Kapitel VI: Zukunftsfähige Mobilität sichern für leistungsfähige Verkehrsnetze, innovative Konzepte und verlässliche Angebote
Vertiefendes Forderungspapier
- Verkehrspolitische Positionen der IHKs in Mecklenburg-Vorpommern 2025 – Infrastruktur, Verkehr, Mobilität – verlässlich und planbar gestalten
- 40. Verkehrsnetze leistungsfähig, integriert und zukunftsfähig weiterentwickeln
Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität. Die überregionale Anbindung an Flughäfen, Häfen, Bundesfernstraßen und den Schienenfernverkehr ist ebenso sicherzustellen wie ein leistungsfähiges regionales Netz auf Straße, Schiene und Wasserstraße. Alle Verkehrsträger sind technologieoffen und entsprechend ihrer verkehrswirtschaftlichen Funktion weiterzuentwickeln. Neue Mobilitätsformen – von E-Mobilität über Wasserstoff, autonomes Fahren und intelligente Verkehrsteuerung bis hin zu Rad- und Abstellinfrastruktur – sind strategisch zu integrieren. Ziel ist die bessere Verknüpfung aller Verkehrsträger sowie die Reduzierung bestehender Engpässe und Nutzungskonflikte.
- 41. Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen und digitalisieren
Planungs- und Genehmigungsverfahren sind ein zentraler Engpass beim Infrastrukturausbau. Verfahren müssen beschleunigt, digitalisiert und personell wie finanziell ausreichend ausgestattet werden. Wirtschaft, Verbände, Öffentlichkeit und Bürgerinitiativen sind frühzeitig einzubinden, um Expertise zu nutzen und Akzeptanz zu schaffen. Vereinfachte Verfahren sind insbesondere bei Ersatz- und Ausbaumaßnahmen konsequent anzuwenden.
- 42. Regionalisierungsmittel verkehrsgebunden und wirkungsorientiert einsetzen
Regionalisierungsmittel sind konsequent für die Sicherung und Weiterentwicklung einer flächendeckenden, attraktiven Mobilität einzusetzen. Sie müssen dem gesamten öffentlichen Personenverkehr zugutekommen und nutzerorientierte, verlässliche Angebote ermöglichen.
- 43. Technologieoffene Mobilitätsinnovationen gleichberechtigt fördern
Neue Mobilitätskonzepte und Antriebstechnologien müssen gleiche Marktchancen erhalten. Batterie-, Wasserstoff-, synthetische und weitere alternative Antriebe sind technologieoffen zu fördern. Autonome Mobilität auf Straße und Schiene ist rechtlich, ordnungspolitisch und technisch abzusichern. Modellprojekte, Reallabore und Erprobungsflächen stärken regionale Kompetenzen. Auch Luftmobilität ist als Perspektive für Personen- und Güterverkehre in ländlichen Räumen mitzudenken.
- 44. Digitalisierung als Hebel für effiziente Mobilität nutzen
Digitale Vernetzung und intelligente Verkehrssteuerung erhöhen Effizienz, Sicherheit und Ressourcenschonung. Verkehrsdaten sind anonymisiert für Forschung und Wirtschaft bereitzustellen, um Innovationen zu ermöglichen. Digitale Mobilitätsplattformen verknüpfen Verkehrsträger, liefern Echtzeitinformationen und tragen zur Reduzierung von Emissionen bei.
- 45. ÖPNV stärken und Tarifverbund Westmecklenburg umsetzen
Westmecklenburg ist ein zusammenhängender Wirtschafts- und Lebensraum. Ein Tarifverbund Westmecklenburg – perspektivisch mit landesweiten und angrenzenden Anschlüssen – ist Voraussetzung für attraktive ÖPNV-Angebote als wichtiges Element der Daseinsvorsorge. Kapazitätsausbau, Taktverdichtungen und digitale Vertriebssysteme erhöhen die Nutzerfreundlichkeit. Angebote sind ganzjährig und für alle Zielgruppen auszurichten. Multimodale Knotenpunkte sind auszubauen. Die Verzahnung mit benachbarten Verkehrsverbünden wie HVV und NAH.SH ist langfristig sicherzustellen.
- 46. Verlässlichkeit des Bahnverkehrs sicherstellen
Ein leistungsfähiger und verlässlicher Bahnverkehr ist für Wirtschaft und Bevölkerung unverzichtbar. Kurzfristige Streckensperrungen, Angebotsstreichungen, Bauverzögerungen und technische Störungen beeinträchtigen die Standortattraktivität. Die Landesregierung muss gemeinsam mit Bund, Deutscher Bahn und weiteren Akteuren die Grundfunktionalität des Bahnverkehrs schnellstmöglich wiederherstellen und dauerhaft absichern.
- 47. Länderübergreifende Verkehrsprojekte mit Nachdruck umsetzen
Die Leistungsfähigkeit der Region hängt wesentlich von länderübergreifenden Verkehrsachsen ab. Das Land muss die Umsetzung der prioritären Projekte – insbesondere A14, A20/A28 sowie die Straßen- und Schienenanbindungen im Zuge der Fehmarnbeltquerung – aktiv vorantreiben. Geschlossene, leistungsfähige Verkehrsachsen sind Voraussetzung für die Stärkung Westmecklenburgs als Wirtschafts-, Logistik- und Transitstandort.
