IHK Ulm
Serbiens Wirtschaft wächst 2026 unter ihren Möglichkeiten
Interne und externe Herausforderungen dämpfen die wirtschaftliche Entwicklung. Investitionen und Konsum kurbeln das Wachstum an. Neuwahlen sollen die innenpolitische Krise lösen.
Serbiens Wirtschaft wächst 2026 voraussichtlich um 3,5 Prozent, getragen vor allem von staatlichen Investitionen in Infrastruktur und der Expo, bleibt aber aufgrund multipler Krisen unter ihrem eigentlichen Potenzial. Neben innenpolitischen Spannungen, EU-Kritik am Regierungskurs, US-Zöllen und Sanktionen belastet auch die Krise der deutschen Kfz-Industrie das Wachstum, da Serbien eng in die Lieferketten der europäischen Autoindustrie eingebunden ist und lokale Zulieferer unter der anhaltenden Absatzflaute deutscher Hersteller leiden. Die ausländischen Direktinvestitionen sind deutlich zurückgegangen und die Staatsschuldenquote steigt, während Serbien als Produktionsstandort vor der Haustür der EU von zollfreiem Zugang zu zahlreichen Produkten profitiert, im Handel mit Deutschland 2025 voraussichtlich einen Überschuss erzielt und dank eines Freihandelsabkommens mit China sowie eines neuen Abkommens mit Ägypten zusätzliche Märkte erschließt. Positiv wirken zudem die Erhöhung des Mindestlohns und der ab 2026 erleichterte Zahlungsverkehr mit der EU im Rahmen der SEPA-Mitgliedschaft, wovon auch die rund 900 in Serbien aktiven deutschen Unternehmen mit etwa 80.000 Beschäftigten profitieren, die den Standort vor allem für Nearshoring in Branchen wie Metallwaren, Kunststoffteilen und Elektronik nutzen.
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Quelle: GTAI
Stand: Dezember 2025
Stand: Dezember 2025
