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IHK-Umfrage: Schwache Inlandsnachfrage ist größtes Geschäftsrisiko
Die Konjunktur zeigt sich im Herbst kraftlos und schwach. Sorgen bereitet vor allem die Industrie: Hier sind Lage und Erwartungen deutlich ins Minus gedreht.
Wie hat sich die Konjunktur seit der IHK-Umfrage im Mai entwickelt?
Für die Wirtschaft in der Rhein-Neckar-Region zeichnet sich keine Trendwende ab, der erhoffte gesamtwirtschaftliche Aufschwung bleibt weiterhin aus. Die Konjunktur zeigt sich nach wie vor sehr durchwachsen und uneinheitlich: Während Dienstleister eine leichte Verbesserung spüren, gerät die Industrie in immer schwierigere Fahrwasser.
Mit welchen Erwartungen blicken die Unternehmen in die Zukunft?
Insgesamt und über alle Branchen hinweg schätzen die Unternehmen ihre Lage und Erwartungen nicht besser ein als im Frühsommer. Der IHK-Konjunkturklimaindex, Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung, verharrt weiter bei 100 Punkten. Im Durchschnitt aller Branchen melden aktuell acht Prozent der Unternehmen per saldo eine gute Geschäftslage, was im Vergleich zum Mai einen leichten Rückgang um einen Prozentpunkt bedeutet. Auch die Geschäftsaussichten bleiben eingetrübt. Der Saldowert liegt aktuell mit sieben Punkten im negativen Bereich, im Mai lag der Wert bei minus neun Punkten.
Was belastet die Betriebe?
Die schwache Inlandsnachfrage stellt für die Unternehmen weiterhin das größte Risiko dar. Danach folgen die hohen Arbeitskosten, welche die wirtschaftliche Entwicklung von der Hälfte der Unternehmen einbremsen. Auf dem dritten Platz der größten Hemmnisse liegt der Fachkräfte-mangel, gefolgt von den hohen Energiekosten.
Was ist mit dem Auslandsgeschäft?
Hielten sich zu- und abnehmende Exporterwartungen bei den Industriebetrieben im Frühsommer noch nahezu die Waage, so ist im Herbst ein deutlicher Rückgang festzustellen. Der Saldo sinkt von +1 Punkt auf aktuell -11 Punkte. Der deutlichste Rückgang zeigt sich bei den Ausfuhrplänen für den nordamerikanischen Markt.
Wie ist die Lage in der Industrie?
Mit Blick in die einzelnen Wirtschaftssektoren fällt auf, dass sich die kritische Lage im verarbeitenden Gewerbe wieder verschärft hat. War die Geschäftslage im Frühsommer per saldo noch mit sechs Punkten im positiven Bereich, so fällt der Lageindikator aktuell um sieben Prozentpunkte auf -1 Punkt. Besonders die Auftragseingänge lassen deutlich nach.
Wie geht es dem Handel?
Die Einzelhändler schätzen ihre Lage aktuell etwas besser ein als im Mai. Der Lagesaldo liegt bei -18 Punkten, im Frühsommer lag er bei -23 Punkten. Bei den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate zeigt sich ebenfalls eine Verbesserung. Die regionalen Großhändler und Handelsvermittler schätzen ihre Geschäftslage aktuell deutlich schlechter ein als im Frühsommer. Der Lagesaldo sinkt seit Mai um 23 Prozentpunkte auf aktuell -21 Punkte.
Und was sagen die Dienstleister?
Im Vergleich mit den anderen Sektoren beurteilen die Dienstleister ihre Lage weiterhin am günstigsten, der Abstand zu den anderen Wirtschaftsbereichen nimmt wieder zu. Aktuell liegt der Lagesaldo mit +19 Punkten im positiven Bereich, was einem Plus von drei Punkten seit Mai entspricht. Auch die Geschäftserwartungen legen etwas zu. Der Saldo steigt um zwei Prozentpunkte an, positive und negative Erwartungen halten sich damit aktuell exakt die Waage.
Was sind die Folgen der schlechten Konjunktur?
Die Investitionsabsichten der Unternehmen lassen im Vergleich zum Frühsommer in allen Wirtschaftsbereichen nach. Die Industrie zeigt sich noch zurückhaltend, der Saldo sinkt von -3 auf aktuell -10 Punkte. Bei den Händlern zeigt sich ein noch deutlicherer Investitionsrückgang. Der Wert liegt aktuell bei -15 Punkten, im Vergleich zu -2 Punkten im Mai. Und auch bei den Dienstleistern gehen die Investitionspläne zurück. Der Saldo sinkt von +4 Punkten um vier Prozentpunkte und zeigt sich somit ausgeglichen. Und die wirtschaftliche Stagnation schlägt immer mehr auf den Arbeitsmarkt durch. So fällt die Herbstbelebung dieses Jahr deutlich schwächer aus als in den Vorjahren. Auch die Beschäftigungspläne der Betriebe aus der Region sind weiterhin rückläufig. Der Beschäftigungs-saldo liegt aktuell bei -12 Punkten.
