Branche im Fokus

Die Leistung der Industrie sichtbar machen

Unter dem Hashtag #IndustrieFürAlle veröffentlicht die IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum auf ihren Social-Media-Kanälen kompakte und eingängige Botschaften zur Bedeutung der regionalen Industrie.
In Deutschland zeigt das Straßenschild für Industriegebiete ein Fabrikgebäude mit zwei Schornsteinen. Vielerorts hat sich ein Bild von rauchenden Schloten in den Köpfen festgesetzt. Laut, dreckig, rückständig – all das sind typische Vorurteile, mit denen sich Industrieunternehmen nicht nur im Elbe-Weser-Raum immer wieder konfrontiert sehen. Hinzu kommt, dass Investitionsvorhaben oder Betriebserweiterungen in Frage gestellt werden. Dabei sieht der betriebliche Alltag in den meisten Unternehmen ganz anders aus: moderne Maschinen, ein hohes Umweltbewusstsein und innovative Technologien sind allgegenwärtig. Diese Vielfältigkeit und Vielseitigkeit der Industrie sind in der Öffentlichkeit oftmals nicht bekannt. Überhaupt ist das verarbeitende Gewerbe ein wichtiger Wirtschaftszweig, der viel zu Wachstum und Wohlstand unserer Gesellschaft beiträgt.
Um dies zu verdeutlichen und die tragende Rolle der Industrie als Zukunftsbranche sichtbarer zu machen, hat der Industrie- und Umweltausschuss der IHK Stade eine Imagekampagne vorbereitet, die Ende April gestartet ist. Dabei steht auch die Vielfalt der Teilbereiche der Industrie im Fokus. Die Kampagnenmotive werden gemeinsam mit interessanten Fakten rund um die Industrie über die Social-Media-Kanäle der IHK sowie der Unternehmen verbreitet.
Die Industrie produziert nicht nur Güter, sondern bringt auch Innovationen hervor, schafft Arbeitsplätze und sichert den Wohlstand – in Deutschland, aber auch im Elbe-Weser-Raum.
Sie möchten unsere Kampagne unterstützen und die Motive auf Ihren Internetpräsenzen teilen oder als Anzeige veröffentlichen? Wir stellen Ihnen die Motive gerne in geeigneten Auflösungen und Formaten zur Verfügung. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail.

Vielfalt der Industrie

Den industriellen Kern bildet das verarbeitende Gewerbe. Während ein Teil der Industrieunternehmen im Elbe-Weser-Raum im intraindustriellen Bereich tätig ist und für andere Unternehmen wichtige Investitions- und Vorleistungsgüter herstellt, verarbeitet ein anderer Teil Rohstoffe und Halbfabrikate, um daraus Endprodukte herzustellen. Darüber hinaus gehören auch Montage- und Reparaturarbeiten zu den industriellen Dienstleistungen.
Die Bandbreite der Tätigkeitsfelder ist hoch: Sie reicht von der Nahrungsmittelproduktion über klassische Industrien wie Chemie und Maschinenbau bis hin zur Herstellung von Metallerzeugnissen und Windenergieanlagen sowie dem Einsatz moderner Werkstoffe im Flugzeugbau. Diese Vielseitigkeit macht die Stärke der Region und ihre wirtschaftliche Verlässlichkeit aus. So können weltweite wie innerdeutsche Nachfrageschwankungen besser abgefedert werden.

Struktur im Elbe-Weser-Raum

Mehr als 2.000 Industrieunternehmen gibt es im Elbe-Weser-Raum. Dabei handelt es sich überwiegend um kleine und mittelständische Betriebe. Aber auch weltweit tätige Großunternehmen haben hier ihren Sitz. In der eher ländlich geprägten Region haben die Verarbeitung und Veredelung von Nahrungsmitteln sowie die Herstellung von Futtermitteln eine besondere Bedeutung. Dieser Industriezweig führt vor allem in den Landkreisen Cuxhaven und Rotenburg (Wümme) zu einer hohen Beschäftigungsrate. Im Landkreis Verden wird die starke Stellung der Nahrungsmittelindustrie noch ergänzt durch den Sondermaschinenbau für Kunden aus der Verpackungs- und Lebensmittelindustrie. Während im Landkreis Stade der Flugzeugbau und die chemische Industrie dominieren, sind es im Landkreis Osterholz der Fahrzeug- und Maschinenbau.

Bruttowertschöpfung

Im Jahr 2018 lag die industrielle Bruttowertschöpfung im Elbe-Weser-Raum bei über 3,6 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass 18,1 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe erwirtschaftet wurden. In den einzelnen Landkreisen variiert der Anteil. Die Spanne reicht von 12,7 Prozent im Landkreis Cuxhaven bis zu 26,8 Prozent im Landkreis Verden.
Die hohe Bedeutung der Industrie zeigt sich nicht nur im Elbe-Weser-Raum, sondern auch in Niedersachsen und Deutschland. Dort ist der Anteil des industriellen Sektors an der Bruttowertschöpfung noch etwas höher (24 bzw. 23 Prozent) als zwischen Elbe und Weser. 

