Das war die Hannover Messe 2026

Vom 20. bis 24. April präsentierten sich zehn Unternehmen aus Westmecklenburg auf der weltweit bedeutsamen Industriemesse. Unter dem Leitmotiv “Think Tech Forward” standen in Hannover Innovationen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Automatisierung, digitale Transformation und intelligente Produktion im Vordergrund. Etwa 3.000 Aussteller und rund 110.000 Fachbesucher nutzten die Veranstaltung als Plattform für Netzwerke, Partnerschaften und Geschäftsanbahnungen.
Mecklenburg-Vorpommern war auch 2026 wieder mit einem Gemeinschaftsstand und insgesamt 16 ausstellenden Unternehmen vertreten, die den Fokus vor allem auf moderne Fertigungstechniken legten. Wie in den vergangenen Jahren wurde der Stand vom CIM Technologie-Zentrum Wismar e.V. organisiert, das den ausstellenden Unternehmen einen gewohnt umfassenden Service und eine angenehme Atmosphäre für gute Gespräche bot.
Erstmalig als Aussteller trat in diesem Jahr die Firma WIS marine GmbH aus Wismar auf. Das Unternehmen mit 30 Beschäftigten erbringt Planungs- und Konstruktionsleistungen und ist in der Montage von Wärme-, Schall- und Brandschutzisolierungen im Bereich Schiff- und Stahlbau tätig. Geschäftsführer Gunnar Flemming zeigte sich zufrieden:
„Wir hatten nicht mit so viel Kontakten gerechnet und wenn, dann im Vorfeld doch eher mit Blick auf unsere Dreherei. Der Fokus lag aber doch eher auf unseren maritimen Leistungen.“
Dort sieht Flemming für sein Unternehmen Wachstumspotenziale insbesondere in den Bereichen Defence und Cyber-Security.
Auch die Firmen Metallverarbeitung Kähler und Kähler Metallbau und Umwelttechnik feierten in diesem Jahr Premiere als Aussteller auf der Hannover Messe. Die Familienunternehmen, die in zweiter Generation am Standort Bobzin bei Wittenburg geführt werden, zeigten unter anderem Systemkomponenten für Kühlsysteme in der Nutzfahrzeugbranche sowie Personalschleusensysteme für schadstoffbelastete Baustellen. Geschäftsführerin Christin Kähler-Lemke:
„Unser Ansatz war es weniger neue Kunden zu gewinnen, sondern die Sichtbarkeit unseres Unternehmens insgesamt zu erhöhen. Ich denke, das ist uns gelungen.“
Ihr Bruder Tino Kähler zeigte sich besonders vom Landesgemeinschaftsstand angetan: „Es ist ein moderner, schöner und offener Stand. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sich so viele Partner präsentieren, mit denen wir auch schon gute Gespräche hinsichtlich möglicher Kooperationen hatten.“ Aber auch die neuesten technischen Entwicklungen, die auf der Messe gezeigt werden, waren für die Firmenchefs von besonderem Interesse:
„An den humanoiden Robotern führt derzeit kein Weg vorbei. KI ist jetzt schon ein großes Thema bei uns. Aber gerade in der Fertigung bietet die neueste Generation an Roboter-Technik bereits erstaunliche Möglichkeiten, mit denen wir uns intensiv beschäftigen.“
Besonders gewürdigt wurde das Engagement der Aussteller auf dem Landesgemeinschaftsstand durch den Besuch von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sowie von Matthias Belke und Lisa Haus. Gemeinsam überzeugten sie sich von der industriellen Vielfalt, die unser Land bietet. Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte begrüßte zudem eine Delegation aus Brasilien, dem Gastland der Messe, auf dem MV-Gemeinschaftsstand.
Im Rahmen des „Tag der Industrie MV“ haben die Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern zudem 40 Studierende der Hochschule Wismar und der Universität Rostock zu einer Exkursion auf die HANNOVER MESSE 2026 eingeladen. Ziel war es, Nachwuchskräften die Innovationskraft und Vielfalt der heimischen Industrie direkt vor Ort erlebbar zu machen. Im direkten Austausch mit den ausstellenden Unternehmen wurde deutlich, wie breit die Karriereperspektiven in Mecklenburg-Vorpommern sind – von Hightech-Anwendungen über nachhaltige Produktionsprozesse bis hin zu innovativen Entwicklungsprojekten.
Viele Aussteller zogen eine positive Bilanz. So etwa auch Gunnar Flemming: „In diesem Jahr sind Kontakte mit Zulieferern wie anderen kleinen Drehereien zustande gekommen. Wir kommen gerne wieder.“ Unternehmen, die bereits seit mehreren Jahren auf der Hannover Messe ausstellen, bemerkten aber auch, dass 2026 weniger Aussteller und Besucher als im Vorjahr zu verzeichnen waren. Nicht zuletzt die schwierige gesamtwirtschaftliche Entwicklung zeigte ihre Spuren. Für die Hannover Messe wird es im kommenden Jahr darauf ankommen, den ausstellenden Unternehmen eine attraktive Plattform mit klarem Profil und starker Orientierung zu bieten.