Export und Import von Holzverpackungen

Mit Holzverpackungen können Schädlinge eingeschleppt werden. Daher sind beim Export von Holzverpackungen in zahlreichen Ländern besondere Vorschriften zu beachten.

ISPM Nr. 15 

Weitere Informationen sind in den  “K+M”– Konsulats- und Mustervorschriften unter den entsprechenden Ländervorschriften nachzulesen.
Die meisten einzelstaatlichen Vorschriften wurden bereits durch einen internationalen Standard zur Behandlung von Holzverpackungen ersetzt; dies erfolgte auf Basis eines IPPC-Standards (ISPM Nr. 15).
Der Standard schreibt fest, in welcher Form Holzpackmittel aus Vollholz:
  • Paletten
  • Kisten
  • Stauholz u. a.
behandelt (Begasung, Hitzebehandlung) worden sein müssen, damit sie dauerhaft vor Schädlingsbefall geschützt sind; Wiederholungsbehandlungen sind nicht erforderlich.
Die Behandlung wird durch eine standardisierte Markierung “Ährenkennung” auf dem Holz dokumentiert. Es ist wichtig, dass alle Markierungen einwandfrei zu lesen sind.
Zusätzliche Behandlungszertifikate oder gar Pflanzengesundheitszeugnisse sollen damit überflüssig werden und nicht vorgelegt werden müssen. In zahlreichen Staaten werden nur noch entsprechend behandelte Holzverpackungen akzeptiert. Fehlende Behandlungen führen zur Nachbehandlung oder zur Zurückweisung der Lieferung.

Bestimmungen unbedingt einhalten

In der Vergangenheit erreichten die verantwortlichen Stellen (Pflanzengesundheitsdienste) in der Bundesrepublik Deutschland immer wieder Beanstandungen aus Drittländern wegen Verstößen gegen den ISPM Nr. 15. Meistens handelte es sich um die Verwendung unbehandelter und unmarkierter Holzpaletten und -kisten.
Fehlende Behandlungen können zur kostenpflichtigen Nachbehandlung oder zur Zurückweisung der Lieferung führen.
Fällt ein Unternehmen mehrfach wegen unbehandelter Holzverpackungen auf, droht diesem ein Importverbot im jeweiligen Drittland.
Es ist nicht auszuschließen, dass die Importländer wieder auf die Vorlage von Pflanzengesundheitszeugnissen bestehen, wenn die Verstöße gehäuft auftreten. Davon wären alle Exporteure betroffen. Darauf weist der Pflanzengesundheitsdienst Baden-Württemberg hin.
Alle Behörden appellieren daher an alle ex- und importierenden Unternehmen, die Bestimmungen einzuhalten und um negative Konsequenzen zu vermeiden ihre internationalen Lieferanten auf die Bestimmungen hinzuweisen!

Import von Holzverpackungen

Auch beim Import von Holzverpackungen in die Europäische Union muss der Standard ISPM Nr. 15 eingehalten werden. Die Vorschriften zur Entrindung der Hölzer bei der Einfuhr in die EU gelten seit 1. März 2006.

Holzverpackungen innerhalb der EU und im Warenverkehr mit der Schweiz

Holzverpackungen, die innerhalb der EU oder im Warenverkehr mit der Schweiz eingesetzt werden, müssen nicht gemäß ISPM-Standard Nr. 15 behandelt sein.
Wenn Sie Vollholzverpackungen verwenden, sollten Sie sich für das internationale Geschäft mit entsprechend behandelten Packmitteln eindecken. Bitte beachten Sie, dass nach den Paletten-Tauschklauseln behandelte und nicht behandelte Paletten als gleichwertig angesehen werden, daher können Sie nicht davon ausgehen, behandelte Paletten zurückzubekommen.

Zuständigkeiten

Das Julius Kühn-Institut und auch die International Plant Protection Convention (IPPC) haben weitere Informationen zu diesem Thema zusammengestellt.
Zuständige Behörden in Baden-Württemberg sind die Pflanzenschutzämter, das  landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg bzw. die Landratsämter für Pflanzenschutz.