Geschäftsbericht 2025
Nr. 5812838
Ein Foto der Wahlenstraße in Regensburg

Standort stärken

Innovation: Wege zu neuen Partnern

Die IHK will Synergien bei den Mitgliedsunternehmen schaffen, indem sie sie mit Innovations- und Gründungsinstitutionen vernetzt und so bei der Suche nach passenden Partnern unterstützt. Dafür wurden eine neue, digitale Innovationslandkarte sowie ein Innovationswegweiser geschaffen. Eine starke Zusammenarbeit, verlässliche Netzwerke und gegenseitige Unterstützung sind essenzielle Faktoren, um Innovationen in einer dynamischen Geschäftswelt voranzutreiben und künftig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Bürokratie statt KI

Der Digitalisierungsgrad der bayerischen Unternehmen blieb nahezu unverändert. Mit einer Note von 2,8 bewerteten die Betriebe in der IHK-Digitalisierungsumfrage erneut ihren Digitalisierungsgrad wie im Vorjahr. Zentrales Problem ist der Zeitmangel für umfassende Digitalisierungsmaßnahmen. Unternehmen setzen daher große Hoffnungen in die KI. Generative KI-Anwendungen, etwa zur Verarbeitung von Texten, Bildern und Medien, sind dabei führend. Gleichzeitig wird die Bedrohung durch Cyberangriffe immer komplexer. Die Zahl der betroffenen Unternehmen ist von 22 auf 23 Prozent gestiegen. Betrug, Ransomware und der Diebstahl digitaler Daten zählen zu den häufigsten Angriffsarten.

Handel unter Druck

Der regionale Handel befindet sich an einem Wendepunkt. Während Bürokratie, internationale Konkurrenz und Fachkräftemangel große Belastungen darstellen, bietet die Digitalisierung gleichzeitig wichtige Zukunftschancen. Beim IHK-Handelsausschuss diskutierten Unternehmerinnen und Unternehmer mit politischen Vertretern über notwendige Reformen und Unterstützungsmaßnahmen. EU-Parlamentarier Christian Doleschal unterstrich die Notwendigkeit, die Regulierung effizienter zu gestalten. Er wies darauf hin, dass die aktuelle Gesetzeslage gerade kleinere Händler unverhältnismäßig belaste. Maximilian Mehler, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses erklärte: „Es fehlt nicht an der Bereitschaft zur Digitalisierung, sondern oft an den notwendigen Ressourcen, um digitale Maßnahmen umzusetzen.“ Politik und Wirtschaft müssten an einem Strang ziehen, nur so könne der stationäre Handel überleben, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes. Die von Dr. Georg Wittmann vorgestellte IHK-ibi-Handelsstudie zeigte, dass der rein stationäre Handel weiter abnimmt, digitale Vertriebswege zunehmend genutzt werden und sich viele Unternehmen digital schlechter aufgestellt sahen als noch vor wenigen Jahren.

Anpacken statt abwarten

Nach der Bundestagswahl forderte die IHK Regensburg schnelle Reformen und eine zügige, stabile Regierungsbildung. Präsident Michael Matt betonte, dass vor allem die ausufernde Bürokratie die Wirtschaft massiv bremse. Kleinteilige Regulierungen und umfangreiche Dokumentationspflichten kosteten Deutschland jährlich Milliarden. Die IHK fordert daher, staatliche Vorgaben systematisch zu überprüfen, unnötige Regeln zu streichen und vor Beschlüssen Praxis‑, Digital‑ und Wachstumspotenzial‑Checks einzuführen.
Ein weiteres Kernproblem ist der Fachkräftemangel. In Bayern könnten bis 2037 rund 630.000 Arbeitskräfte fehlen. Um das zu verhindern, müsse die Erwerbstätigkeit älterer Menschen und von Frauen erhöht, Zuwanderung erleichtert und Geflüchtete schneller in Arbeit gebracht werden.
Auch bei der Digitalisierung besteht großer Handlungsbedarf. 60 Prozent der bayerischen Unternehmen sehen Aufholbedarf. Benötigt werden eine moderne digitale Verwaltung, bessere Qualifizierung und mehr Offenheit für neue Technologien wie KI.
Damit Deutschland wirtschaftlich stark bleibt, braucht es laut IHK außerdem eine wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik, marktorientierte Steuerungsinstrumente und stabile öffentliche Finanzen.

