Den Osten neu kennenlernen: Ein Jahr in Mecklenburg-Vorpommern
Düster, frustriert, rechts, wirtschaftlich abgehängt – die Klischees über Ostdeutschland halten sich hartnäckig. Auch unsere Hauptgeschäftsführerin Lisa Haus wurde mit entsprechenden Warnungen konfrontiert, als sie vor einem Jahr von Rheinhessen nach Schwerin wechselte.
Ralf Heidenreich vom Wiesbadener Kurier hat mit ihr darüber gesprochen, welche Erfahrungen sie seitdem gemacht hat. Wie viel ist dran an den verbreiteten Vorurteilen? Wie erlebt sie die Menschen vor Ort? Und wie lebt und arbeitet es sich in Mecklenburg-Vorpommern?
Ihr Fazit nach einem Jahr: Den Osten gibt es nicht.
Das zeigt sich sowohl in der wirtschaftlichen Realität als auch im Selbstverständnis der Menschen. Gerade in Mecklenburg prägen die Häfen und die Nähe zu Hamburg den Blick nach Westen. Viele Menschen verstehen sich daher stärker als Norddeutsche denn als Ostdeutsche.
Auch die anfänglichen Warnungen haben sich für Lisa Haus schnell als unbegründet erwiesen. Stattdessen erlebt sie in ihrem Umfeld Weltoffenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sowie ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl.
Eine westdeutsche Überheblichkeit hält sie deshalb für unangebracht. Denn die wirtschaftlichen Herausforderungen betreffen nicht allein Ostdeutschland, sondern das gesamte Land. Entscheidend ist, diese Probleme überall entschlossen anzugehen.
Für Lisa Haus persönlich hat sich mit dem Wechsel nach Mecklenburg-Vorpommern auch eine wichtige Überzeugung bestätigt:
„Den Horizont zu erweitern und etwas zu wagen, ist wichtig im Leben.“
