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BIHK-Konjunkturbericht Herbst 2026
Die bayerische Wirtschaft zeigt wieder eine Aufwärtsbewegung, sie verlässt ihr Dauertief aber nur langsam. Der BIHK-Konjunkturindex holt den im Frühjahr mit dem Beginn des Iran-Kriegs verzeichneten Rückgang wieder auf und legt um vier Punkte auf 105 Zähler zu. Der Index erreicht aber nur den Stand vom Herbst 2025 und bleibt weiter unter dem langjährigen Durchschnitt von 111 Punkten. Spürbar über diesem Wert lag der Index zuletzt zu Jahresbeginn 2022. An der aktuellen Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) haben sich 3.200 Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen beteiligt.
Die Geschäftslage der bayerischen Unternehmen hat sich aufgehellt. Der Saldo aus guten und schlechten Lageurteilen steigt auf 14 Punkte und gewinnt damit sowohl gegenüber dem Frühjahr als auch gegenüber dem Herbst 2025 jeweils fünf Zähler. Er liegt aber weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 17 Punkten. Für Rückenwind sorgen vorübergehend die schuldenfinanzierten Staatsausgaben sowie eine leichte Belebung der Auslandsnachfrage.
Die Geschäftserwartungen fallen zwar etwas weniger pessimistisch aus als noch im Frühjahr, bleiben aber insgesamt schwach. Der Erwartungssaldo steigt um drei Zähler auf minus drei Punkte und liegt damit sogar unter dem Niveau des Herbstes 2025. Seit nahezu fünf Jahren unterschreiten die Erwartungen den langjährigen Durchschnitt von sieben Punkten.
„Die Unternehmen spüren einen Aufwind, investieren aber nicht. Das ist ein Warnsignal für den Standort", so BIHK-Präsident Peter Inselkammer. „Die Rekordunzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zeigt, dass Wachstum und Investitionen weiter durch strukturelle Probleme gebremst werden. Die Unternehmen leiden unter hohen Arbeitskosten, steigenden Energiepreisen und einer immer größeren Regulierungsdichte", so Inselkammer.
Damit aus der derzeitigen Stabilisierung ein echter Aufschwung werden kann, sei ein entschlossener Reformkurs dringend notwendig. Der BIHK fordert bei den Lohnnebenkosten einen Deckel der Sozialversicherungsbeiträge bei 40 Prozent, Entlastung bei den Energiekosten sowie eine konsequente Entbürokratisierung auf nationaler und europäischer Ebene. Als Sofortmaßnahme sei eine mindestens einjährige Bürokratiepause nötig, die zum Vereinfachen und Streichen vorhandener Regularien genutzt werden sollte. Gleichzeitig müsse die Politik die öffentlichen Finanzen auf eine tragfähige Grundlage stellen, staatliche Mittel effizienter einsetzen und die zusätzlichen Schulden gezielt für Wachstum und Zukunftsinvestitionen verwenden.