IHK Ulm
Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Stand: September 2025
Südosteuropa bleibt wichtiger Partner – Handelszahlen Januar bis Juni 2025
Der Außenhandel Baden-Württembergs mit den 14 Ländern des Kompetenz-Zentrums Südost-Europa (KSOE) hat sich im ersten Halbjahr 2025 leicht rückläufig entwickelt. Das Handelsvolumen sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent auf rund 19,6 Milliarden Euro. Damit liegt Südosteuropa unter den Wachstumsraten der Vorjahre. Deutschlandweit hingegen zeigt sich ein stabileres Bild: Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Südosteuropa stieg leicht um 0,5 Prozent auf rund 108,6 Milliarden Euro. Insgesamt fällt dabei eine differenzierte Entwicklung innerhalb der einzelnen Länder auf.
Für diese Analyse wurden die Länder des Kompetenz-Zentrums Südost-Europa berücksichtigt: Ukraine, Moldau, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien.
Baden-Württemberg: Exporte nahezu stabil, Importe gehen zurück
Die baden-württembergischen Exporte in die KSOE-Länder blieben mit 8,2 Milliarden Euro nahezu konstant, während die Importe um 8,3 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zurückgingen. Besonders starke Rückgänge gab es im Handel mit Ungarn (-4,9 Prozent), Rumänien (-13,8 Prozent) und der Slowakei (-5,2 Prozent). Dagegen legte der Austausch mit Bulgarien (+9,2 Prozent) und Serbien (+5,7 Prozent) deutlich zu. Auch die Ukraine (+5,1 Prozent) verzeichnete trotz des schwierigen Umfelds einen Anstieg im Handelsumsatz. Positiv fielen auch die Handelsumsätze etwa mit Slowenien, Kroatien und Nordmazedonien auf, in denen ein Wachstum sowohl bei den Einfuhren als auch den Ausfuhren erzielt werden konnte.
Deutschland: Ausgewogenes Wachstum mit regionalen Unterschieden
Deutschlandweit entwickelten sich die Handelsbeziehungen mit den 14 KSOE-Ländern insgesamt positiver. Zwar gingen die Importe leicht zurück (-0,4 Prozent), die Ausfuhren stiegen jedoch um 1,4 Prozent. Besonders dynamisch war das Wachstum im Austausch mit Slowenien (+9,8 Prozent), Kroatien (+7,6 Prozent) und Serbien (+7,8 Prozent). Erwähnenswert ist zudem die dynamische Entwicklung im Handel mit der Ukraine (+19,5 Prozent), der trotz der nach wie vor schwierigen politischen Situation deutliche Wachstumsimpulse verzeichnete. Auch Länder mit kleinerem Handelsvolumen wie Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Albanien konnten erhöhte Handelszahlen mit Deutschland erzielen. Bekannte Partnermärkte wie Ungarn (-3,7 Prozent) und Rumänien (-2,0 Prozent) verbuchten jedoch Rückgänge im bilateralen Handelsvolumen.
Fazit: Südosteuropa bleibt Wachstumsmarkt
Trotz der jüngsten Dämpfer bleiben die 14 Länder des Kompetenz-Zentrums Südost-Europa für Baden-Württemberg und Deutschland ein zentraler Handelspartner und die Region gewinnt für die Diversifizierung von Lieferketten sowie als Absatzmarkt weiterhin an Bedeutung. Länder wie Kroatien, Serbien und Slowenien erfahren dabei eine wachsende Relevanz.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt zu beobachten, wie sich die Nachfragesituation und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Südosteuropa entwickeln. Für die exportorientierte Wirtschaft Baden-Württembergs und Deutschlands bleibt die Region jedoch ein zentraler Markt mit Wachstumspotenzialen.
Statistiken
Hier finden Sie die aktuellen Statistiken als PDF zum Herunterladen:
- BW Handel mit Südost-Europa, Jan-Juni 2025 (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 44 KB)
- Deutscher Handel mit Südost-Europa, Jan-Juni 2025 (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 43 KB)
Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Stand: September 2025
