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So lade ich meinen Akku auf
Dr. Simone Burel ist Geschäftsführerin der LUB GmbH – Linguistische Unternehmensberatung. Hier erzählt die 39-Jährige, was ihr hilft, die Zeit anzuhalten.
Früher bin ich oft über meine eigenen Grenzen gegangen. Und dann: Lärmtrauma, Tinnitus, eine schwere Depression. Viel Zeit, um über meine Bedürfnisse zu reflektieren. Ich habe herausgefunden, dass ich neurodivergent bin, was unter anderem bedeutet, dass mich Meetings und Smalltalk eher anstrengen. Mein Geist arbeitet sehr schnell: Was viele Menschen in acht Stunden erledigen, schaffe ich in fünf. Die freie Zeit nutze ich für Regeneration, Yoga und meine Spiritualität. Alles, was mich erdet, hilft mir. Es stärkt mich sowohl mental als auch in meinem Job. 2015 habe ich mein erstes Unternehmen, die LUB GmbH – Linguistische Unternehmensberatung gegründet. Darauf folgten die diversity company und 2022 ein M&A mit Fairlanguage. Wir beraten unsere Kunden dazu, wie sie im öffentlichen und digitalen Raum inklusive Sprache und Diversität „leben“. Für Volkswagen prüfen wir zum Beispiel alle Werbemittel vor ihrer Veröffentlichung. Wir analysieren das Material daraufhin, ob Menschen ausgeschlossen oder diskriminiert werden. Falls ja, wird die Werbung nochmal überarbeitet. Auch das Deutsche Rote Kreuz, Max-Planck-Institut und Kommunen wie die Stadt Mannheim verlassen sich auf unsere Expertise. Manchmal sind es kleine Maßnahmen, die viel bewirken. Etwa, wenn stigmatisierende Saunaschilder auf unseren Rat hin ausgetauscht werden. Gleichzeitig polarisiert unsere Arbeit. Wir haben zum Beispiel schon mal Postkarten bekommen, auf denen sich Menschen gegen gendergerechte Sprache ausgesprochen haben. Hält mich das auf? Nein. Nicht, so lange Sprache als Instrument benutzt wird, andere klein zu machen. Und wenn mir alles zu viel wird, gönne ich mir eine Auszeit – am liebsten mit meinen Katzen.
Alles, was mich erdet, hilft mir.
