IHK Ulm

EU und Australien schließen Freihandelsabkommen und gründen Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft

Die EU und Australien haben ihre Verhandlungen über ein ehrgeiziges Freihandelsabkommen (FTA) abgeschlossen. Zudem gaben sie die Gründung eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft bekannt. Beide Seiten vereinbarten außerdem, förmliche Verhandlungen über die Assoziierung Australiens mit „Horizon Europe“, dem weltweit größten Programm für Forschung und Innovation, aufzunehmen.
Es wird erwartet, dass die EU-Exporte in den nächsten zehn Jahren um bis zu 33 Prozent wachsen werden, wobei der Ausfuhrwert jährlich bis zu 17,7 Milliarden Euro erreichen könnte. Zu den Schlüsselbranchen mit starkem Wachstumspotenzial zählen Milchprodukte (voraussichtlich um bis zu 48 Prozent), Kraftfahrzeuge (52 Prozent) und Chemikalien (20 Prozent). Die Investitionen der EU in Australien könnten um über 87 Prozent steigen. Mit diesem Abkommen stärkt die EU zudem ihre strategischen Interessen im Bereich der kritischen Rohstoffe und macht die Lieferketten der EU widerstandsfähiger gegenüber geopolitischen Schocks.
Die Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft (SDP) wird einen robusten institutionellen Rahmen schaffen:
  • Sicherheits- und Verteidigungsdialoge werden eine engere Abstimmung über strategische Prioritäten ermöglichen und gemeinsame Werte und Interessen in praktische Zusammenarbeit umsetzen;
  • Stärkung der Zusammenarbeit bei der Krisenbewältigung sowie bei Missionen und Operationen im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, einschließlich Übungen, Ausbildung und Schulung;
  • Verbesserung der Zusammenarbeit in den Bereichen maritime Sicherheit, Cybersicherheit, Bekämpfung hybrider Bedrohungen sowie ausländischer Informationsmanipulation und Einmischung;
  • Förderung einer engen Koordinierung bei neuen und disruptiven Technologien, einschließlich künstlicher Intelligenz, sowie in den Bereichen Weltraumsicherheit, Nichtverbreitung und Abrüstung;
  • Intensivierung des Austauschs über Lageerfassung in verschiedenen Regionen;
  • Unterstützung des Kapazitätsaufbaus bei Partnern, auch im indopazifischen Raum, und Stärkung der Koordinierung in multilateralen und regionalen Foren; und
  • Vertiefung der Zusammenarbeit als Reaktion auf sich wandelnde sicherheitspolitische Herausforderungen durch einen flexiblen und zukunftsorientierten Ansatz.

Stand: März 2026