IHK Magazin
Nr. 6977778
3 min Lesezeit
02 | 2026

IHK-Umfrage: Hohe Arbeitskosten belasten zunehmend

Die Konjunktur hellt sich zu Jahresbeginn leicht auf, es ist jedoch noch viel Luft nach oben. Bremsend auf die Betriebe wirken vor allem hohe Kosten.

Wie hat sich die Konjunktur seit der IHK-Umfrage im Herbst entwickelt?

Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Bewertung der Lage und die Erwartungen zusammenfasst, steigt im Vergleich zur vergangenen Umfrage im Oktober um vier Prozentpunkte und liegt aktuell bei 104 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahresbeginn ist der Indexwert um zwei Punkte angestiegen.

Mit welchen Erwartungen blicken die Unternehmen in die Zukunft?

Der Erwartungssaldo legt seit Herbst zwar um drei Prozentpunkte zu, der Wert liegt mit -4 Punkten jedoch weiterhin im negativen Bereich. 17 Prozent der befragten Betriebe von einer besseren Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten aus, 62 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung und 21 Prozent befürchten einen Rückgang. Die Betriebe sehen somit weiterhin nur wenig Wachstumssignale.

Was belastet die Betriebe?

Mit 57 Prozent nimmt die schwache Inlandsnachfrage weiterhin den ersten Platz bei den am häufigsten genannten Geschäftsrisiken ein. Die hohen Arbeitskosten stellen für 53 Prozent der Unternehmen ein Risiko dar. Hier zeigt sich ein Anstieg gegenüber der Vorumfrage im Herbst um drei Prozentpunkte. Den dritten Platz der größten Hemmnisse teilen sich der Fachkräftemangel sowie die hohen Energiekosten, wobei die Energiekosten häufiger und der Fachkräftemangel etwas seltener als Risiko benannt werden als im Herbst.

Was ist mit dem Auslandsgeschäft?

Der Außenhandel war zuletzt von einer Stagnation geprägt, wobei die Exporte nur schwach zulegen konnten. Nach den Rückgängen in den Jahren 2023 und 2024 stabilisierte sich das Exportgeschäft damit zwar, blieb jedoch aufgrund schwächelnder Nachfrage aus Schlüsselmärkten wie den USA und China unter Druck. Die Stagnation des Außenhandels belastete auch die wirtschaftliche Stimmung in der Rhein-Neckar-Region spürbar. Im neuen Jahr melden per Saldo fünf Prozent der Betriebe sinkende Auslandsumsätze. Die Auftragseingänge aus dem Ausland erfahren jedoch einen Zuwachs und liegen aktuell mit einem Punkt leicht im positiven Bereich.

Wie ist die Lage in der Industrie?

In der Industrie verbessern sich die Lagebeurteilungen im Vergleich zum Herbst um sieben Prozentpunkte. Hielten sich positive und negative Rückmeldungen im vergangenen Herbst und zu Beginn des Vorjahres noch knapp die Waage (jeweils -1 Punkt), so liegt der Lagesaldo aktuell mit sechs Punkten im positiven Bereich. Die Industriekapazitäten sind aktuell zu 76 Prozent ausgelastet, was gegenüber Oktober einem Zuwachs von zwei Prozentpunkten entspricht. Auch die Umsätze im In- und Ausland sind nicht mehr ganz so schwach wie im Herbst.

Wie geht es dem Handel?

Die Einzelhändler schätzen ihre Lage weiterhin als schlecht ein, wenngleich sich die Situation im Vergleich zum Oktober etwas verbessert hat. 22 Prozent der Einzelhändler berichten von guten, 47 Prozent von befriedigenden und 31 Prozent von schlechten Geschäften. Bei den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate zeigt sich seit Oktober hingegen eine deutliche Eintrübung. Im Herbst hatten die Einzelhändler das Weihnachtsgeschäft vor Augen, zu Beginn des Jahres 2026 blickt mehr als ein Drittel der Betriebe mit Sorge in die Zukunft.

Und was sagen die Dienstleister?

Im Vergleich mit den anderen Sektoren beurteilen die Dienstleister ihre Lage weiterhin mit Abstand am günstigsten, im Vergleich zum Herbst legt der Lageindikator um vier Prozentpunkte zu. Im Detail bedeutet dies: 39 Prozent der Dienstleister melden eine gute Geschäftslage, 45 Prozent der Unternehmen bezeichnen sie als zufriedenstellend und 16 Prozent als schlecht. Auch die Geschäftserwartungen legen leicht zu. Hielten sich positive und negative Erwartungen im Herbst wieder die Waage, so liegt der Erwartungssaldo mit zwei Punkten im positiven Bereich: 18 Prozent der Dienstleister von besseren Geschäften, 66 Prozent von gleich bleibenden und 16 Prozent von rückläufigen Geschäften in den nächsten zwölf Monaten aus.

Mehr zum Thema: