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Konjunkturbericht Branchen Herbst 2026

Bauwirtschaft

IHK-Konjunkturklimaindikator: 99,6 Punkte (↓)
  • Geschäftslage: Frühjahrswert nicht gehalten, Negativmeldungen nehmen leicht zu
  • 42 Prozent mit erhöhtem Auftragsvolumen von öffentlicher Hand
  • Hochbau holt auf: vorsichtige positive Signale aus dem Wohnungsbau
  • Weiter steigende Baukosten durch teure Kraftstoffe und Materialien
  • Ausblick: EZB-Zinserhöhung belastet die Geschäftserwartungen; anhaltende Hoffnung auf öffentliche Bauaufträge zum Jahresende
  • Saisoneffekt: Baunebengewerbe erwartet steigende Aufträge im Herbst
  • Beschäftigung: saisonüblicher Rückgang im Winter geplant; 64 Prozent vom Risikofaktor Fachkräftemangel betroffen

Dienstleistungen für Unternehmen

IHK-Konjunkturklimaindikator: 98,3 Punkte (↓)
  • Stimmung kippt: höchste Geschäftslagekurve aller Branchen, zugleich schlechteste Geschäftserwartungen
  • Kraftstoffkosten belasten Logistikbranche und transportintensive Dienstleistungen
  • 27 Prozent erwarten einen sinkenden Auslastungsgrad
  • Steigende Beschäftigungsabsichten bei jedem vierten Unternehmen; nur 25 Prozent der offenen Stellen können vollständig besetzt werden, 75 Prozent teilweise
  • Risikofaktor „Finanzierung“ springt seit Frühjahr von 7 auf 25 Prozent der Antworten
  • Branchensicht auf arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur Wettbewerbssteigerung: Stabilisierung Sozialversicherungsbeiträge und Flexibilisierung der Arbeitszeiten als Top-Forderungen

Handel

IHK-Konjunkturklimaindikator: 107,7 Punkte (↑)
  • Verbesserte Stimmung im Handel; starke Schwankungen im Großhandel
  • Hohe Lagerbestände über Sommer abgebaut; positive Effekte auf Lagerkosten und Kapitalbindung
  • Kampf mit Bürokratie: Verpackungsverordnung, neue Verbraucherregeln zu Umwelt- und Garantieangaben und Produktsicherheit etc.; Fülle an Vorgaben überfordert Handelsbetriebe
  • Trotz eingetrübter Verbraucherstimmung: Ein Drittel der Einzelhändler erwartet in den kommenden Monaten Umsatzsteigerungen und ein gutes Weihnachtsgeschäft
  • 72 Prozent setzen für höhere Flexibilität bei Personalplanung auf bestehendes Minijob-Modell

Industrie

IHK-Konjunkturklimaindikator: 111,6 Punkte (↑)
  • 32 Prozent mit guter Geschäftslage, 51 Prozent mit zufriedenstellender Lage
  • Trotz höherer Auftragsbestände: ein Drittel mit unzureichender Auslastung
  • Frühindikator: sinkende Fertigwarenbestände in der Ge- und Verbrauchsgüterindustrie als Zeichen steigender Produktionsprozesse
  • Energiezuschläge bei Rohstoffpreisen in Deutschland erhöhen Kostenbelastung; Transportkostenanstieg durch höhere Kraftstoffpreise, internationale Lieferkettenstörungen und Niedrigwasser
  • 59 Prozent der Industrieunternehmen mit Auslandsstandorten planen dort einen Beschäftigungsaufbau
  • Erstmals seit 2023 per Saldo leicht positive Investitionsabsichten am heimischen Standort; 24 Prozent mit steigenden Auslandsinvestitionen

Tourismus

IHK-Konjunkturklimaindikator:101,3 Punkte (↓)
  • Sommerwetter: Gastronomie und Tourismusdestinationen sehr zufrieden mit der Saison; Beherbergungsgewerbe bleibt hinter den Herbstwerten 2025 zurück
  • 93 Prozent setzen auf Minijobs zur Flexibilisierung der Personalplanung und finden auf diesem Weg neue Arbeitskräfte
  • Erwartete Lebensmittelpreissteigerungen fließen in die Preiskalkulation für die Wintersaison ein; 54 Prozent der Branche planen Preiserhöhungen
  • Reisegewerbe: Sinkende Urlaubslust bei Kunden erwartet - v.a. Zweit- und Drittreisen dürften den höheren Lebenshaltungskosten zum Opfer fallen
  • Investitionsneigung: 26 Prozent planen Neuanschaffungen und Umbauten in den Wintermonaten; Arbeitskräftemangel verstärkt den Fokus auf Rationalisierung