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Der IHK-Jahresempfang 2026
Schon zu Beginn machte IHK-Präsident Matthias Belke deutlich, warum das Thema drängt. Deutschland steht vor einem historischen
Einschnitt: Erstmals sinkt das Erwerbspersonenpotenzial – und dieser Trend wird sich über Jahrzehnte fortsetzen. Aus derzeit rund 48,7 Millionen potenziellen Arbeitskräften könnten je nach Prognose künftig nur noch 35 bis 40 Millionen werden. Gerade für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern verschärft sich damit eine zentrale Frage: Wer wird künftig die Arbeit leisten?
Einschnitt: Erstmals sinkt das Erwerbspersonenpotenzial – und dieser Trend wird sich über Jahrzehnte fortsetzen. Aus derzeit rund 48,7 Millionen potenziellen Arbeitskräften könnten je nach Prognose künftig nur noch 35 bis 40 Millionen werden. Gerade für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern verschärft sich damit eine zentrale Frage: Wer wird künftig die Arbeit leisten?
Weniger Menschen, mehr Aufgaben
Für Präsident Belke ist klar: Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für den Menschen, sondern eine notwendige Ergänzung. Es geht nicht darum, Arbeitsplätze zu ersetzen, betonte er. Es geht darum, wer die Arbeit künftig leisten wird. Vor allem bei Routineaufgaben und standardisierten Prozessen sieht er großes Potenzial. KI könne Unternehmen entlasten und gleichzeitig Freiräume schaffen – für Innovation, Kreativität und bessere Entscheidungen. Ein weiterer entscheiden der Punkt: der Umgang mit Wissen in Unternehmen.
Lange war entscheidendes Know-how in wenigen Köpfen gebunden, so Belke. KI kann dieses Wissen zugänglich machen – für Viele statt für Wenige. Gerade mit Blick auf ausscheidende Fachkräfte wird dieser Aspekt zunehmend relevant. Doch gerade bei der Infrastruktur hapert es in MV. Fehlende Rechenzentren und Internetknotenpunkte (IXP) erschwere es, digitale Wertschöpfung in der Region aufzubauen und zu halten.
Wirtschaftspolitik in der Pflicht
Neben den technologischen Chancen richtete Belke den Blick auch auf die politischen Rahmenbedingungen. Mit deutlichen Worten und mit Blick auf
die Ergebnisse der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz kritisierte er die aktuelle Prioritätensetzung in der Politik: Wirtschaft und Bildung müssten stärker in den Fokus rücken, um Wachstum zu sichern. Denn sie entscheiden darüber, ob wir Wachstum schaffen, ob wir Innovation ermöglichen und ob wir den Menschen in unserem Land Zuversicht geben können, so Belke. Auch den Umgang mit staatlichen Finanzmitteln bewertete er kritisch. Das sogenannte Sondervermögen dürfe nicht zur kurzfristigen Haushaltskonsolidierung genutzt werden, sondern müsse in zukunftsgerichtete Investitionen fließen – vor allem auch in Infrastruktur und Digitalisierung. Er fordert mehr Flexibilität, etwa bei den Öffnungszeiten und keine neuen Einschränkungen. Wirtschaftliche Chancen müssen entschlossen genutzt werden, wie etwa bei der Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
die Ergebnisse der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz kritisierte er die aktuelle Prioritätensetzung in der Politik: Wirtschaft und Bildung müssten stärker in den Fokus rücken, um Wachstum zu sichern. Denn sie entscheiden darüber, ob wir Wachstum schaffen, ob wir Innovation ermöglichen und ob wir den Menschen in unserem Land Zuversicht geben können, so Belke. Auch den Umgang mit staatlichen Finanzmitteln bewertete er kritisch. Das sogenannte Sondervermögen dürfe nicht zur kurzfristigen Haushaltskonsolidierung genutzt werden, sondern müsse in zukunftsgerichtete Investitionen fließen – vor allem auch in Infrastruktur und Digitalisierung. Er fordert mehr Flexibilität, etwa bei den Öffnungszeiten und keine neuen Einschränkungen. Wirtschaftliche Chancen müssen entschlossen genutzt werden, wie etwa bei der Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ging in ihrer Rede neben dem Thema des Abends – KI – auf aktuelle wirtschaftspolitische Themen ein. Hier griff sie besonders die hohen Spritpreise an und kündigte an, dass die Landesregierung Übergewinne abschöpfen und das Kartellrecht verschärfen wolle.
Ausführlich widmete sie sich den Kapriolen rund um die Bahn-Baustelle der Strecke Hamburg-Berlin und dankte hier dem Engagement von IHK-Präsident Matthias Belke. In Richtung der Deutschen Bahn betonte sie dabei, dass es nicht normal sei, wenn sich eine Landesregierung darum kümmern müsse, dass Ersatzbusse WCs und WLAN haben.
KI zwischen Potenzial und Realität
Hauptrednerin Anna Rüde hatte eine klare Mission: Lust auf KI machen. Ihre Botschaft war deshalb, mit KI einfach loszulaufen, auszuprobieren und so das Potential für den unternehmerischen Alltag zu entdecken. Für sie geht es dabei vor allem um den Menschen, der diese Tools nutzt. Eine Person könne mit richtig eingesetzten KI-Tools wie ein kleines Unternehmen agieren. Beispiele der Voice-to-text-Nutzung bei der Erstellung von Berichten unterstrichen ihre Aussagen. Die KI sieht Anna Rüde wie einen Arbeitskollegen, der keinen Urlaub macht und auch nicht krank wird.
Kritischere Töne gab es dann in der anschließenden Podiumsdiskussion. Wie besonders kleine und mittlere Unternehmen KI konkret einsetzen können, diskutierten Christopher Bossow, Geschäftsführer, KMG Klinik Boizenburg; Anna Graf, Innovation Lead Emerging Tech, Arvato Systeme; Holger Blüthmann, Digital Architect & Geschäftsführer; click solutions GmbH und Anna Rüde, KI Strategie Expertin, moderiert von Hauptgeschäftsführerin Lisa Haus. Dabei wurde deutlich: Trotz aller Euphorie, das Thema Datensicherheit ist und bleibt zentral bei der Frage, was wie wo an KI-Tools in Unternehmen eingesetzt wird, wie besonders Anna Graf betonte. Auch über die tatsächlichen Kosten von KI-Agenten dürfe man sich keinen Illusionen hingeben. Zwar seien die aktuellen Kosten, was die Lizenzen angeht, noch sehr gering, die wirklichen Kosten für den Betrieb lägen aber eher bei 1.500 bis 2.000 Euro pro Monat. Wie lange also die Preise niedrig bleiben ist fraglich. Sie bewertete den KI-Act sehr positiv, da er klare Regeln vorgebe. Wer auf dieser Grundlage erfolgreich KI-Produkte in Deutschland entwickelt, dem gelinge es damit auch weltweit.
So entlasten die KMG Klinik Boizenburg ihr rares Fachpersonal etwa bei der Kodierung von Fällen. Doch das ist kostenintensiv, denn für die notwendigen Schnittstellen werden erhebliche Summen durch die Anbieter aufgerufen. Auch beim Thema KI können Unternehmen und Organisation sehr von einem konstruktiven und offenen Austausch profitieren. So gibt es bei der Wismarer Digital-Agentur click solutions ein regelmäßiges Format, bei dem sich Beschäftigte über Erfolge und Probleme im Umgang mit KI-Tools austauschen können.
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