IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

Fachliche | Soziale | Persönliche Kompetenzen

Was wünschen sich Unternehmer von Schulabgängern?

Fachliche Kompetenz

  • Schüler sollten einfache und mittelschwere Sachverhalte mündlich und schriftlich aufnehmen und klar formulieren sowie einfache Texte fehlerfrei schreiben können. Rechtschreibung und Grammatik sind demnach unerlässlich.
  • Jugendliche sollte zwischen Sprachebenen unterscheiden können: Jugendsprache, Alttagssprache, Fachsprache und gehobene Sprache.
  • Vier Grundrechenarten
  • Rechnen mit Dezimalzahlen und Brüchen
  • Umgang mit Maßeinheiten
  • Dreisatz und Prozentrechnen
  • Flächen-, Volumen- und Massenberechnungen
  • Fundamentale Grundlagen der Geometrie
  • Textaufgaben begreifen und lösen
  • Anwendung der wichtigsten Formeln
  • Umgang mit Taschenrechnern
  • Grundkenntnisse in Physik, Chemie, Biologie und Informatik helfen, moderne Techniken zu verstehen.
  • Über Praktika (OiB, BORS, Ferienpraktika etc.) sollten Schüler einen ersten Einblick in die Wirtschafts- und Arbeitswelt erhalten.
  • Funktionalität des wirtschaftlichen Systems: Bedeutung innerhalb der Unternehmen, des Staates, der Tarifparteien und des Haushalts.
  • Ohne Englisch geht es nicht. Einfache Gegebenheiten oder Situationen im Englischen begreifen und sich verständigen können.
Die modernen Informations- und Kommunikationstechniken sind nicht mehr wegzudenken. Folgende Eigenschaften sind von Vorteil:
  • Generell eine positive Einstellung gegenüber moderner Technolgie,
  • Keine Scheu mit neuen Herausforderungen umzugehen,
  • Basiskenntnisse im Umgang mit dem PC.
Nur wer die eigene und andere Kulturen kennt, kann diese verstehen und einen toleranten Umgang pflegen. Folgendes Allgemeinwissen sollten Schüler bereits in der Schule erworben haben:
  • Weltgeschichte (national und international)
  • Gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern
  • Ethische Grundsätze
  • Religöse Formen und Inhalte

Soziale Kompetenz

Die Zusammenarbeit der Mitarbeiter und Vorgesetzten im Team, ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Sie dient dem Austausch von Informationen, Erfahrungen, Verbesserungsvorschlägen, fördert die Motivation und Kreativität, erleichtert Arbeitsabläufe und dient der Produktivität und Effektivität. Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit sind für den Start ins Berufsleben ein bedeutender Baustein.
In Schulprojekten und Gruppenarbeit sowie im Vereinsleben oder im Bereich der Jugendarbeit, können diese Eigenschaften gestärkt werden.
Eine harmonische Unternehmenskultur ist die Basis für ein gutes Arbeitsklima. Der richtige Umgang mit Kolleginnen und Kollegen sowie der Unternehmensführung, sorgt für ein großes Plus in der persönlichen Karriereplanung.
Unterschiedliche Meinungen oder Ansichten, zum Beispiel darüber, wie ein Problem gelöst werden kann, wird es im Berufsleben immer geben. Diese Differenzen sollten friedlich, konstruktiv und ohne Aggressionen verarbeitet werden. Das setzt voraus:
  • Sachlich über Differenzen zu sprechen.
  • Die Fähigkeit seine eigenen Argumente darzulegen, aber auch andere Ansichten gelten zu lassen.
Jugendliche müssen in der Lage sein, Meinungen, Einstellungen oder Verhalten von anderen, die von den eigenen Anschauungen abweichen, zu tolerieren. Doch Toleranz hat Grenzen. Es gibt Dinge, die nicht zu akzeptieren sind, zum Beispiel der Verstoß gegen die demokratische Grundordnung, die Verletzung von Menschenrechten, Aggressivität und Gewalt, die mutwillige Störung des Betriebfriedens oder destruktive Leistungsverweigerung. Davon sollte man sich klar und deutlich distanzieren.

Persönliche Kompetenz

Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, ist die Zuverlässigkeit der Auszubildenden.
Vorgesetzte müssen sich darauf verlassen können, dass Auszubildende die ihnen übertragenen Aufgaben (die ihrer Leistungsfähigkeit entsprechen), auch unter widrigen Umständen wahrnehmen. Das sollte möglichst selbstständig und ohne Überwachung erfolgen.
Die Ausbildung und der eigene Beruf sind wichtige Bestandteile des Lebens. Sie bieten die Möglichkeit, sich und die eigenen Fähigkeiten weiter zu entwickeln oder zu stärken. Gute Chancen für einen erfolgreichen Ausbildungsstart:
  • Neugier
  • Positive Einstellung
  • Interesse an neuen Herausforderungen
Nicht immer läuft während der Ausbildung alles rund. Auch Misserfolge, eintönige Arbeitsprozesse oder eine Auseinandersetzung mit dem Kollegen oder der Kollegin können vorkommen. Hier sind:
  • Ausdauer
  • Durchhaltevermögen
  • Belastbarkeit
gefragt.
Sorgfalt – Gewissenhaftigkeit Betriebliche Aufgaben erfordern Genauigkeit und mit ihr die Bedeutsamkeit. „Fünf gerade sein lassen“ oder „Locker bleiben“ ist nicht angesagt. Stattdessen:
  • Selbstdisziplin
  • Ordnungssinn
  • Pünktlichkeit
Der Auszubildende sollte sich bei der Erledigung seiner Tätigkeiten zu 100 Prozent auf das Thema fokussieren. Auch die Willensbereitschaft Aufgaben zu Ende zu lösen und sich nicht ablenken lassen.
Diese Eigenschaften wachsen im Laufe der Berufstätigkeit. Der Ansatz sollte aber schon im Vorfeld vorhanden sein. Auch Misserfolge oder begangene Fehler fordern Verantwortung dafür zu übernehmen.
Kritikkompetenz versteht man einerseits die Fähigkeit, Menschen positiv und negativ im Sinne der Person und der Sache zu kritisieren, andererseits die Fähigkeit, Kritik im Sinne der Person und der Sache selbst zu akzeptieren und produktiv zu verarbeiten. Selbstkritik ist die Fähigkeit sich selbst konstruktiv zu kritisieren und Fehler einzugestehen. Dadurch erhöht man die Chance leistungsfähiger und erfolgreicher zu werden.
Beide Eigenschaften spielen eine wichtige Rolle im Arbeitsleben, auch wenn nicht alle Probleme sofort und kreativ gelöst werden können. Dennoch sollte man eigene Ideen haben, zum Beispiel, wie man betriebliche Aufgaben besser bewältigen oder den eigenen Arbeitsplatz besser organisieren kann. Auszubildende sollten bereit sein, sich auch in andere Aufgabengebiete einzuarbeiten.