Norddeutsche IHK-Frauennetzwerke im Austausch: Die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Norden

Am 12. und 13. Mai 2026 kamen die norddeutschen IHK-Frauennetzwerke auf Einladung der Handelskammer Bremen in Bremerhaven zusammen. Neben dem persönlichen Austausch und der Vernetzung standen die wirtschaftlichen Perspektiven Norddeutschlands im Mittelpunkt. Ein besonderes Highlight war die Fishbowl-Diskussion unter dem Titel „Come to where the power is“, an der auch unsere Hauptgeschäftsführerin teilnahm.
Diskutiert wurde, wohin sich der Norden als Wirtschaftsregion entwickelt und welche Chancen sich insbesondere in den Bereichen Energie, Sicherheit und Außenhandel bieten.
Dabei wurde deutlich: Norddeutschland ist weit mehr als eine Transitregion. Mit seinen Potenzialen bei erneuerbaren Energien, Wasserstoffwirtschaft und maritimer Infrastruktur kann der Norden eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und Europas einnehmen. Voraussetzung dafür sind unter anderem schnellere Genehmigungsverfahren, ein konsequenter Netzausbau und verlässliche Investitionsbedingungen für die Industrie.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Bedeutung der norddeutschen Seehäfen für die gesamte deutsche Wirtschaft. Insbesondere die exportstarken Industrieregionen Süddeutschlands sind auf leistungsfähige Häfen und funktionierende Hinterlandanbindungen angewiesen. Die Seeverkehrsprognose 2040 der IHK Nord unterstreicht diese enge Verflechtung: Während die Mengen des seewärtigen Außenhandels perspektivisch zurückgehen, steigt sein Warenwert bis 2040 voraussichtlich um rund 47 Prozent. Die Häfen werden damit zunehmend zu wichtigen Drehscheiben für hochwertige Industriegüter und industrielle Wertschöpfung.
Auch die geopolitische Lage rückt die Bedeutung resilienter Infrastruktur und stabiler Lieferketten stärker in den Fokus. Häfen, Energienetze und Transportkorridore sind längst nicht mehr nur wirtschaftliche Faktoren, sondern auch zentrale Bausteine der Versorgungssicherheit und strategischen Unabhängigkeit.
Die zentrale Botschaft der Diskussion: Energie braucht Wirtschaft – und Wirtschaft braucht Sicherheit. Der Norden verfügt über hervorragende Voraussetzungen, um seine Bedeutung als Wirtschafts- und Zukunftsregion weiter auszubauen. Entscheidend ist, diese Potenziale gemeinsam zu nutzen und die dafür notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.