IHK fordert Windkraft-Ausbau

Die IHK Regensburg drängt auf einen schnellen Ausbau der Windkraft, um Unternehmen eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung zu gewährleisten. Hohe Energiekosten und bürokratische Hürden gefährden Investitionen und die Klimaziele vieler Betriebe. Ohne ausreichend erneuerbare Energie drohen Standortnachteile und mögliche Verlagerungen. Kommunen spielen eine zentrale Rolle, denn sie müssen Flächen bereitstellen und Überzeugungsarbeit leisten. Die IHK warnt vor einem wachsenden „St.-Florians-Prinzip“, das Klimaschutz und regionale Wirtschaft schwächt. Zudem lehnt sie eine Teilung der deutschen Strompreiszone ab, da dies höhere Strompreise in Bayern verursachen würde. Besonders die energieintensive Industrie der Region ist auf verlässliche Versorgung angewiesen.

Nachbarn profitieren voneinander

Die grenzüberschreitende Karte der Region Oberpfalz-Kelheim und Pilsen zeigt, welches wirtschaftliche Potenzial beide Regionen gemeinsam heben können. Die Wirtschaftsräume sind eng miteinander verflochten und profitieren stark voneinander. Die gemeinsame Wirtschaftsleistung der Regionen ist von 63 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 67,3 Milliarden Euro im Jahr 2023 gestiegen. In beiden Regionen dominieren die Automobilindustrie und der Maschinenbau den Umsatz, während in Pilsen zusätzlich die Lebensmittelproduktion eine wichtige Rolle spielt. Insgesamt beschäftigen rund 1.350 Betriebe mehr als 238.000 Menschen, davon etwa 30.000 bei deutschen Investoren in der Region Pilsen. Deutsche Unternehmen zählen dort zu den wichtigsten Arbeitgebern und Kapitalgebern. Ausländische Beschäftigte tragen stark zur regionalen Arbeitsmarktsituation bei. In Pilsen stellen sie rund ein Drittel der Arbeitskräfte, im IHK‑Bezirk etwa 15 Prozent, darunter mehr als 13.000 tschechische Pendler. Die Region steht jedoch vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel, demografischem Wandel und einer unzureichend ausgebauten Infrastruktur. Die Unternehmen setzen verstärkt auf digitale Transformation und Künstliche Intelligenz, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

7. Regensburger Energiekongress

Wie kann eine wettbewerbsfähige und klimafreundliche Energieversorgung gelingen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 7. Regensburger Energiekongresses, der Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an der OTH Regensburg zusammenbrachte. Zwei Tage lang diskutierten rund 160 Teilnehmenden über zukunftsweisende Strategien, innovative Lösungen, aktuelle Trends, Herausforderungen und Best-Practice-Beispiele für die Energiebranche. Ein Höhepunkt des Kongresses war die Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Tobias Gotthardt, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und namhaften Referenten und Referentinnen aus der Energiebranche. Die Diskussion zeigte eindrucksvoll die Komplexität der Energieversorgung auf – sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher und regulatorischer Hinsicht. Dr. Jürgen Helmes, IHK-Hauptgeschäftsführer, betonte in seinem Statement die Notwendigkeit einer flexiblen Stromnachfrage. Viele Unternehmen könnten ihre Produktionsprozesse nicht einfach anpassen.

Reformen für mehr Wachstum nötig

Der IHK-Industrieausschuss forderte von der neuen Bundesregierung eine Reformagenda, um die Wirtschaft nach der konjunkturellen Durststrecke der letzten Jahre wieder anzukurbeln. Ausschussvorsitzender Stephan K. Fischer kritisierte ungünstige Rahmenbedingungen wie hohe Bürokratie, fehlende Planungssicherheit, hohe Energie- und Arbeitskosten sowie eine unzureichende Infrastruktur. Gerade der Bürokratieabbau dürfe keine Symbolpolitik bleiben, sondern müsse spürbar bei den Betrieben ankommen, so der Konsens. Darüber hinaus ist ein leistungsfähiges Verkehrssystem für die Industrie vor Ort unverzichtbar, sowohl für den reibungslosen Güterverkehr als auch die Mobilität der Mitarbeitenden. „Wir begrüßen, dass wichtige Sanierungsmaßnahmen angegangen werden. Allerdings sind die Bauphasen mit zeitweise erheblichen Verkehrseinschränkungen verbunden, die so gut wie möglich abgefedert werden müssen“, erläuterte IHK-Verkehrsexperte Manuel Lorenz, der über den Sachstand bei wichtigen Verkehrsprojekten informierte.

