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Hauser Eventservice GmbH: Zuständig für Good Vibes
Das Familienunternehmen Hauser aus Schwarzenfeld organisiert seit 2021 hauptsächlich Firmenfeiern, gelegentlich auch individuelle Hochzeiten. Wer mitten in der Pandemie eine Full-Service Eventagentur gründet und in diesem Jahr bereits 100 Veranstaltungen zu wuppen hat, beweist Mut, den richtigen Riecher und ein Talent für gelungene Events.
Wenn man ihn nach seiner Motivation für die Gründung der B2B-Eventagentur fragt, antwortet Georg Hauser vergnügt: „Bissl verrückt san mir alle scho.“ Seine beiden Kinder, Katharina, 29, und Sebastian, 26, stimmen sofort zu. Im April 2021 – in der Gastronomie herrschte gerade ein erneuter Lockdown – hat sich der ehemalige Geschäftsführer einer regionalen Brauerei gemeinsam mit Tochter und Sohn selbstständig gemacht. Der Zeitpunkt mag überraschen. Vater Georg konnte diesem jedoch nur Positives abgewinnen: „Wer in der Gastro schlau war, hat diese Zeit genutzt, um sich weiterzuentwickeln, hat neue Konzepte entwickelt und investiert.“ Tochter Katharina ergänzt: „Über Papas früheren Job waren wir schon immer viel auf Veranstaltungen und haben beobachtet, was man alles besser machen könnte. Das hat uns angespornt. Wir hatten sofort Lust mitzumachen!“ Aus ihrer eigenen Joberfahrung als Eventmanagerin wusste sie zudem, dass viele Firmen kein eigenes Personal für Events haben und daher mit der Veranstaltung von Firmenfeiern überfordert sind. In diese Lücke wollte die Familie vordringen.
Familiengespann in der Geschäftsführung
Georg Hauser hat also mit fast 50 Jahren seinen langjährigen Job gekündigt und mit beiden Kindern die Hauser Eventservice GmbH gegründet. Katharina hatte zuvor bei einem weltweit tätigen Landtechnik-Unternehmen in Schwandorf, dem die Familie persönlich sehr verbunden ist, internationale Event-Erfahrung sammeln können. Berufsbegleitend hat sie zudem einen Master in Betriebswirtschaft gemacht. Seit diesem Frühjahr ist sie, nach ein paar Jahren in Teilzeit, zu 100 Prozent im Familienbetrieb als gleichberechtigte Geschäftsführerin. Die 29-Jährige verantwortet die Veranstaltungsorganisation, Vater Georg die Unternehmensstrategie. Sebastian Hauser leitet den technischen Bereich. Sie betonen: Am besten funktionieren sie zu Dritt. „Wir erarbeiten gemeinsam für unsere Kunden individuelle Veranstaltungskonzepte, nutzen die bestehenden Netzwerke unseres Vaters, haben eigene, frische und junge Ideen, und sind gerade wegen dieser Konstellation so gut“, führt Sebastian Hauser näher aus.
Funktionieren am besten zu Dritt (v.l.): die Geschwister Sebastian und Katharina Hauser mit Vater Georg Hauser.
