IHK Ulm
Algerien will für ausländische Investoren attraktiver werden
Algerien ist das flächenmäßig größte Land Afrikas und nach Ägypten die zweitgrößte Volkswirtschaft Nordafrikas. Als bedeutender Rohstoffexporteur profitiert das Land von der gestiegenen Gasnachfrage in Europa, bleibt jedoch anfällig für Schwankungen auf den Rohstoffmärkten. Mit rund 47 Millionen Einwohnern verfügt Algerien zudem über einen attraktiven und wachsenden Absatzmarkt.
Die Förderung von Öl und Gas bestimmt das Wirtschaftsmodell Algeriens. Aktuell profitiert das Land von der Nachfrage aus Europa. Investoren ziehen deshalb ein Engagement im Öl- und Gasbereich wieder stärker in Erwägung. Ihnen kommt eine günstigere Gesetzgebung seit dem Jahr 2019 zu Gute, die die Steuerlast reduziert hat. Relativ wenig ausgeschöpft ist allerdings das große Potenzial an erneuerbaren Energien. Nach einer langsamen Entwicklung in den letzten Jahren scheint sich das Blatt nun etwas zu wenden.
Die Produktion abseits des Rohstoffsektors spielt weiterhin eine vergleichsweise geringe Rolle. Der Automobilsektor könnte allerdings die Branche sein, in der sich in den nächsten Jahren vermehrt Chancen für ausländische Unternehmen bieten. Die Regierung möchte die lokale Produktion ankurbeln und hat Ende 2022 die Kfz-Montage im Land wieder erlaubt.
Auch im Nahrungsmittelbereich bestehen durch eine Politik der Importsubstitution gute Lieferchancen für Ausrüstungsgüter.Unternehmen haben diverse Neuvorhaben im Nahrungsmittelsektor angekündigt. Ausländische Maschinenbauer können davon profitieren, wenn sie sich auf das lokale Geschäftsumfeld einstellen.
Stand: März 2026
Quelle: GTAI
