Medieninformation vom 20. Juli 2021

IHK-Verkehrsausschuss lotet Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff in der Logistik und im ÖPNV aus

Der Einsatz von Wasserstoff ist bei den Spediteuren und Busunternehmern aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg keine Zukunftsvision mehr. Die ersten Unternehmen bereiten den Umstieg auf diese alternative Antriebstechnologie bereits aktiv vor. Um Synergieeffekte zu schaffen, bündeln der Wasserstoffverein H2-Regio SBH+ e.V. und der IHK-Verkehrsausschuss seit Anfang Juli ihre Aktivitäten.
Bei der letzten Sitzung des IHK-Verkehrsausschusses hatte Josef Jäger, Direktor der Camion Transport AG aus der Schweiz, noch über seinen Wasserstoff-Lkw und das Mobilitätsprojekt H2 Mobilität Schweiz berichtet. Anfang nächsten Jahres könnte die Wasserstoffmobilität im Schwerverkehr auch in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg die ersten Kilometer sammeln.  
Nach den Plänen von Marius Neininger, Geschäftsführer der Bächle Logistics GmbH und Mitglied im IHK-Verkehrsausschuss, könnte dann der erste mit Wassersto ff betriebene LKW in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg im Rundlauf zwischen Deutschland und der Schweiz verkehren. „Der Wasserstoff müsste anfangs zwar noch von unseren Partnern in der Schweiz bezogen werden. Aber perspektivisch wäre auch denkbar, selbst produzierten Sonnen
strom umzuwandeln und die betriebseigene Tankstelle um Wasserstoff zu erweitern. Zudem besteht bei der Vielzahl an Spediteuren allein im Villinger Gewerbegebiet auf Herdenen und in unmittelbarer Umgebung durchaus weiteres Potenzial für Kooperationen.“
Auch im Öffentlichen Personennahverkehr sehen die IHK-Mitgliedsunternehmen weitere Einsatzmöglichkeiten. „Linienverkehre sind prädestiniert für alternative Antriebstechnologien,“ so Frank Wiest, Geschäftsführer der StadtBus Rottweil GmbH und der Verkehrsgemeinschaft Villingen-Schwenningen GmbH. „Wir betreiben bereits seit 2019 einen rein batterieelektrischen Bus im Rottweiler Stadtverkehr. Derzeit sind wir in Kontakt mit einem Fahrzeugausrüster für Wasserstoffantriebe. Die fehlende Infrastruktur – sprich Wasserstofftankstelle – sehen wir aktuell als ein großes Hindernis, um eine zügige Umsetzung vorbringen zu können. Wir wollen vorbereitet sein, wenn die neue EU-Beschaffungsrichtlinie bei künftigen ÖPNV-Ausschreibungen mehr und mehr alternative Antriebsformen vorschreibt.“
IHK-Projektleiter Martin Schmidt und Christian Klaiber, Leiter der Geschäftsstelle des regionalen Wasserstoffnetzwerks H2-Regio SBH+ e.V., beschreiben die Aufgabenstellung so: „Jetzt geht es darum, wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge in Serie zu entwickeln, Wasserstoff bei künftigen ÖPNV-Ausschreibungen mitzudenken und Stück für Stück eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen. Im nächsten Schritt folgen jetzt weitere Gespräche mit Tankstellenbetreibern und die Vernetzung mit Unternehmen, die über den Einsatz von Wasserstofffahrzeugen nachdenken.“ Interessierte Unternehmen sind dazu aufgerufen, sich bei der IHK unter Telefon: 07721 922-207 oder bei H2-Regio SBH+ e.V. unter Telefon: 07425 339383-0 zu melden.