Kapitel V: Ressourcenstärke entfalten für einen Klima- und Umweltschutz mit der Wirtschaft und einer stabilen, wettbewerbsfähigen Energieversorgung
Vertiefende Forderungspapiere
- Industriepolitischen Positionen „Industrieland Mecklenburg-Vorpommern 2030”
- 32. Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz partnerschaftlich gestalten
Klima- und Umweltschutz sowie nachhaltige Ressourcennutzung müssen gemeinsam mit der Wirtschaft umgesetzt werden. Transformation gelingt nur technologieoffen, praxisnah und marktwirtschaftlich tragfähig. Ressourcenschonende Wirtschaftsweisen sind gezielt als Innovations- und Wettbewerbschance zu nutzen und mit regionaler Wertschöpfung zu verbinden.
- 33. Forschung und technischen Fortschritt technologieoffen vorantreiben
Technischer Fortschritt ist ein zentraler Hebel für eine wirksame und wirtschaftlich tragfähige Klima- und Umweltpolitik. Forschung und Entwicklung sind gezielt auszubauen und technologieoffen zu fördern. Regionale Forschungs- und Entwicklungsprojekte – insbesondere in den Bereichen Energie, Umwelttechnik und intelligente Systeme – stärken Innovationskraft, Beschäftigung und Wertschöpfung im Land.
- 34. Smarte, resiliente und investitionsfreundliche Energieinfrastruktur sichern
Eine leistungsfähige, intelligente Energieinfrastruktur ist Voraussetzung für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Entwicklung. Netzausbau, Speichertechnologien, intelligente Steuerungssysteme und Sektorenkopplung sind konsequent voranzubringen. Der regulatorische Rahmen muss Investitionen ermöglichen, insbesondere durch eine angemessene Eigenkapitalverzinsung. Versorgungssicherheit bleibt dabei oberstes Leitprinzip.
- 35. Wasserstoffwirtschaft und sektorübergreifende Nutzung erneuerbarer Energien ausbauen
Mecklenburg-Vorpommern soll eine führende Rolle bei der Entwicklung einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft einnehmen. Erzeugung, Speicherung, Transport und Anwendung von Wasserstoff sowie darauf aufbauende industrielle Wertschöpfung sind gezielt im Land zu verankern.Erneuerbare Energien sind verstärkt direkt vor Ort für Power-to-X-Anwendungen zu nutzen, um Sektorenkopplung, Versorgungssicherheit und Effizienz zu stärken. Der Markthochlauf ist durch Pilotprojekte, technologieoffene und ressourcenschonende Infrastrukturen sowie eine Kombination aus zentralen und dezentralen Lösungen zu unterstützen. Übergangstechnologien können befristet einbezogen werden.
- 36. Erneuerbare Energien und Sektorenkopplung konsequent weiterentwickeln
Der Ausbau erneuerbarer Energien an Land und auf See ist verlässlich fortzusetzen. Interessen von Kommunen, Bürgern, Wirtschaft sind durch praktikable Ausgleichsmodelle zu berücksichtigen. Nutzungskonflikte sind frühzeitig durch verbindliche Raumpläne aufzulösen, um Akzeptanz zu sichern und wirtschaftliche, ökologische sowie touristische Interessen in Einklang zu bringen. Rechtssichere Rahmenbedingungen müssen Planungs- und Investitionssicherheit gewährleisten. Die Kombination mit dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung stärkt Effizienz und Versorgungssicherheit.
- 37. Wettbewerbsfähige Strompreise als Standortfaktor anstreben
International wettbewerbsfähige Strompreise sind Voraussetzung für Investitionen und industrielle Wertschöpfung. Die Stromsteuer ist auf das europäische Mindestniveau abzusenken. Zusätzliche Belastungen, insbesondere beim Eigenverbrauch, sind abzubauen. Lokal überschüssiger Strom ist konsequent zu nutzen und in speicherfähige Energieformen umzuwandeln, um den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft zu ermöglichen.
- 38. Netzausbaukosten bundesweit fair verteilen
Die Kosten des Netzausbaus dürfen nicht zu regionalen Wettbewerbsnachteilen führen. Sie sind bundesweit gerecht über alle Spannungsebenen zu verteilen. Regionen mit hoher Bedeutung für die Energiewende dürfen wirtschaftlich nicht benachteiligt werden.
- 39. Resiliente und ressourceneffiziente Räume entwickeln
Anpassungsfähigkeit, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft sind zentrale Voraussetzungen für eine zukunftsfähige wirtschaftliche Entwicklung. Umwelt- und Klimaschutz sind dabei konsequent mit wirtschaftlicher Nutzung zu verbinden, um Synergien zu heben und regionale Wertschöpfung zu stärken. Ländliche wie urbane Räume sind durch einen nachhaltigen Umgang mit Landschaften, Böden, Wasser und Biodiversität gezielt zu stärken. Innovationen, Start-ups, Netzwerke und Pilotprojekte zur Kreislaufwirtschaft sind auszubauen, regionale Recycling- und Sekundärrohstoffmärkte zu entwickeln und durch einheitliche Qualitätsstandards zu stützen. Leitgedanke soll sein, auf verfügbaren Flächen eine konsequente Mehrfachnutzung zu ermöglichen, um sie effizient zu nutzen. Die öffentliche Hand soll diese Entwicklung durch ihre Beschaffungs- und Baupolitik aktiv vorleben.
