Ägypten: Änderung der Zahlungsbedingungen

Die Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer (AHK) in Ägypten informierte, dass die ägyptische Zentralbank (CBE) die ägyptischen Geschäftsbanken angewiesen hat, die Vorgaben (Zahlung per Akkreditiv) umzusetzen. 
In Ausnahmen, die von der Anwendung dieser Entscheidung ausgenommen sind,  ist  weiterhin “Cash-against-Documents” (CAD) möglich:
  • alle Kuriersendungen/Expresspostsendungen
  • Sendungen bis zu einem Wert von 5.000 US-Dollar oder dem Gegenwert in anderen Währungen
  • Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen sowie Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen im Rahmen von Importgeschäften, die nur zwischen der Muttergesellschaft und ihren Niederlassungen stattfinden
  • Arzneimittel, Seren, Impfungen und Chemikalien (sogenannte necessary goods)
  • Bestimmte Lebensmittelprodukte (Commodities/Grundnahrungsmittel): Tee, Fleisch, Geflügel, Fisch, Weizen, Öl, Milchpulver, Babymilch, Bohnen, Linsen, Butter, Mais
  • Rechtsgeschäfte zwischen Unternehmen in Freihandelszonen und ägyptischen Unternehmen, wenn die Rechtsgeschäfte den ägyptischen Markt betreffen und in lokaler Währung (EGP) abgewickelt werden.
Es gibt jedoch keine generelle Ausnahme für Importe in Free Zones.
Kein Akkreditiv ist erforderlich für:
  • Importe für den privaten Gebrauch, die mit Form 6 in Ägypten abgefertigt werden
  • Garantie-Lieferungen
  • Importe von Produktionslinien, Ersatzteile und ähnliches für spezielle Verwendung und Abfertigung mit Form 6 
Um die Einführung der Maßnahmen verträglicher zu gestalten, wurden folgende Regelungen von der CBE vorgesehen:
  • die ägyptischen Geschäftsbanken mögen eine Reduktion der Akkreditivprovisionen auf die Inkassoprovisionen vornehmen
  • Erhöhung der bestehenden Kreditlimits für Kunden und Eröffnung neuer Limits für Neukunden im Verhältnis zum Importvolumen jedes Kunden
  • Eröffnung aller erforderlichen Dokumentenakkreditive von allen Kunden auf deren Anfrage
Waren, die vor der Veröffentlichung dieser Entscheidung (21. Februar 2022) versandt wurden, durften auf Kundenwunsch durch Inkassodokumente mittels CAD abgewickelt werden. Maßgeblich war das Datum des B/L (Seefracht) oder des AWB (Luftfracht). Für Lieferungen, die vor dem 22. Februar 2022 teilweise mit einer Abschlagszahlung bezahlt wurden, muss über den Restbetrag ein Akkreditiv eröffnet werden.
Die AHK hat die  entsprechende Anweisung der CBE bereitgestellt. Die AHK in Kairo eine FAQ-Liste zu den häufigsten Fragen in diesem Zusammenhang erstellt. 
Es gibt noch keine klare Auskunft, wie es mit anderen Zahlungsbedingungen aussieht, z. B. Inkassozahlungen mit Laufzeiten. Sobald hierzu weitere Informationen vorliegen, werden wir Sie hierzu informieren.
Bei Fragen steht Ihnen die AHK in Kairo zur Verfügung:
Frau Karin Elshafei
Telefon: +202 3333 8452
E-Mail: karinelshafei@ahk-mena.com