Künstliche Intelligenz bei Versicherungen

Künstliche Intelligenz verändert die Versicherungsbranche spürbar, insbesondere im Vertrieb und in der Weiterbildung. Beim Ostbayerischen Versicherungstag in Regensburg betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes, dass Unternehmen, die die Bedeutung von KI unterschätzten, langfristig den Anschluss verlieren werden. Rund 130 Versicherungsvermittler aus Niederbayern und der Oberpfalz diskutierten die Chancen und Herausforderungen des KI-Einsatzes. Referent Robert Jung zeigte ein eindrucksvolles Beispiel für den praktischen Einsatz von KI, indem er seinen Vortrag von einem KI-generierten Avatar eröffnen ließ. Jung, der für die Qualifizierung des Vertriebspersonals einer großen Versicherung zuständig ist, nutzt KI gezielt, um die Weiterbildung von Vermittlern zu verbessern. Statt klassischer Vertriebsschulungen werden die Mitarbeitenden heute in Dialogen mit einer KI trainiert, was er live demonstrierte.

Deepfakes auf der Spur

Beim 20. Ostbayerischen Sachverständigentag in Regensburg stand der Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Fokus. Rund 180 Teilnehmer aus verschiedenen Sachverständigenbereichen nutzten die Veranstaltung zum fachlichen Austausch über die Chancen und Risiken von KI. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes betonte die wachsende Bedeutung öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, da ihre Gutachten in Zeiten von Digitalisierung, Informationsflut und Fake News besonders ver lässliche Orientierung bieten. Der Medienforensiker Dr. Stefan K. Braun zeigte, wie vielfältig Fotos, Audio- und Videoaufnahmen heute manipuliert werden können und wie Medienforensiker solche Fälschungen aufdecken. Er erklärte, dass Bildmanipulation zwar so alt ist wie die Fotografie selbst, digitale Methoden jedoch deutlich komplexere Eingriffe ermöglichen. Auch bei Videos kommen ähnliche Prüfverfahren sowie KI-gestützte Auswertungen zum Einsatz. Zu seinen Auftraggebern zählen Gerichte, Journalisten, Ermittlungsbehörden und Privatpersonen, die häufig intime oder heikle Aufnahmen überprüfen lassen möchten. Wie KI im Sachverständigenbüro selbst eingesetzt werden kann, erläuterte der Experte Jens Kestler. Fazit der Veranstaltung: KI bietet sowohl Chancen als auch neue Herausforderungen schafft, der verantwortungsvolle Einsatz jedoch klar im Vordergrund stehen muss.

