Das IHK-Magazin WIKO
Nr. 7129672
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A14 östl. RiFa Bauwerk über den Aland

Lückenschluss erst 2032

Die Nordverlängerung der Autobahn A 14 zwischen Magdeburg, Wittenberge und Schwerin zählt mit einer Gesamtlänge von rund 155 Kilometern zu den größten Verkehrsinfrastrukturprojekten Ostdeutschlands. Seit dem Baustart im November 2011 soll eine leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung entstehen, von der 97 Kilometer durch Sachsen-Anhalt, 32 Kilometer durch Brandenburg und 26 Kilometer durch Mecklenburg-Vorpommern verlaufen.
Ende Juni wurde mit der Freigabe des 6,8 Kilometer langen Abschnitts zwischen Lüderitz und Stendal-Süd (Sachsen-Anhalt) ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Damit stehen inzwischen rund 36 Kilometer Autobahn zwischen Wolmirstedt und Stendal-Süd durchgängig für den Verkehr zur Verfügung. Zuvor waren bereits die Teilstücke Wolmirstedt–Colbitz (2014), Colbitz–Tangerhütte (2020) und Tangerhütte–Lüderitz (2023) fertiggestellt worden.
Parallel schreiten die Arbeiten auf weiteren Abschnitten voran. An der Ortsumfahrung Stendal sowie zwischen Stendal-Mitte und Osterburg wird gebaut, die Fertigstellung wird derzeit für 2028 erwartet. Zwischen Seehausen-Nord (Sachsen-Anhalt) und Wittenberge (Brandenburg) entsteht zudem die neue Elbquerung. Der Abschnitt soll im August zunächst als Umfahrung der Bundesstraße B189 freigegeben werden, ehe er später vollständig in die A 14 integriert wird.
Ein weiterer Meilenstein wurde Ende Juni mit dem Baustart des rund 18 Kilometer langen Abschnitts Wittenberge–Karstädt in Brandenburg erreicht. Dieser Abschnitt war der letzte noch nicht begonnene Bauabschnitt im brandenburgischen Teil der Nordverlängerung. Als letzte große Herausforderung gilt weiterhin der Abschnitt Osterburg–Seehausen-Nord in Sachsen-Anhalt. Zwar besteht dort bereits seit 2022 Baurecht, der Baustart verzögert sich jedoch weiterhin aufgrund ökologischer Auflagen, notwendiger Leitungsverlegungen und archäologischer Untersuchungen. Das Bundesverkehrsministerium rechnet deshalb inzwischen mit einer vollständigen Fertigstellung des Lückenschlusses im Jahr 2032 – zwei Jahre später als zuletzt geplant. Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt belaufen sich nach aktueller Planung auf rund 2,3 Milliarden Euro.
Für Mecklenburg-Vorpommern bleibt die A 14 von herausragender Bedeutung. Während die Autobahn im Land bereits vollständig fertiggestellt ist, verbessert die weitere Nordverlängerung künftig die Anbindung Westmecklenburgs an Mitteldeutschland, stärkt die Erreichbarkeit der Seehäfen und schafft leistungsfähigere Verkehrswege für Unternehmen, Pendler und den Güterverkehr. Insbesondere für die Wirtschaft in der Region bedeutet die durchgängige Verbindung einen wichtigen Standortvorteil durch bessere Erreichbarkeit, kürzere Transportwege und eine stärkere Verknüpfung der nord
deutschen Wirtschafts- und Logistikstandorte.

Fehmarnbelt-Tunnel: Erster Meilenstein erreicht - Neuer Zeitplan im Herbst erwartet

Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark hat wichtige Fortschritte gemacht. Beim ersten gemeinsamen Baustellenbesuch informierten sich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, seine dänische Amtskollegin Signe Munk und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen über den aktuellen Stand des grenzüberschreitenden Infrastrukturprojekts. Auf deutscher Seite sind rund 90 Prozent der etwa 600 Meter langen künftigen Tunneleinfahrt bei Puttgarden bereits fertiggestellt. Auf der dänischen Seite bei Rødbyhavn läuft die Produktion der insgesamt 89 Tunnelelemente weiter. Das erste der 217 Meter langen und rund 73.500 Tonnen schweren Elemente wurde Anfang Mai erfolgreich abgesenkt, Ende Juni folgte das zweite Element. Damit liegen inzwischen die ersten rund 500 Meter des künftig 18 Kilometer langen
Absenktunnels auf dem Meeresboden.
Parallel zum Baufortschritt bleibt der Zeitplan eine Herausforderung. Die ursprünglich für 2029 geplante Fertigstellung wird sich voraussichtlich verschieben. Gründe sind unter anderem Verzögerungen beim Tunnelbau, bei der Bereitstellung spezieller Technik sowie bei der deutschen Hinterlandanbindung. Im Herbst wollen Deutschland und Dänemark weitere Gesprächen führen und einen aktualisierten Zeitplan für das
Gesamtprojekt vorlegen.
Entscheidend für die volle Wirkung der Querung ist die Anbindung auf deutscher Seite: Dazu gehören der Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Lübeck–Puttgarden sowie der neue Fehmarnsund-Tunnel. Während die Straßenanbindung über die B207 voraussichtlich früher fertiggestellt werden kann, wird die vollständige Schienenanbindung nach aktuellem Stand erst Anfang der 2030er Jahre abgeschlossen.
Trotz der Verzögerungen bleibt die feste Fehmarnbelt–Querung ein strategisches Schlüsselprojekt für Europa. Als Teil des TEN-V-Korridors Skandinavien–Mittelmeer verkürzt sie die Verbindung zwischen den Metropolregionen Hamburg und Kopenhagen, stärkt die Verknüpfung der Wirtschaftsregionen und schafft neue Chancen für Handel, Logistik und Tourismus - auch in Westmecklenburg.
Hannes Schubert
Aufgabenbereich: Fachberatung
Geschäftsbereich: Standortpolitik, International