Digitaler Gewerbesteuerbescheid: Weniger Papier, weniger Aufwand für Unternehmen
Gewerbesteuerbescheide digital empfangen und einfacher verarbeiten: Der digitale Gewerbesteuerbescheid erleichtert Unternehmen und Steuerberatungen die Bearbeitung ihrer Steuerangelegenheiten. Statt per Post kann der Bescheid elektronisch bereitgestellt und mit geeigneter Software automatisch weiterverarbeitet werden. Das spart Zeit, reduziert den Verwaltungsaufwand und erleichtert die digitale Archivierung.
Ihre Vorteile auf einen Blick
- Zeit sparen: Gewerbesteuerbescheide können elektronisch empfangen werden. Der Postweg und die manuelle Erfassung von Daten entfallen.
- Einfacher verarbeiten: Die strukturierten Bescheiddaten lassen sich in geeignete Buchhaltungs- und Steuerprogramme übernehmen.
- Digital verwalten: Bescheide können elektronisch abgelegt, durchsucht und für die weitere Bearbeitung genutzt werden.
Gerade Unternehmen mit mehreren Betriebsstätten profitieren von einer einheitlichen und effizienteren Verarbeitung ihrer Gewerbesteuerbescheide.
So funktioniert der digitale Gewerbesteuerbescheid
Der digitale Gewerbesteuerbescheid wird wie bisher von der zuständigen Kommune auf Grundlage des vom Finanzamt festgesetzten Gewerbesteuermessbetrags erstellt. Neu ist die elektronische Bekanntgabe über die ELSTER-Infrastruktur.
Der Bescheid wird im Format PDF/A-3 bereitgestellt. Neben dem lesbaren PDF-Dokument enthält er einen eingebetteten XML-Datensatz, der eine maschinelle Weiterverarbeitung ermöglicht.
In drei Schritten zum digitalen Gewerbesteuerbescheid:
- Elektronische Bekanntgabe auswählen: Unternehmen können bei Abgabe ihrer Gewerbesteuererklärung über Mein ELSTER oder eine geeignete Steuersoftware den Wunsch nach elektronischer Bekanntgabe angeben.
- Digitalen Bescheid erhalten: Verfügt die zuständige Kommune über die erforderliche technische Anbindung und liegen die weiteren Voraussetzungen vor, wird der Gewerbesteuerbescheid elektronisch über die ELSTER-Infrastruktur bereitgestellt. Der Empfang erfolgt über das Postfach von „Mein Unternehmenskonto“ oder das entsprechend vorgesehene elektronische Postfach.
- Bescheid digital verarbeiten: Unternehmen können den bereitgestellten Bescheid elektronisch abrufen und die enthaltenen Daten mit geeigneter Buchhaltungs- oder Steuersoftware weiterverarbeiten.
Wichtig: Noch nicht alle Kommunen können digitale Gewerbesteuerbescheide versenden. Unternehmen können ihren Wunsch nach elektronischer Bekanntgabe jedoch bereits bei der Steuererklärung angeben.
Mecklenburg-Vorpommern: Immer mehr Kommunen beteiligen sich
Die Einführung des digitalen Gewerbesteuerbescheids schreitet auch in Mecklenburg-Vorpommern voran.
Nach Angaben des Projektteams beteiligen sich mittlerweile 206 Kommunen am Projekt. Davon befinden sich 64 Kommunen in der Testphase. 25 Kommunen haben bereits erfolgreich einen digitalen Gewerbesteuerbescheid versendet (Stand: Oktober 2026).
Dazu gehören unter anderem die Landeshauptstadt Schwerin, die Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie die Ämter Bergen auf Rügen, Jarmen-Tutow und Rostocker Heide.
Bundesweit haben bereits 549 Kommunen erfolgreich digitale Gewerbesteuerbescheide versendet.
Die Einführung erfolgt schrittweise. Als produktiv gelten Kommunen bereits dann, wenn sie mindestens einen digitalen Echt-Bescheid erfolgreich versendet haben.
Jetzt auf die elektronische Bekanntgabe vorbereiten
Sie möchten Ihre Gewerbesteuerbescheide künftig digital erhalten? Geben Sie den entsprechenden Bekanntgabewunsch bei Ihrer nächsten Gewerbesteuererklärung an.
Weitere Informationen zum Verfahren, zu den Voraussetzungen und zum aktuellen Umsetzungsstand finden Sie auf der offiziellen Projektseite.
Weiterführende Informationen:
