Kapitel VII: Innovationen ermöglichen für technologieoffene Förderungen, praxisnahe Verfahren und exzellente Forschungs- und Kooperationsstrukturen
Vertiefendes Forderungspapier
- Industriepolitischen Positionen „Industrieland Mecklenburg-Vorpommern 2030”
- 5G - Digitale Infrastruktur als Innovationstreiber im ländlichen Raum
- 48. Technologischen Wandel aktiv und verantwortungsvoll gestalten
Immer kürzere Innovationszyklen erfordern die kontinuierliche Anpassung von Organisations- und Produktionsprozessen sowie die aktive Einbindung der Beschäftigten. Chancen, Risiken und Grenzen neuer Technologien sind transparent darzustellen – auch im öffentlichen Raum. Politik und Verwaltung sollen technologische Entwicklungen sachorientiert begleiten, gemeinsam mit der Wirtschaft praxistaugliche Lösungen entwickeln und den gezielten Einsatz zukunftsorientierter Fördermittel sicherstellen.
- 49. Unternehmergeist und Nachfolge systematisch stärken
Unternehmerisches Handeln erfordert Mut, Verantwortung und gesellschaftliche Wertschätzung. Praxisnaher Wirtschaftsunterricht, Gründungsbeispiele, geeignete Qualifizierungsangebote sowie die Nutzung bestehender Inkubatorstrukturen sind gezielt auszubauen. Hochschulabsolventinnen und -absolventen müssen bessere Rahmenbedingungen für Ausgründungen und Unternehmensnachfolgen erhalten. Betriebswirtschaftliche Weiterbildung ist als zentrale Grundlage des unternehmerischen Erfolgs zu stärken.
- 50. Startup-Ökosystem MV gezielt stärken
Ein leistungsfähiges Startup-Ökosystem erfordert Kapital, Talente, Netzwerke, Infrastruktur, verlässliche Rechtsrahmen und eine offene Innovationskultur. Fokuszentren und Leuchttürme mit überregionaler Strahlkraft sind gezielt aufzubauen und durch geeignetes Marketing sichtbarer werden. Startups sollen bei öffentlichen Ausschreibungen gleichberechtigt berücksichtigt werden. Das Land muss Innovation und Unternehmertum offensiv vermarkten, um Gründer, Investoren und Partner zu gewinnen. Netzwerke zwischen Startups, etablierten Unternehmen, Forschung und Kapitalgebern sind systematisch auszubauen. Klare, messbare Ziele zur Erfolgskontrolle von Startup-Maßnahmen sind festzulegen und regelmäßig zu überprüfen.
- 51. Zukunftstechnologien technologieoffen und praxisnah fördern
Themen wie Künstliche Intelligenz, Daten- und Quantentechnologien, IT-Sicherheit, Robotik, Plattformökonomien und biobasierte Materialien bieten erhebliche Potenziale für die regionale Wirtschaft. Das Land soll internationale Kooperationen – insbesondere im Ostseeraum – ausbauen, bestehende Kompetenzen sichtbar machen und ein leistungsfähiges digitales Innovationsökosystem entwickeln. Transferinstitute, wirtschaftsnahe Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie steuerliche Forschungsförderung sind branchenoffen und KMU-gerecht auszugestalten. Förderprogramme müssen auch innovationsgetriebene Geschäftsmodelle mit unsicherem Ausgang ermöglichen.
- 52. Regionale Kompetenzen für Schlüsseltechnologien gezielt ausbauen
Der Aufbau, Erhalt und Transfer von Wissen sind zentrale Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit. Schwerpunkte liegen auf Digitalisierung, Automatisierung, Datenanalyse, IT-Sicherheit, Life Science und Künstlicher Intelligenz. Die gesellschaftliche Akzeptanz neuer Technologien ist durch transparente Kommunikation ihres Nutzens für Umwelt, Gesundheit und Daseinsvorsorge zu stärken. Bildungs- und Qualifizierungsangebote sind über alle Altersgruppen hinweg weiterzuentwickeln.
- 53. „Triple Helix +“ als Innovationsmotor etablieren
Die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung ist systematisch auszubauen und um Öffentlichkeit, Umwelt und Nachhaltigkeit zu ergänzen. Transferinstitute, Technologieparks und intermediäre Einrichtungen sind als zentrale Austausch- und Entwicklungsräume zu stärken. Vorgründungsphasen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind zu etablieren. Meilensteine sind als Erfolgskriterium anzuerkennen, um auch disruptive Innovationen zu ermöglichen. Durch die Schaffung von Technologie-Startups mit internationaler Strahlkraft (Leuchttürme) sollen weitere Gründer inspiriert, die Aufmerksamkeit von Investoren erhöht und das regionale Startup-Ökosystem auf ein neues Level gehoben werden.
- 54. Innovations- und Bildungsstandort Westmecklenburg profilieren
Der Hochschul- und Forschungsstandort ist breiter aufzustellen, besser zu vernetzen und national wie international sichtbarer zu machen. Bestehende Einrichtungen sind gezielt auszubauen und strategisch zu ergänzen. Besonders in Ludwigslust-Parchim und Schwerin müssen die Hochschulangebote und eine entsprechende soziale Infrastruktur mit auf Unternehmensthemen fokussierte Schwerpunkten sichtbar werden. Schwerpunkte liegen unter anderem in Holz- und Ernährungswirtschaft, Energie, Mobilität, Logistik, Robotik/Automatisierung sowie Gesundheitswirtschaft und Life Science.
- 55. Glasfaserausbau konsequent beschleunigen
Eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur ist Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung, Wohnen und Arbeiten, Landwirtschaft und Tourismus. Bestehende Ausbaugebiete sind zügig anzuschließen, insbesondere an Gewerbe- und Industriestandorten. Ausbauprozesse sind zu beschleunigen und Kommunen sowie Unternehmen umfassend zu unterstützen.
- 56. Mobilfunkversorgung flächendeckend sicherstellen
Funklöcher und Lücken im LTE-Netz sind schnellstmöglich zu schließen. Der eigenwirtschaftliche Ausbau der Netzbetreiber ist wirksam mit der Infrastrukturgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern zu verzahnen. Geplante Mobilfunkstandorte sind zügig umzusetzen. Die Auswirkungen der 2G-Abschaltung auf ländliche Räume sind eng zu begleiten.
- 57. 5G-Ausbau strategisch und flächendeckend vorantreiben
5G ist als Grundlage moderner digitaler Anwendungen landesweit zügig auszubauen. Frequenzvergaben müssen die prioritäre Erschließung ländlicher Räume sicherstellen. Mecklenburg-Vorpommern soll eine abgestimmte 5G-Strategie entwickeln und deren Umsetzung aktiv steuern.
