Kapitel VIII: Finanzierung zukunftsweisend ausstatten für eine solide und nachhaltige Finanzierungsbegleitung von Unternehmen
Vertiefendes Forderungspapier:
- Industriepolitischen Positionen „Industrieland Mecklenburg-Vorpommern 2030”
- 58. Öffentliche Finanzierungsinstrumente praxisnah und digital weiterentwickeln
Unternehmen benötigen verlässliche, bedarfsgerechte öffentliche Finanzierungsinstrumente wie Bürgschaften, Fonds und Förderprogramme. Diese sind konsequent zu vereinfachen, digital abzubilden und mit ausreichenden Mitteln auszustatten. Die Vielzahl der Programme ist branchen- und technologieoffen zu bündeln. Antrags- und Abrechnungsprozesse müssen transparent, effizient und nutzerfreundlich gestaltet werden. Digitalisierungsförderungen sind ausdrücklich auch für Kleinstbetriebe durch eine Reduzierung der Mindestinvestitionshöhe zugänglich zu machen, etwa zur Stärkung digitaler Geschäftsprozesse oder zum Schutz vor Cyberkriminalität.
- 59. Zugang zu privatem Beteiligungskapital systematisch verbessern
Gründungen, Ausgründungen und Unternehmensnachfolgen benötigen ein attraktives Umfeld für private Entwicklungs- und Beteiligungsfinanzierungen. Das Land soll geeignete Strukturen schaffen, die Unternehmen und nationale wie internationale Kapitalgeber transparent, vertrauensvoll und wettbewerbserhaltend zusammenführen. Dabei sind gezielt Anreize zu setzen und erfolgreiche Modelle aus anderen Bundesländern, wie Bayern und Sachsen, zu adaptieren. Konsortialfinanzierungen über professionell begleitete Fondsstrukturen sind zu ermöglichen, um privates Kapital wirksam zu mobilisieren.
- 60. Startup-Finanzierung stärken und Wachstum ermöglichen
Startups verfügen häufig über unzureichende Eigenmittel, wodurch Wachstumschancen ungenutzt bleiben. Neben der bestehenden Frühphasenförderung ist ein landesweiter Scale-up-Fonds einzurichten, der Unternehmen nach dem Markteintritt gezielt bei der Skalierung unterstützt. Die öffentliche Risikokapitalförderung ist auf Equity-Finanzierungen auszurichten, um private Investoren einzubinden und Anschlussfinanzierungen zu erleichtern. Förderprogramme müssen kombinierbar, technologieoffen und auf risikoreiche Innovationsvorhaben ausgelegt sein, um auch disruptive Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Bestehende Erfahrungen und Akteure sind dabei gezielt einzubeziehen. Die Position des Landes gegenüber privaten Kapitalgebern ist aktiv zu stärken.
- 61. Unternehmensnachfolgen finanziell und strukturell absichern
Die Unternehmensnachfolge ist ein zentrales Thema der Mittelstandssicherung. Landesprogramme zur Nachfolgeregelung sind branchenoffen zu gestalten dauerhaft zu sichern, weiterzuentwickeln und ausreichend zu finanzieren. Die Nachfolgezentrale Mecklenburg-Vorpommern ist langfristig als zentrale Anlaufstelle partnerschaftlich zu stärken, um Unternehmen und potenzielle Nachfolger effizient zusammenzuführen.
- 62. Unterstützungsangebote für Klein- und Kleinstunternehmen ausbauen
Klein- und Kleinstunternehmen benötigen passgenaue Finanzierungsinstrumente in allen Unternehmensphasen. Personen, die einen Betrieb in MV gründen oder übernehmen wollen, sollen in der Vorbereitung des Vorhabens unterstützt werden. Mikrodarlehen, und revolvierende Fonds aus Strukturfondsmitteln sind gezielt weiterzuentwickeln. Bestehende Förderprogramme und Infrastrukturen für Gründungen müssen beibehalten und eventuell an aktuelle Bedarfe angepasst werden. Förderangebote unterhalb der GRW-Schwelle müssen insbesondere im ländlichen Raum wirksam greifen. Kommunale Ansiedlungs- und Innenstadtprogramme können gezielt ergänzt werden, um wirtschaftliche Impulse vor Ort zu setzen.
