Das IHK-Magazin WIKO
Nr. 7129690
3 min Lesezeit
Feld aus der Vogelperspektive mit Schienenführung

Schieneninfrastruktur

Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung. Für Unternehmen in Westmecklenburg sind zuverlässige Bahnverbindungen entscheidend – sowohl für den Güterverkehr als auch für die Mobilität von Fachkräften. Deshalb investiert die Deutsche
Bahn umfangreich in die Infrastruktur Mecklenburg-Vorpommerns. Neben dem Ausbau von Strecken und Bahnhöfen gewinnt insbesondere die Digitalisierung der Schiene an Bedeutung.
„Die Schieneninfrastruktur ist ein wesentlicher Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region. Mit unseren Projekten schaffen wir die Voraus
setzungen für mehr Leistungsfähigkeit, eine höhere Betriebsqualität und eine langfristig stärkere Anbindung des Wirtschaftsstandortes Westmecklenburg“, sagt Sylvia Lischke, Portfolioleiterin Schwerin/Neustrelitz, DB InfraGO.

Vergangenheit: Grundlagen für die Zukunft

In den vergangenen Monaten wurden wichtige Modernisierungsprojekte umgesetzt. Im Zuge der Generalsanierung Hamburg–Berlin sowie auf den
Zulaufstrecken über Schwerin Süd, Holthusen und Hagenow Land wurden Gleise, Weichen und technische Anlagen erneuert.
Ein bedeutender Meilenstein war die Modernisierung der Strecke Ludwigslust–Parchim. Seit Juni 2026 ist die Strecke wieder in Betrieb. Sie wurde für Geschwindigkeiten bis 100 km/h ausgebaut und verfügt über modernisierte Bahnübergänge, Leit- und Sicherungstechnik sowie barrierefreie Stationen.
Auch im Rostocker Seehafen wurde mit der Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks „Roter Riese“ ein erster wichtiger Schritt vollzogen. Die neue Anlage ersetzt zukünftig sieben ältere Stellwerke und ist Teil eines mehr als 300 Millionen Euro umfassenden Modernisierungsprogramms für den Hafenstandort.
Sylvia Lischke ist stolz auf ihr Team, das mit Engagement und Expertise die Projekte in Mecklenburg-Vorpommern (MV) managt. Es bedarf viel Verständnis und Geduld von allen Betroffenen. So Sylvia Lischke: „Uns ist bewusst, dass die Vielzahl an Baumaßnahmen aktuell eher zu Einschränkungen und Beeinträch tigungen im Bahnverkehr führen. Wir setzen alles daran, diese für die Wirtschaft und unsere Kunden so
gering wie möglich zu gestalten.“

Gegenwart: Ausbau und Digitalisierung

Aktuell steht die Ausbaustrecke Lübeck–Schwerin im Mittelpunkt. Das Projekt umfasst die Elektrifizierung der Strecke Lübeck–Bad Kleinen, den Neubau der Verbindungskurve bei Gallentin, die Modernisierung von Bahnhöfen sowie den Bau digitaler und elektronischer Stellwerke. Die Deutsche Bahn ist ein wichtiger Arbeitgeber insbesondere für Ingenieure und Spezialisten des Bausektors in MV. Als modernes Wirtschaftsunternehmen ist die Digitalisierung der Infrastruktur besonders wichtig. Moderne Stellwerkstechnik erhöht die Zuverlässigkeit, verbessert die Betriebssteuerung und schafft
zusätzliche Kapazitäten auf bestehenden Strecken.

Zukunft: Das digitale Bahnnetz entsteht

Bis 2028 soll die elektrifizierte Ausbaustrecke Lübeck–Schwerin einschließlich neuer Stellwerkstechnik in Betrieb gehen. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Kapazitäten für den Personen- und Güterverkehr. Mecklenburg-Vorpommern nimmt bei der Digitalisierung der Schiene bereits heute eine Vorreiterrolle ein. Nach dem ersten Digitalen Stellwerk in Warnemünde wurde 2025 in Rostock-Bramow erstmals eine bestehende digitale Stellwerkstechnik erweitert. Damit wird die Strecke zwischen Rostock und Warnemünde digital gesteuert. Künftig werden weitere Strecken mit Digitalen Stellwerken, moderner Leit- und Sicherungstechnik sowie dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS ausgestattet.
Regionaler Schwerpunkt liegt zunächst im Netzbezirk Rostock. Dort entstehen in Rövershagen, Bentwisch und Pölchow neue digitale Stellwerke, moderne Telekommunikations- und Energieanlagen. Dadurch werden Kapazität, Zuverlässigkeit und Betriebsqualität des Bahnnetzes weiter verbessert.

Fazit

Ob Elektrifizierung, moderne Bahnhöfe, digitale Stellwerke oder leistungsfähige Hafenlogistik – die aktuellen Investitionen stärken die Wettbewerbs
fähigkeit Mecklenburg-Vorpommerns nachhaltig. Sie verbessern die Erreichbarkeit von Standorten, schaffen bessere Bedingungen für Unternehmen und unterstützen klimafreundliche Mobilität. Für Westmecklenburg bedeutet dies mehr Mobilität, verlässliche Logistikketten und eine stärkere Anbindung an die Wirtschaftsräume Hamburg, Berlin und die Ostseeregion. Digitalisierung wird dabei zum entscheidenden Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort der Zukunft.
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