XI. Tourismus

11.1 Tourismus: Motor für Regionalentwicklung und Lebensqualität

Wie es ist:

Die Tourismuswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern behauptet sich als eine der führenden Destinationen in Deutschland – auch unter Einbeziehung des Tagestourismus. Die Tourismuswirtschaft ist als Wirtschafts- und Standortfaktor eine wichtige Querschnittsbranche und zudem häufig Motor der Regionalentwicklung.
Die Unternehmen ringen in einem schwierigen Geschäftsumfeld mit immensem Kostendruck und Konsumzurückhaltung oft ums wirtschaftliche Überleben. Und auch viele Kommunen stehen finanziell ohne Spielraum da und können – bei fehlenden Eigenmitteln – nicht mehr ausreichend in die touristische Infrastruktur investieren - die Attraktivität des Standortes leidet.

Wie es sein sollte:

Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern sollte als tragende Wirtschafts- und Standortbranche verstanden und entsprechend in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Dafür bedarf es klarer Verantwortlichkeiten, verlässlicher Strukturen und einer strategischen Steuerung, die über einzelne Förderperioden hinausreicht. Angesichts erheblicher Kostensteigerungen für Energie, Waren und Personal braucht es politische Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen und wirtschaftliche Stabilität fördern. Eine interkommunale Zusammenarbeit muss „befördert“ werden, um Ressourcen effizienter zu nutzen und touristische Angebote dauerhaft zu sichern. Um die Qualitätserwartungen der Gäste zu erfüllen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Mecklenburg-Vorpommern langfristig zu erhalten, sind abgestimmte Investitionen der öffentlichen Hand sowie privater Akteure weiterhin erforderlich. Dazu zählen transparente und praktikable Förderinstrumente ebenso wie funktionierende Verkehrs- und digitale Infrastrukturen.
Gleichzeitig sollten die landesweite touristische Vermarktung und strategische Weiterentwicklung organisatorisch und finanziell so aufgestellt sein, dass beide dauerhaft schlagkräftig agieren können. Eine wettbewerbsfähige Tourismusdestination setzt zudem voraus, dass die gesamte touristische Wertschöpfungskette – einschließlich Handel und Dienstleistungen – in ihrer Funktionsfähigkeit unterstützt wird.

Wir fordern, dass:

  • die Landesregierung kein Tourismusgesetz auf den Weg bringt, das im Kern lediglich „Finanzierungsquellen“ regelt und zu weiteren finanziellen Belastungen in der Wirtschaft führt.
  • die Landesregierung die Landestourismuskonzeption regelmäßig evaluiert, fortschreibt und als dynamischen Prozess mit klar definierten Zielen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten umsetzt. Dazu gehört, Ergebnisse regelmäßig zu hinterfragen, Schwerpunkte anzupassen und Maßnahmen neu zu priorisieren oder zu ergänzen.
  • die Landesregierung die „MV Tourismus GmbH“ als neue Struktur aus dem Landeshaushalt so auskömmlich ausstattet, dass sie ihren zentralen Aufgaben der nationalen und internationale Vermarktung des Urlaubslandes sowie der strategischen Weiterentwicklung und strategisch-konzeptionellen Begleitung des Tourismus dauerhaft und wirksam nachkommen kann.
  • touristische Unternehmen, die mit deutlich gestiegenen Kosten für Energie, Waren, Rohstoffen und zunehmenden Arbeitskosten konfrontiert sind, bei politischen unterstützenden Maßnahmen berücksichtigt werden.
  • die Landesregierung transparente Fördermittelstrukturen für private und öffentliche touristische Investitionen schafft, die Teil einer gestaltenden Tourismuspolitik sind und adressatengerecht, unbürokratisch und bedarfsorientiert genutzt werden können.
  • die Landesregierung den rechtlichen Rahmen für liberale und tourismusgerechte Öffnungszeiten im Einzelhandel als Bestandteil der touristischen Nachfrage und Wertschöpfungskette gewährleistet.
  • die Landesregierung die Verkehrs- und Dateninfrastruktur so plant, errichtet und unterhält, dass „Anschluss und Erreichbarkeit“ der Tourismusdestinationen im Land sichergestellt sind.