Kapitel IV: Fachkräfte-Infrastruktur ausbauen für eine Fortentwicklung der gesamten Region als attraktiver Arbeits- und Lebensmittelpunkt
Vertiefende Forderungspapiere
- Industriepolitischen Positionen „Industrieland Mecklenburg-Vorpommern 2030”
- Positionen der IHK zu Schwerin zur Fach- und Arbeitskräftesicherung
- 26. Rahmenbedingungen für flexibles und modernes Arbeiten schaffen
Flexibles, orts- und zeitunabhängiges Arbeiten ist ein zentraler Faktor für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit sowie für die Attraktivität des Standorts. Voraussetzung sind eine leistungsfähige digitale Infrastruktur und ein arbeitsrechtlicher Rahmen, der betriebliche und individuelle Lösungen ermöglicht. Arbeitszeitregelungen sind praxisnah auszugestalten und auf das notwendige Maß zu begrenzen, insbesondere in saisonalen, dienstleistungs- und kundenorientierten Branchen.
- 27. Öffentliche Fachkräfteförderung bündeln und strategisch steuern
Die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften erfordert koordinierte Maßnahmen auf Landes- und regionaler Ebene. Marketingkampagnen, Rückkehrer- und Pendlerformate sowie nationale und internationale Akquiseaktivitäten sind bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und dauerhaft zu finanzieren. Doppelstrukturen sind zu vermeiden. Eine klare fachliche und organisatorische Federführung ist sicherzustellen. Die Wirtschaft ist als Partner frühzeitig einzubinden.
- 28. Fachkräfte gezielt willkommen heißen und integrieren
Mecklenburg-Vorpommern muss qualifizierte Fachkräfte aktiv gewinnen, begleiten und langfristig binden. Ausländerbehörden und Anerkennungsstellen sind zu verlässlichen Partnern der Unternehmen weiterzuentwickeln und müssen einheitliche, zügige Verfahren nach dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz sicherstellen. Eine gelebte Willkommenskultur für Fachkräfte und ihre Familien ist als Standortfaktor zu stärken. Unterstützende Strukturen wie Welcome-Center tragen wesentlich zur Integration und Orientierung bei.
- 29. Fachkräfte- und Standortmarketing strategisch ausbauen
Erfolgreiche unternehmerische Beispiele und Karriereperspektiven aus Mecklenburg-Vorpommern sind national und international sichtbar zu machen. Ein abgestimmtes Vorgehen regionaler, landesweiter und nationaler Akteure erhöht Reichweite und Wirksamkeit. Ziel ist die nachhaltige Positionierung des Landes als attraktiver Standort zum Leben, Arbeiten und Studieren.
- 30. Attraktive Alltagsinfrastruktur für Fachkräfte sicherstellen
Fachkräfte benötigen verlässliche Rahmenbedingungen im Alltag. Dazu gehören eine leistungsfähige Verkehrs- und Digitalinfrastruktur, bedarfsgerechte Betreuungsangebote für Kinder und Pflegebedürftige, gut erreichbare Nahversorgung und Naherholung sowie eine qualitativ hochwertige, flächendeckende Gesundheitsversorgung. Angebote des öffentlichen Nahverkehrs sind mit Arbeits- und Betreuungszeiten besser zu verzahnen, um die Vereinbarkeit von Privat- und Erwerbsleben in allen Familienformen zu erleichtern.
- 31. Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention stärken
Die Gesundheit der Beschäftigten ist ein wesentlicher Faktor der Fachkräftesicherung. Prävention, sektorenübergreifende Gesundheitsangebote und innovative Maßnahmen sind gemeinsam mit der Wirtschaft auszubauen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Kleinstbetriebe benötigen passgenaue Unterstützung. Der Zugang zu Angeboten ist unbürokratisch zu gestalten. Bestehende Maßnahmen sind zu koordinieren und regelmäßig zu evaluieren, um ihre Wirksamkeit nachhaltig zu erhöhen.
