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Offen sprechen
Die IHK unterstützt ausgewählte junge Unternehmen durch ein exklusives Mentorenprogramm. Erfahrene Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus dem IHK-Netzwerk stellen ihr Wissen und ihre Kontakte zur Verfügung, um Gründende bei den Herausforderungen in der Startphase zu begleiten und ein starkes Fundament für nachhaltigen Erfolg zu schaffen. Einer von ihnen ist Christian Plotzki, Inhaber des Gumprecht Concept Store in Regensburg, der seit 15 Jahren im stationären Einzelhandel unternehmerisch tätig ist.
Die Vorstellung vom Unternehmertum wird allzu oft romantisiert, weiß Christian Plotzki.
Herr Plotzki, was hat Sie motiviert, sich als Mentor zu engagieren?
Christian Plotzki: Ich liebe den Einzelhandel und ich weiß gleichzeitig, wie fordernd diese Branche sein kann. Unternehmertum wird oft romantisiert, die Realität ist deutlich komplexer. In den vergangenen 15 Jahren habe ich viele Höhen erlebt, aber auch Phasen, die Kraft gekostet haben. Genau diese Erfahrungen möchte ich weitergeben. Nicht belehrend, sondern ehrlich. Mentoring heißt für mich, offen über Chancen, Risiken und auch Zweifel zu sprechen – damit junge Unternehmerinnen und Unternehmer fundierte Entscheidungen treffen können.
Welche Erfahrungen aus Ihrer eigenen Laufbahn bringen Sie in Ihre Mentoring Arbeit ein?
Ich habe gelernt, dass nachhaltiger Erfolg Zeit braucht. Gerade im Einzelhandel sind Themen wie Standort, Sortiment, Liquidität und persönliche Belastbarkeit entscheidend. Diese Themen werden zu Beginn oft unterschätzt. Ich versuche, früh ein realistisches Bild von Selbstständigkeit zu vermitteln. Selbstständig zu sein ist kein Sprint, sondern eher ein Ultra Marathon. Wer das versteht, handelt langfristiger und meist auch ruhiger.
Woran erkennen Sie, ob ein Start up gute Erfolgschancen hat?
Für mich steht klar die Persönlichkeit im Mittelpunkt. Konzepte lassen sich anpassen, Strategien verändern. Entscheidend ist, wie jemand mit Verantwortung, Druck und Rückschlägen umgeht. Offenheit für Feedback, Lernbereitschaft und mentale Stärke sind aus meiner Erfahrung die wichtigsten Grundlagen für unternehmerischen Erfolg.
Welche typischen Denkfehler oder Herausforderungen sprechen Sie im Mentoring an?
Viele unterschätzen die mentale Seite der Selbstständigkeit. Unternehmertum bedeutet, Entscheidungen zu treffen, ohne alle Antworten zu kennen – und damit leben zu können. Wer glaubt, dass alles schnell planbar ist, wird früher oder später enttäuscht. Mentoring kann helfen, Erwartungen zu ordnen und einen realistischen Blick auf den eigenen Weg zu entwickeln.
Welchen Mehrwert bietet das Mentorenprogramm der IHK?
Der größte Mehrwert entsteht, wenn es menschlich passt. Wenn Vertrauen da ist, kann man offen sprechen – auch über Unsicherheiten und Fehler. Genau darin liegt die Stärke des Programms: im persönlichen Austausch auf Augenhöhe. Mentoring ist kein Vortrag, sondern Beziehung. Und die IHK schafft dafür einen sehr guten Rahmen.
Infos und Bewerbung zum IHK-Mentorenprogramm
Ansprechpartnerin:
Julia Pirzer | 0941 5694-264 | pirzer@regensburg.ihk.de
Ansprechpartnerin:
Julia Pirzer | 0941 5694-264 | pirzer@regensburg.ihk.de