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Demokratie stärken
Demokratie bildet die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg, indem sie Rechtssicherheit, Planbarkeit und Vertrauen schafft. Angesichts polarisierender Debatten, gesellschaftlicher Spannungen und zunehmend extremistischer Narrative sind Firmen gefordert, Orientierung zu geben, Mitarbeitende zu schützen und eine faktenbasierte Diskussionskultur zu fördern. IHK-Präsident und P29-Group-Inhaber Christian Volkmer spricht im Interview über die Rolle und Verantwortung von Unternehmen in diesem Umfeld.
Herr Volkmer, was bedeutet demokratische Verantwortung heute für Unternehmerinnen und Unternehmer?
Christian Volkmer: Demokratische Verantwortung bedeutet für mich, dass Unternehmen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial und gesellschaftlich Haltung zeigen. Demokratie, der Rechtsstaat und freie Märkte sind die Grundlagen unternehmerischen Erfolgs. Doch ohne Rechtssicherheit, Verlässlichkeit und gegenseitiges Vertrauen funktionieren Investitionen und Innovation nicht. Als Arbeitgeber tragen wir auch Verantwortung dafür, Fakten von Populismus zu unterscheiden und unseren Mitarbeitenden aktiv Orientierung zu geben. Wer Freiheit und Wohlstand erhalten will, muss unsere Demokratie aktiv mitverteidigen.
Wie können Firmen klare Haltung zeigen, ohne parteipolitisch wahrgenommen oder vereinnahmt zu werden?
Haltung zeigen heißt nicht automatisch Parteipolitik betreiben. Unternehmen sollten sich klar zu den Grundwerten unserer Verfassung bekennen: Menschenwürde, Weltoffenheit, Rechtsstaatlichkeit und Vielfalt. Diese Werte sind nicht politisch, sondern die Geschäftsgrundlage jeder freien Wirtschaft. Wer sich konsequent an Fakten und an diesen Werten orientiert, statt an Populismus, Tagespolitik und Stimmungsmache, bleibt glaubwürdig und lässt sich von keiner Seite vereinnahmen.
Welche Rolle spielen Führungskräfte dabei, eine offene Diskussionskultur und einen respektvollen Umgang im Arbeitsalltag zu fördern?
Führungskräfte sind oft Vorbilder und prägen die Kultur eines Betriebs meist stärker als jedes Leitbild. Sie müssen einen Rahmen schaffen, in dem unterschiedliche Meinungen sachlich und respektvoll diskutiert werden können und zugleich klare Grenzen ziehen, wo Menschenfeindlichkeit oder Diskriminierung beginnen. Zuhören, moderieren und selbst faktenbasiert argumentieren sind dabei entscheidend. So entsteht ein Arbeitsklima, in dem sich alle sicher fühlen, Diskussionen Raum finden und niemand ausgegrenzt wird.
Der 14. Bayerische CSR-Tag am 29. September in München zeigt, wie Betriebe in herausfordernden Zeiten Verantwortung übernehmen können – für eine nachhaltige und resiliente Wirtschaft, eine gesunde Umwelt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
IHK-Präsident Christian Volkmer spricht dort als Referent über die politische Verantwortung von Firmen im Umgang mit demokratiefeindlichen Tendenzen.
Weitere Infos und Anmeldung zum 14. Bayerischen CSR-Tag
IHK-Präsident Christian Volkmer spricht dort als Referent über die politische Verantwortung von Firmen im Umgang mit demokratiefeindlichen Tendenzen.
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