IHK Ulm
Wie die Golfkrise Asiens Energie- und Industrieversorgung bremst
Die Länder Asien-Pazifiks sind abhängiger von Öl und Gas aus Nahost als andere Weltregionen. Die Schließung der Straße von Hormus erzwingt Notmaßnahmen, aber auch Strukturwandel.
Bis zu 90 Prozent der Öl- und Gasimporte stammen in einigen Ländern aus der Golfregion, zugleich sind wichtige Lieferketten für Halbleiter, Düngemittel und die Kunststoffproduktion betroffen. Besonders in Süd- und Südostasien führen ausbleibende Lieferungen bereits zu steigenden Energiepreisen, während in Ostasien vor allem der Gasmangel für die Stromerzeugung zum Problem wird. Die Regierungen reagieren mit der Freigabe von Ölreserven, staatlichen Zuschüssen und Energiesparmaßnahmen und setzen verstärkt auf alternative Energiequellen, erneuerbare Energien, Elektromobilität und teilweise Kernkraft. Gleichzeitig werden auch Kohle, eigene Ölquellen und neue Lieferanten wichtiger, während die Krise die Diversifizierung der Lieferketten beschleunigt. Für die deutsche Wirtschaft in Asien bedeutet dies jedoch auch höhere Energie- und Rohstoffkosten, längere Transportwege und einen zunehmenden Wettbewerbsdruck, insbesondere durch chinesische Unternehmen.
