Wirtschaft konkret
Nr. 6982486
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Mario Mirbach, Gründer und Geschäftsführer der PURE GRUPPE Architektengesellschaft mbH
Region - Ausgabe März 2026

Sparring auf Augenhöhe

Die IHK unterstützt ausgewählte junge Unternehmen durch ein exklusives Mentorenprogramm. Erfahrene Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus dem IHK-Netzwerk stellen ihr Wissen und ihre Kontakte zur Verfügung, um Gründende bei den Herausforderungen in der Startphase zu begleiten und ein starkes Fundament für nachhaltigen Erfolg zu schaffen. Wir haben den Architekten und Unternehmer Mario Mirbach gefragt, warum er Mentor bei der IHK wurde und welche Tipps er für Start-ups hat.
Was hat Sie motiviert, sich als Mentor zu engagieren?
Mario Mirbach: Im Kern sehe ich mich als begeisterungsfähigen Teamplayer mit hoher Entscheidungsfreude. Ich bin überzeugt davon, dass unternehmerische Entwicklung nicht im Alleingang entsteht, sondern im reflektierten Austausch. In der eigenen Gründungsphase zusammen mit meinem Geschäftspartner haben wir am Programm „Alt hilft Jung“ teilgenommen und daraus wertvolle, branchenübergreifende Erkenntnisse für die unternehmerische Praxis gewonnen. Heute möchte ich dieses Prinzip weitergeben und Gründende und Unternehmen im Wachstums- beziehungsweise Change-Prozess dabei unterstützen, ihre Entscheidungen frühzeitig zu schärfen, zu hinterfragen und strategisch einzuordnen.
Gibt es eine Erfahrung aus Ihrer eigenen Unternehmerlaufbahn, die Sie besonders gerne weitergeben?
Eine der zentralen Erfahrungen ist für mich der ganzheitliche Aufbau eines Unternehmens entlang seines Lebenszyklus: von der ersten Idee über die strukturierte Inkubation, die Finanzierung und den Teamaufbau bis hin zur passenden Unternehmensform, zum nachhaltigen Wachstum und – wenn sinnvoll – zur Vorbereitung auf einen Exit. Ich habe gelernt, dass jede Phase andere Anforderungen an Führung, Struktur und Entscheidungslogik stellt. Wer frühzeitig versteht, in welcher Entwicklungsstufe sich das eigene Unternehmen befindet, kann deutlich gezielter investieren – in Menschen, Prozesse und die Marktpositionierung.
Woran erkennen Sie, ob ein junges Unternehmen gut aufgestellt ist?
Der wichtigste Erfolgsfaktor ist aus meiner Sicht das Gründerteam selbst. Ich achte besonders auf die Kombination aus Leidenschaft, fachlichem Know-how, Ehrgeiz und emotionaler Stabilität. Ein Geschäftsmodell lässt sich anpassen oder neu ausrichten – ein ungeeignetes Team nur sehr schwer. Wenn ich erlebe, dass die handelnden Personen Verantwortung übernehmen, offen für Feedback sind und auch unter Druck reflektiert entscheiden, ist das für mich ein starkes Signal für langfristige Tragfähigkeit.
Welche Denkweisen oder Entscheidungen möchten Sie Gründenden frühzeitig mitgeben?
Ich halte Bauchentscheidungen im Unternehmertum für absolut legitim – oft sind sie Ausdruck von Erfahrung und Intuition. Gleichzeitig sollten die zugrunde liegenden Management- und Strukturentscheidungen immer systematisch vorgedacht und inhaltlich belegbar sein. Meine Kernaussage ist: Verantwortliche müssen jeden wesentlichen Schritt im Unternehmen verstehen, erklären und plausibilisieren können – seien es operative, technische, steuerliche oder juristische Belange. Alles, was nicht nachvollziehbar oder logisch begründbar ist, birgt ein strukturelles Risiko und sollte hinterfragt oder neu aufgesetzt werden.
Was macht das Mentoring Programm der IHK für junge Firmen besonders wertvoll?
Der besondere Wert liegt im qualifizierten Sparring auf Augenhöhe. Das Programm schafft einen Raum, in dem Ideen nicht nur vorgestellt, sondern gemeinsam geschärft, hinterfragt und in Szenarien durchdacht werden können. Für junge Betriebe ist es enorm hilfreich, strategische Entscheidungen vorab mit jemandem zu reflektieren, der ähnliche Phasen bereits durchlaufen hat – nicht als Vorgabe, sondern als strukturierte Spiegelung der eigenen Denk- und Handlungslogik.
Infos und Bewerbung zum IHK-Mentorenprogramm

Ansprechpartnerin:
Julia Pirzer | 0941 5694-264 | pirzer@regensburg.ihk.de