Indirekte Auswirkungen: Klimawandel als Kosten- und Standortfaktor

Die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels beschränken sich jedoch nicht auf Schäden durch Extremwetter. Unternehmen können auch dann betroffen sein, wenn ihr eigener Standort von einem Ereignis verschont bleibt.
Veränderte Wetterbedingungen und zunehmende Klimarisiken können beispielsweise die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Vorprodukten beeinflussen. Produktionsausfälle bei Zulieferern, beschädigte Verkehrswege oder Unterbrechungen internationaler Lieferketten können zu Verzögerungen und zusätzlichen Kosten führen. Unternehmen sind deshalb zunehmend gefordert, ihre Lieferketten auf mögliche Klimarisiken zu überprüfen und widerstandsfähiger aufzustellen.
Auch Energie und Mobilität sind wichtige Faktoren. Steigende Temperaturen können den Energiebedarf für Kühlung erhöhen. Gleichzeitig können Veränderungen bei Energieangebot, Energiepreisen und Infrastruktur die Betriebskosten beeinflussen. Für Unternehmen mit hohem Energiebedarf oder eigenem Fuhrpark können sich dadurch zusätzliche wirtschaftliche Belastungen ergeben. In Westmecklenburg zählen hohe Energie- und Kraftstoffkosten bereits heute zu den wesentlichen Belastungsfaktoren der Unternehmen.
Hinzu kommen mögliche Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Häufigere und längere Hitzeperioden können insbesondere bei Tätigkeiten im Freien, in Produktionshallen, im Baugewerbe, in der Logistik oder in nicht ausreichend klimatisierten Arbeitsräumen zu einer zusätzlichen Belastung für Beschäftigte werden. Unternehmen müssen sich daher auch mit der Frage beschäftigen, wie Arbeitsplätze und Arbeitsorganisation an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden können.
Damit wird Klimaanpassung zu einer Frage der unternehmerischen Vorsorge und zunehmend auch der Standortqualität. Unternehmen müssen sich nicht nur fragen, ob ihr eigener Standort durch Hitze, Starkregen oder Trockenheit gefährdet ist. Ebenso wichtig ist die Frage, wie robust die eigene Infrastruktur, Energieversorgung, Logistik, Lieferkette und betriebliche Organisation gegenüber klimatischen Veränderungen sind.