Corinna Koch, Fachbüro für Baumgutachten und Baumbewertung GmbH

Das Fachbüro für Baumgutachten und Baumbewertung GmbH (FBB GmbH) von Corinna Koch aus Kloster Tempzin untersucht Bäume auf ihre Stand- und Bruchsicherheit, beurteilt Vitalität und Erhaltungswürdigkeit und erstellt Baumgutachten sowie Baumkataster und überwacht baumnahe Tiefbauarbeiten.
Dabei geht es längst nicht immer ums Fällen. Ziel ist auch, Risiken frühzeitig zu erkennen und Möglichkeiten zum Erhalt eines Baumes aufzuzeigen.
Für unsere Reihe „Gesichter der Wirtschaft“ haben wir Corinna Koch vier Fragen zu ihrem unternehmerischen Alltag gestellt.
Worauf sind Sie als Unternehmerin stolz?
Ich bin stolz, dass ich mit meiner Arbeit die Wirtschaft und dabei besonders Bauprojekte voranbringe. Bei Baumkontrollen helfe ich, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Menschenleben zu schützen, indem ich fundiert nachweise: Kann der Baum stehen bleiben oder nicht.
Was gehört bei Ihnen zum guten Handwerk einer Unternehmerin?
Respekt ist enorm wichtig! Ich arbeite viel mit Tiefbauern zusammen, die draußen bei jedem Wetter im Baugraben stehen und für die Allgemeinheit arbeiten. Ich achte hier sehr darauf, auf Augenhöhe zu erklären, warum wir baumnah so arbeiten und nicht anders. Und da muss man auch mal selbst Hand anlegen und zeigen, wie die Wurzel am besten erhalten werden kann. In solchen Momenten kommt dann oft die Ansage: „Das musst Du aber wirklich nicht selbst machen“. Aber ich mache es, weil: wenn ich nur klugscheißend danebenstehe, wenig erreiche.

Was dabei besonders wichtig ist: Man muss sich immer selbst treu bleiben und sich nicht von außen hineinreden lassen. Wenn man weiß, warum man was wie tut, kann einem nichts passieren.
Was frisst bei Ihnen die meiste Zeit?
Unkenntnis. Nicht zuhören können. Nicht kompromissfähig sein und alle Arbeiten auf den Auftragnehmer abwälzen. Das sind Dinge, die die Bürokratie nachhaltig fördern.

Wenn am Baum ein eindeutiges Symptom vorhanden ist, das als Versagenskriterium einzustufen ist – also etwa ein aggressiver Wurzelpilz sichtbar ist –, dann sagt der gesunde Menschenverstand: Fällen! Bevor etwas passiert. Stattdessen heißt es oft, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind. Oder: Vom Amt kommt, nach der Feststellung des Schadens am Baum, die Aufforderung, Bilder und eine kurze Beschreibung zu erstellen, damit sie nach Aktenlage entscheiden können. Rausfahren und selber hinschauen gehört dazu leider nicht.

Da denke ich immer: Schade um die Zeit.
Welchen Tipp würden Sie anderen Gewerbetreibenden geben?
Wenn man das tut, was man gerne macht; die Arbeit Freude bringt und man gerne zur Arbeit kommt, dann sollte man den Mut haben, seine Sache durchzuziehen. Wir sind in diesem Moment auf der richtigen Seite des Lebens, ehrlich und verantwortungsvoll. Und was in keinem Fall fehlen darf, ist ein gesunder Respekt vor den Mitmenschen, mit denen wir arbeiten, und vor der Aufgabe selbst.