Industrie als Arbeitgeber

Die Industrieunternehmen zwischen Elbe und Weser schaffen nicht nur Werte, sondern sind auch ein wichtiger Arbeitgeber. Ob als Verfahrensmechaniker in der Produktion, Kaufmann in der Verwaltung oder Laborant in der Forschungsabteilung oder Qualitätssicherung – das verarbeitende Gewerbe bietet eine Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten. 
Von 2011 bis 2021 (Stichtag jeweils 30.06.; neuere Zahlen liegen noch nicht vor) wuchs die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Industrie um rund 4.300 Personen bzw. knapp 12 Prozent. Mit 41.495 Personen hat die Industrie gegenwärtig einen Anteil von 17 Prozent an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zwischen Elbe und Weser. Hinzu kommen noch knapp 4.500 geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. Damit gehört die Industrie zu den bedeutendsten Arbeitgebern der Region.
Darüber hinaus leistet sie einen aktiven Beitrag zur Fachkräftesicherung. Rund ein Viertel aller Auszubildenden in den kaufmännischen bzw. gewerblich-technischen IHK-Ausbildungsberufen lernt in der Industrie.

Verflechtung mit anderen Branchen / Ausland

Um Bedeutung der regionalen Industrie vollständig zu erfassen, müssen auch die Verflechtungen mit anderen Branchen und dem Ausland berücksichtigt werden. Das verarbeitende Gewerbe ist oft Ausgangspunkt für weitere wirtschaftliche Aktivitäten und Beschäftigung in anderen Sektoren. Verringert oder erhöht sich die industrielle Produktion sind davon auch vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen betroffen. Ohne industrielle Güter würden beispielsweise bestimmte Rohstoffförderungen entfallen. Es würde auch keine Logistik bzw. Transportwesen gebraucht werden. Der Handel hätte keine Produkte, die er verkaufen könnte, und auch auf einen Großteil der Dienstleistungen könnte verzichtet werden. Mit anderen Worten: Landwirtschaft, Bergbau, Steine und Erden sowie Handel, Logistik- und Dienstleistungsgewerbe profitieren alle von einer starken Industrie. 
Darüber hinaus wird Deutschland häufig als Exportweltmeister betitelt. Vor allem die deutsche Industrie mit ihrem Qualitätszeichen „Made in Germany“ profitiert dabei wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig von international offenen Märkten. Das trifft auch auf die hiesige Industrie zu: Etwas mehr als jeden zweiten Euro Umsatz erzielt sie auf ihren Auslandsmärkten. Noch größer ist der Anteil in der chemischen Industrie und im Maschinenbau. Nicht zuletzt auch wegen der sogenannten „Hidden Champions“, die sich in ihrer Nische zum Weltmarktführer hochgearbeitet haben.

Innovation sichert den Markterfolg

Basis des Markterfolges im In- und Ausland sind in der Regel innovative Produkte hoher Qualität mit Alleinstellungsmerkmalen, die oftmals den Stand der Technik definieren. Herausragende Innovationskraft ist deswegen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die Industrie im Elbe-Weser-Raum arbeitet deshalb kontinuierlich an der Verbesserung und Weiterentwicklung ihrer Produkte. 
Einmal jährlich kürt die IHK Stade einen Innovationsbotschafter aus der Region. Dabei handelt es sich um Persönlichkeiten, die als Neudenker innovative Strategien in ihren Unternehmen umsetzen. Sie wirtschaften erfolgreich, verantwortungsbewusst und sichern sich mit Führungsstärke, Mut und spannenden Ideen langfristigen Unternehmenserfolg.

Industrie- und Umweltausschuss der IHK Stade

Der Industrie- und Umweltausschuss setzt sich aus rund 30 Betrieben des verarbeitenden Gewerbes, industrienahen Dienstleistern sowie Unternehmen der Ver- und Entsorgung zusammen. Sie kommen aus allen Landkreisen der Region. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Vollversammlung bei industriepolitischen Themen zu beraten
Neben der Innovationsförderung, Digitalisierung und industrienahen Infrastruktur stehen auch regelmäßig energie- und umweltpolitische Themen auf der Agenda. Intensiv hat sich der Ausschuss mit der angespannten Entsorgungssituation im Elbe-Weser-Raum auseinandergesetzt und daraufhin in einer Arbeitsgruppe ein Thesenpapier erarbeitet, welches die Forderungen der gewerblichen Wirtschaft detailliert wiedergibt. Dieses wurde anschließend von der Vollversammlung verabschiedet. In der jüngeren Vergangenheit liegt der Fokus regelmäßig auf den Entwicklungen und Neuerungen beim Green Deal. Besonders spannend und unter den Mitgliedern sehr beliebt, sind Sitzungen mit einer anschließenden Betriebsbesichtigung. So bekommt der Ausschuss aus erster Hand einen Einblick in die Produktionshallen der Region.