Medieninformation vom 8. Oktober 2026

Jedes zweite Unternehmen sieht Wettbewerbsfähigkeit gefährdet: IHK-Umfrage verdeutlicht wachsenden Druck auf Betriebe

Hohe Energiekosten werden für viele Betriebe zunehmend zum Standortnachteil. Das zeigt das aktuelle IHK-Energiewendebarometer, das Teil einer jährlich durchgeführten bundesweiten Unternehmensbefragung der IHK-Organisation zu den Auswirkungen der Energiewende und den energiepolitischen Rahmenbedingungen ist. Jeder zweite befragte Betrieb aus der Region sieht demnach durch hohe Energiepreise die eigene Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland gefährdet. Gleichzeitig werden Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen, Innovationen und betriebliche Kernprozesse zurückgestellt.
„Die Unternehmen stehen nicht auf der Bremse. Viele Betriebe investieren bereits in Energieeffizienz, neue Technologien und klimafreundliche Prozesse. Umso problematischer ist es, wenn ausgerechnet die Energiekosten die Investitionen ausbremsen, die politisch gewollt sind“, sagt Bettina Schuler-Kargoll, Vizepräsidentin der IHK. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bereitschaft zur Transformation grundsätzlich vorhanden ist. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass Deutschland bei den Energiekosten zunehmend an Wettbewer bsfähigkeit verliert.
Auch die Ursachen sind nach Aussage der Unternehmen klar benannt: Fast zwei Drittel der befragten Betriebe aus der Region nennen Bürokratie als wesentliches Hindernis für ihre Transformationsbemühungen. Mehr als die Hälfte beklagt fehlende Verlässlichkeit in der Energiepolitik sowie langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren. „Die Energiewende wird nicht daran scheitern, dass Unternehmen nicht wollen. Sie droht dort ins Stocken zu geraten, wo Investitionen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar sind“, sagt Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez. „Wer Transformation beschleunigen will, muss sie auch wirtschaftlich möglich machen. Die Unternehmen brauchen keine neuen Belastungen, sondern wieder mehr Freiräume für Investitionen.“
Die Unternehmen senden auch bei ihren energiepolitischen Forderungen ein klares Signal: Rund 80 Prozent sprechen sich für eine weitere Senkung von Steuern und Abgaben auf den Strompreis aus. Knapp 85 Prozent halten einen verlässlichen Ausbau der Energieinfrastruktur für notwendig. Zudem befürworten rund drei Viertel der Betriebe Wirtschaftlichkeit, Freiwilligkeit und Technologieoffenheit als Leitprinzipien der Energiewende.