Leistungsbereite Nachwuchsgeneration
„Es heißt so oft, die junge Generation denke nur an ihre Freizeit“ – Sebastian Hauser möchte gerne ein Vorurteil aus der Welt räumen, weil er ganz andere Erfahrungen macht: „Viele junge Menschen sind sehr leistungsbereit!“ Auch sein eigener Qualitätsanspruch ist hoch: „Unsere Kunden sollen nach der Veranstaltung nicht nur rundum glücklich sein, weil alles geklappt hat, sondern wirklich tiefbeeindruckt nach Hause gehen.“ Dieses Rezept scheint aufzugehen, denn das noch junge Unternehmen macht bis dato kaum Werbung und hat dennoch sehr gut zu tun. „Unsere Events sind unsere beste Werbung“, erklärt sich das Katharina Hauser. „Zuverlässigkeit, Freundlichkeit und Zusammenhalt, aber auch eine große Leichtigkeit im Lösen auftretender Probleme und positive Stimmung machen uns aus – das spricht sich wohl herum.“
Vom Nebenerwerb zum Full-Service
Was vor einigen Jahren als kleiner Verleih für Kühlanhänger begonnen hat, ist binnen weniger Jahre zu einer Full-Service-Agentur mit breitem Angebot geworden. Umfangreiche Veranstaltungen wie das Inklusionsfest HerzMomente einer großen Versicherungsgesellschaft 2025 in Rieden mit rund 2.000 Gästen gehören zum Portfolio, genauso wie Tage der offenen Tür oder auch kleinere Firmenjubiläen. Sogar eine Zugweihe mit Rahmenprogramm für rund 1.300 Gäste haben die Hausers schon organisiert. Letztere war ein besonderer Ritt: „Hier sind wir kurzfristig drei oder vier Wochen vor dem Event eingesprungen, weil die ursprüngliche Agentur abgesprungen war.“ Normalerweise ist der Vorlauf für so ein großes Event viel länger: Sechs Monate waren es zum Beispiel bei dem Inklusionsfest. Hier gab es wegen einer zusätzlichen Laufveranstaltung und einem Konzert von Max Giesinger besonders viel zu organisieren: „Wir haben neben unseren klassischen Vorbereitungen ein besonderes Sicherheits- und Veranstaltungskonzept entwickelt, weil es sehr viele Gäste mit verschiedensten Beeinträchtigungen gab und wir alle Inklusionsansprüche berücksichtigen mussten“, erinnert sich Sebastian Hauser. Besondere Warnhinweise für Autisten und Epileptiker oder Menükarten in Blindenschrift waren für die junge Firma spannendes Neuland.
Lagerhallen werden zur Partylocation
Regelmäßig veranstaltet Hauser dagegen Kundenevents oder Weihnachtsfeiern für Unternehmen aus ganz Bayern. Dann verwandeln sie schlichte Lagerhallen in festliche Partylocations oder stellen Festzelte auf. „Da ist dann unsere ganze Kreativität gefragt, denn es soll ja jedes Jahr etwas Besonderes werden“, schildert Katharina Hauser die Herausforderung, die sie gerne annimmt. „Wir haben auch schon eine Drohenshow in Events eingebaut, weil der Kunde aus Nachhaltigkeitsgründen eine Alternative für ein Feuerwerk gesucht hat.“ Je nach Art und Größe der Veranstaltung holen sich Hausers erfahrene Partner ins Boot, dazu zählen Brauereien, Security oder spezielle Anbieter von Unterhaltungs- und Kinderprogrammen. Ihre Kunden haben beim Catering eine sehr breite Auswahl: Von Showcooking bis hin zum Flying Buffet oder einer rustikalen Grillstation ist alles möglich.
Für ein Straubinger Maschinenbau-Unternehmen hat Hauser 2024 ein Kundenevent sowie ein Familienfest mit mehr als 2.000 Gästen organisiert.
Die rund 80 Mitarbeitenden im Service beschäftigt die Agentur selbst – auf Minijob- Basis. „Wir können zum Glück nicht über Personalmangel klagen. Viele kommen zu uns auf Empfehlung von unseren Mitarbeitenden.“ Georg Hauser macht dafür mehrere Faktoren verantwortlich: eine Bezahlung über dem Mindestlohn, die positive Firmenphilosophie und ein wertschätzender Umgang miteinander. Eine kleine Sparte bei Hauser widmet sich zudem individuellen Hochzeiten. „Das erhalten wir uns ein bisschen für unsere Seele und das Herz“, schmunzelt Katharina Hauser. Was der Familienbetrieb dagegen nicht im Angebot hat, sind öffentliche Veranstaltungen. „Das überlassen wir lieber anderen“, so Georg Hauser.
Positiver Blick in die Zukunft
2025 hat das junge Unternehmen expandiert: 1,3 Millionen Euro wurden in ein neues Firmengebäude investiert, der Firmensitz von Schwandorf nach Schwarzenfeld verlagert. Und in zehn Jahren? Sehen sich die Hausers als europaweit tätige Eventagentur. Vater Georg wird dann voraussichtlich nicht mehr mit an Bord sein. „Mit 58 Jahren will ich mich aus der Geschäftsführung zurückziehen und alles der Jugend übergeben.“ Der energiegeladene 54-Jährige ist sich sicher, dann noch einmal ein neues berufliches Projekt zu starten. Die Geschäftsführung in der Eventagentur überlässt er dann getrost seinen beiden Kindern.