IHK Ulm

Afrikas Rohstoffverarbeitung: zwischen Anspruch und Realität

Afrikanische Staaten wollen kritische Rohstoffe stärker im eigenen Land verarbeiten. Rohstoffvorkommen allein schaffen jedoch noch keine wettbewerbsfähige Industrie.
Afrika verfügt über große Rohstoffvorkommen, bislang findet die Weiterverarbeitung jedoch nur in begrenztem Umfang auf dem Kontinent statt. Die Entwicklung verläuft regional unterschiedlich: Während Südafrika bereits über eine breite industrielle Basis verfügt, entstehen in Guinea neue Kapazitäten zur Verarbeitung von Bauxit und im Copperbelt werden regionale Wertschöpfungsketten für Kupfer und Kobalt ausgebaut. Für den weiteren Ausbau sind vor allem eine verlässliche Energieversorgung und leistungsfähige Infrastruktur erforderlich, zugleich erschweren technologische Lücken und der hohe Kapitalbedarf die Umsetzung. Eine Weltbank-Studie empfiehlt deshalb eine regionale Spezialisierung, bei der nicht jedes Land eine vollständige Wertschöpfungskette aufbaut. Entscheidend für die wirtschaftliche Tragfähigkeit sind dabei geeignete Standorte und gesicherte Absatzmärkte, während die Rohstoffverarbeitung aufgrund ihrer Kapitalintensität nur begrenzte Beschäftigungseffekte erwarten lässt.
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Quelle: GTAI
Stand: September 2026