Wirtschaft konkret
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Region - Ausgabe Juli 2026

Gründungsstandort mit Zukunft

Mit 104 aktiven Start-ups zählt Regensburg zu den festen Größen in der bayerischen Gründungslandschaft. Besonders ausgeprägt sind die Kompetenzen in Software, Gaming und Sport. Pro Kopf erreicht die Domstadt den 19. Platz im bundesweiten Vergleich. Dieser Erfolg ist vor allem das Ergebnis einer konsequenten Vernetzung.
Mit der Universität Regensburg und der OTH Regensburg gibt es vor Ort zwei starke Hochschulen, die unternehmerisches Denken früh fördern und aktiv begleiten. Ergänzt wird dieses Umfeld durch Einrichtungen wie Tech-Base, BioPark oder die Kreativbehörde. Gemeinsam mit der IHK und vielen weiteren Partnern entsteht so ein leistungsfähiges Zusammenspiel, das Gründende von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung unterstützt.

Kurze Wege als Erfolgsfaktor

„Regensburg hat ein Gründungsökosystem, das aus meiner Sicht vor allem durch Nähe und Verbindlichkeit stark ist. Hier kennen sich die Akteure, Wege sind kurz, und aus Gesprächen entstehen oft Kontakte oder Projekte“, sagt Tanja Braun, Bereichsleiterin Gründungsförderung bei der Digitalen Gründerinitative Oberpfalz (DGO). Die TechBase und die DGO begleiten Gründende auf ihrem Weg durch Beratung, Formate für Austausch und Sichtbarkeit, die Anbindung an Hochschulen, Firmen, Investoren und Fördermittelgeber sowie vergünstigte Büro- und Werkstattflächen. „Wie gut das funktioniert, zeigt zum Beispiel das Regensburger HealthTech- Start-up brainjo, das eine Seed-Finanzierung über zwei Millionen Euro abschließen konnte“, berichtet Braun.
Potenzial entsteht, wenn Ideen auf ein tragfähiges Netzwerk treffen.
Besonders wertvoll sei die Verzahnung von Wissenschaft, Wirtschaft, Technologie und Verwaltung. „Potenzial entsteht, wenn Ideen auf ein tragfähiges Netzwerk treffen“, zeigt sie sich sicher. Das schaffe ein Umfeld, in dem Ideen erprobt und zu marktfähigen Geschäftsmodellen weiterentwickelt werden könnten. Und nicht nur das: „Eine starke Gründungslandschaft bringt neue Impulse für Firmen, schafft Perspektiven für Talente, stärkt die Innovationskraft und macht Regensburg und die Oberpfalz als Zukunftsstandort sichtbar“, betont Braun.

Hochschulen als Innovationsmotor

Eine Schlüsselrolle im Regensburger Gründungsökosystem spielen die Hochschulen. Sie fungieren als Talentschmiede sowie Impulsgeber für Innovationen und Ausgründungen. Entscheidend dabei sei die enge Verzahnung von Theorie und Praxis, sagt Prof. Dr. rer. oec. Sean Patrick Saßmannshausen, Professor für Betriebswirtschaft und Entrepreneurship an der OTH: „Wir kombinieren industrienahe Forschung und Praxisbezug in der Lehre. Oft verfügen unsere Studierenden über eine Ausbildung und damit Branchenkenntnisse. Auf diesem Nährboden haben wir über die Jahre an unserer Hochschule eine Gründungskultur etabliert, die motivierend wirkt und zugleich team- und chancenbezogen agiert.“ Die OTH biete umfangreiche Angebote an, von der unternehmerischen Qualifizierung über die Gründungsberatung und -finanzierung bis hin zum IP-Management. „Mit unserem OTH Start-up Lab verfügen wir zudem über einen der bestausgestatteten Makerspaces zum Entwickeln von Prototypen in Deutschland, einschließlich der Beratung zur technischen Umsetzung komplexer Vorhaben“, berichtet Saßmannshausen.
Wir kombinieren industrienahe Forschung und Praxisbezug in der Lehre
Eine hohe Zahl an erfolgreichen Start-ups sei bereits unmittelbar aus der OTH hervorgegangen. „Wir sind mittlerweile zu einer zentralen Gründerschmiede für Regensburg und für Bayern geworden.“

Zusammenarbeit entscheidend

Trotz der positiven Entwicklung bleibt die Weiterentwicklung des Ökosystems eine gemeinsame Aufgabe aller Akteure. Das bestätigt Philipp Berr, Leiter der Abteilung Wissenschaft, Technologie und Cluster der Stadt Regensburg: „Regensburg spielt in der ersten Liga. Dieser Erfolg fußt auch auf einem starken Fundament, in dem Wissenschaft, Wirtschaft, Institutionen, Verwaltung und Politik Hand in Hand zusammenarbeiten.“ Entscheidend sei darüber hinaus, neue technologische Trends frühzeitig zu adressieren und die Innovationsfähigkeit in der regionalen Gründungslandschaft langfristig abzusichern. „Eine vitale Start-up-Landschaft ist der Kern unserer Wirtschaftsförderungsstrategie und Garant für die Zukunftsfähigkeit der gesamten Region. Doch wir dürfen nicht stehenbleiben. Wir brauchen noch mehr Mut zum Experimentieren und einen klaren Fokus auf technologische Zukunftsthemen“, betont Berr. Unternehmertum müsse noch aktiver unterstützt und die „Kultur des Machens“ weiter gestärkt werden. „Wir sind stolz auf unsere Gründerinnen und Gründer sowie auf das gesamte Ökosystem. Gemeinsam blicken wir zuversichtlich nach vorne: Regensburg ist eine Zukunftsregion – lassen Sie uns hungrig bleiben!“
Der Start-up-Guide Regensburg bietet einen Überblick über die wichtigsten Ansprechpartner, Netzwerke und Unterstützungsangebote für Gründende in der Region. Von Hochschulen und Gründerzentren über Cluster bis hin zu Wirtschaftsförderungen zeigt er die vielfältigen Möglichkeiten für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit auf.