit über 3.500 deutschen Unternehmen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften sowie Unternehmen mit engem Deutschlandbezug. Darunter waren 114 Antworten aus den USA. Die Umfrage wurde vom 29. September bis 17. Oktober 2025 durchgeführt. Weitere Hinweise zur Methodik sowie den Fragebogen enthält der Gesamtbericht des AHK World Business Outlooks.
Nach einer Phase großer Verunsicherung zu Beginn des Jahres ist die Stimmung in den USA zwar weiterhin angespannt, doch zeigen sich die deutschen Unternehmen vor Ort wieder vorsichtig optimistisch und hoffen auf eine konjunkturelle Erholung. Im Vergleich zum Frühjahr haben sich die Konjunkturerwartungen verbessert, bleiben jedoch insgesamt negativ. Ein Viertel der Unternehmen erwartet eine Verbesserung, 28 Prozent eine Verschlechterung der Konjunktur. Im Frühjahr waren es nur 15 Prozent, die mit einer Aufhellung rechneten. Nach dem Zollschock im Frühjahr stellt vor allem die Anpassung an das „New Normal“ eine große Herausforderung für deutsche Unternehmen vor Ort dar. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten sie schlechter als noch im Frühjahr: Nur noch 40 Prozent bewerten ihre Lage als gut (Frühjahr: 51 Prozent).
Die US-Handelspolitik bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor für Unternehmen in den USA. Trotz neuer bilateraler Abkommen der USA mit der EU und weiteren Handelspartnern spüren drei Viertel der deutschen Unternehmen vor Ort negative Auswirkungen – deutlich mehr als im weltweiten Vergleich (60 Prozent). Dabei werden Zölle von drei Viertel der Unternehmen als den einflussreichsten Aspekt der US-Wirtschaftspolitik auf ihr Geschäft genannt. Das sind deutlich mehr wie im weltweiten Vergleich (66 Prozent). Hauptursache hierfür ist die direkte Betroffenheit der Unternehmen vor Ort durch international verflochtene Lieferketten. Direkt spüren Unternehmen vor Ort die Standortpolitik der USA, die knapp ein Drittel beeinflusst (ebenfalls mehr als im weltweiten Vergleich (19 Prozent). Trotz der verbesserten steuerlichen Rahmenbedingungen infolge der sogenannten „One Big Beautiful Bill“ setzt die Streichung von Investitionsanreizen im Rahmen des Inflation Reduction Acts Unternehmen in den USA unter Druck. Durch Vorgaben wie „Buy American“ sowie abweichende technische Standards und Produktanforderungen belastet die lokale Industriepolitik ein Fünftel der Unternehmen vor Ort (weltweit: 16 Prozent). Darüber hinaus geben 13 Prozent der Unternehmen Exportkontrollen als Einflussfaktor auf ihre Geschäfte vor Ort an. Diese können tief in die operativen Abläufe von Unternehmen vor Ort eingreifen, insbesondere durch strikte Vorgaben bei Technologieexporten, in Lieferketten sowie durch komplexe Compliance-Anforderungen.
Wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zählen für mehr als zwei Drittel der Unternehmen vor Ort zu den größten Geschäftsrisiken in den USA. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht Handelsbarrieren als Belastung. Die Rolle des US-Dollars als Leitwährung und dessen Bedeutung für den Welthandel sorgt für weltweite Auswirkungen. Schließlich rücken strukturelle Risiken wie den Fachkräftemangel und steigende Arbeitskosten wieder stärker in den Fokus.
Die aufgehellten Konjunkturaussichten sorgen auch für bessere Erwartungen für die eigenen Geschäfte der Unternehmen vor Ort: Während im Frühjahr noch ein Viertel der Unternehmen schlechtere Geschäfte im kommenden Jahr erwartete, sind aktuell nur noch 13 Prozent pessimistisch. Die Aussichten bleiben aber deutlich hinter dem Mittelwert der letzten Jahre zurück. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen vor Ort hat sich ebenfalls leicht gegenüber dem Frühjahr aufgehellt. Expansive Investitionspläne überwiegen nun wieder leicht. Die Investitionspläne bleiben jedoch weit unter dem globalen Durchschnitt und weit vom gewohnt hohen Investitionsniveau deutscher Unternehmen in den USA entfernt. Auch die Beschäftigungspläne erholen sich nur vorsichtig und liegen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
Insgesamt zeigt die Umfrage, dass die Unternehmen dabei sind, sich auf das „New Normal“ und die komplizierteren Handelsbedingungen einzustellen und ihre Handelsstrategien neu auszurichten. Die jüngsten Vereinbarungen schaffen zwar mehr Transparenz, doch die Belastungen durch Zölle, Exportkontrollen und Marktzugangsbarrieren bleiben erheblich. Unternehmen, die flexibel reagieren und lokale Wertschöpfung stärken, können die Chancen des US-Marktes dennoch weiterhin nutzen.
Quelle: DIHK
Stand: November 2025
Stand: November 2025
