10/2026: Wie bleiben unsere Innenstädte attraktiv?
Was macht eine Innenstadt attraktiv? Welche Rolle spielt der Einzelhandel dabei? Und wie können Stadtzentren mit dem Wandel großer Handelsstandorte umgehen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Handelsausschuss der IHK zu Schwerin bei seiner Sitzung am 28. Oktober 2026 in Grabow.
Innenstadt ist mehr als Einkaufen
Innenstädte waren lange Zeit ganz selbstverständlich zentrale Einkaufsorte. Heute entscheidet weit mehr als das Warenangebot über ihre Attraktivität. Handel, Gastronomie, Dienstleistungen, Kultur, Veranstaltungen, Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit wirken zusammen. Für den Einzelhandel ist diese Entwicklung Chance und Herausforderung zugleich: Eine attraktive Innenstadt zieht Menschen an und schafft Kundenfrequenz. Umgekehrt trägt ein vielfältiger Einzelhandel wesentlich dazu bei, dass sich der Besuch einer Innenstadt lohnt.
Wie sich diese Zusammenhänge in der Praxis zeigen, erlebten die Ausschussmitglieder bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Grabower Innenstadt. Anschließend gaben der stellvertretende Bürgermeister René Möller, Sandra Jürgens aus der Wirtschaftsförderung der Stadt sowie Unternehmer Stephan Krischke Einblicke in den Handelsstandort und seine Entwicklung.
Was kommt nach dem Kaufhaus?
Besonders deutlich zeigt sich der Strukturwandel am Verschwinden großer Kaufhäuser. Jahrzehntelang waren sie wichtige Einkaufsorte und Frequenzbringer. Durch ihre Größe und zentrale Lage prägten sie ganze Einkaufsstraßen und Quartiere.
Fällt ein solcher Standort weg, stellt sich deshalb mehr als die Frage nach einer neuen Nutzung der Verkaufsfläche. Vielmehr gilt es, die Entwicklung des gesamten Stadtzentrums in den Blick zu nehmen. In Grabow kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Neue Nutzungskonzepte müssen auch den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht werden.
Aktuelle Gesetzesvorhaben im Handel
Neben der Innenstadtentwicklung beschäftigte sich der Ausschuss mit aktuellen Gesetzesvorhaben, die den betrieblichen Alltag im Handel beeinflussen könnten.
Mit dem geplanten Zweiten Kassengesetz soll ab 2028 für weitere Unternehmen eine Pflicht zur Nutzung elektronischer Kassensysteme eingeführt werden. Auch eine Verpflichtung, neben Bargeld mindestens eine digitale Zahlungsmöglichkeit anzubieten, wird diskutiert. Für betroffene Betriebe könnten damit zusätzliche Investitionen und laufende Kosten verbunden sein. Beide Vorhaben befinden sich noch im Gesetzgebungsverfahren.
Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Die Diskussion in Grabow zeigte, wie eng die Zukunft der Innenstädte mit dem Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure verbunden ist. Handel, Immobilieneigentümer, Kommunen, Gastronomie und Dienstleister können gemeinsam dazu beitragen, Stadtzentren als attraktive Einkaufs- und Erlebnisorte weiterzuentwickeln. Der Austausch über Erfahrungen, neue Nutzungsideen und tragfähige Konzepte spielt dabei eine wichtige Rolle.
Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und den Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis leisten die Mitglieder des Handelsausschusses einen wichtigen Beitrag zur Interessenvertretung des regionalen Handels.