Voneinander lernen

Bei einem gemeinsamen Treffen der Tourismusausschüsse der IHK Regensburg und der IHK Dresden diskutierten die Mitglieder darüber, welche Chancen und Herausforderungen die Tourismusbranche derzeit prägen. Beide Seiten betonten, dass Betriebe besonders mit Regionalität und hoher Qualität überzeugen können, während Bürokratie und der Fachkräftemangel weiterhin große Hürden darstellen. Ausschussvorsitzende Kathrin Fuchshuber machte deutlich, dass die Branche seit der Corona-Pandemie stark gefordert ist. Explodierende Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal sowie immer kurzfristigere Buchungen erschweren den Betrieben die Planung. Sie forderte von der Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen und eine dauerhafte Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent.
Man war sich einig, dass man den politischen Entscheidungsträgern noch mehr Zahlen und Fakten liefern müsse, um den Wert der Tourismusbranche sichtbarer zu machen. Der Tourismusverband Ostbayern gab dazu mit den IHKs Regensburg und Niederbayern eine Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus heraus. Sie zeigt, dass der touristische Bruttoumsatz innerhalb von zehn Jahren um 800 Millionen Euro auf 5,2 Milliarden Euro gestiegen ist. Auf die Oberpfalz und den Landkreis Kelheim entfallen davon 2,4 Milliarden Euro. Laut TVO-Vorstand Dr. Michael Braun trägt der Tourismus maßgeblich zu Einkommen, Beschäftigung und regionaler Entwicklung bei. Insgesamt sichert die Branche in Ostbayern rund 82.000 Arbeitsplätze und schafft Einkommenseffekte von etwa 2,5 Milliarden Euro. Besonders stark ist das Segment des Tagestourismus, das 45,4 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. 2024 wurden zudem 19,9 Millionen gewerbliche Übernachtungen verzeichnet, ergänzt durch 9,9 Millionen Übernachtungen bei Freunden und Verwandten. Die Gastronomie ist mit knapp 50 Prozent der größte direkte Profiteur. Auch der Staat gewinnt: Aus dem touristischen Umsatz fließen 573 Millionen Euro an Mehrwertsteuer an den Bund, während die Kommunen rechnerisch 481 Millionen Euro an Steuereinnahmen zurückerhalten. Die Untersuchung zeigt deutlich, dass Investitionen in touristische Infrastruktur und Vermarktung wirtschaftlich sinnvoll sind.

Personalmangel bleibt ein Hindernis

Sollte sich die Entwicklung nicht ändern, drohen der Wirtschaft in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim bis 2028 Einbußen von bis zu 3,5 Milliarden Euro an Wertschöpfung prognostizierte der Arbeitsmarktradar der bayerischen IHKs. Dies entspricht nahezu sechs Prozent der gesamten regionalen Wertschöpfung. Aufgrund des demografischen Wandels fehlt es flächendeckend an Personal. Ohne gezielte Maßnahmen wird sich die Situation weiter verschärfen. Zwischen 2018 und 2023 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim um 6,8 Prozent. Doch der Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern stellt weiterhin eine wachsende Herausforderung dar. 2023 blieben 36.000 Stellen unbesetzt – mehr als der errechnete Arbeitskräftemangel von 23.000. Bis 2028 könnte sich diese Zahl auf 46.000 offene Stellen und eine Fachkräftelücke von knapp 32.000 erhöhen.

Gemeinsam gegen Cyberkriminalität

Vom simplen Phishing bis zu komplexen Hackerangriffen – Cyberattacken werden immer raffinierter. Um gemeinsam Lösungen für die wachsenden Risiken zu finden, tauschten sich Anfang April Experten aus Tschechien und Bayern bei der Cyber Security Konferenz zur IT-Sicherheit aus.

Kommunen gestalten Zukunft

Die IHK Regensburg hat den Markt Essing und die Stadt Amberg mit dem Kommunalentwicklungs-Award 2025 ausgezeichnet. Beide Kommunen überzeugten die Jury mit Projekten, die Kreativität, Bürgerengagement und wirtschaftliche Wirkung verbinden. In der Kategorie der kleineren Kommunen gewann Essing mit dem Kulturprojekt „MEMU – Mensch und Museum“, das in einem sanierten Pfarrhof ein Zentrum für Kunst, Geschichte und Musik geschaffen hat und so die regionale Identität stärkt. In der Kategorie der größeren Kommunen wurde Amberg für die „Innenstadt-Million“ geehrt, ein umfassendes Bürgerbeteiligungsprojekt, bei dem über 250 Ideen eingereicht und in ein strategisches Konzept für die Innenstadtentwicklung überführt wurden. Bei der Preisverleihung betonte Staatsminister Albert Füracker die Bedeutung effizienter Vorschriften sowie die Rolle der Kommunen für die wirtschaftliche Stärke der Region. In einer Keynote hob Jan Vorholt die Notwendigkeit hervor, Innenstädte zu multifunktionalen Treffpunkten weiterzuentwickeln und dabei Handel, Gastronomie und Kultur stärker zu vernetzen. Neben den Preisträgern wurden auch Schorndorf, Waldthurn und Neumarkt als Finalisten gewürdigt.

Wirtschaft trifft Sport

Bei der Veranstaltung „Neue Impulse für Ihr Business – Was Unternehmen vom Sport lernen können“ von IHK und Stadt Regensburg schilderte der paralympische Radsportler Matthias Schindler seinen Weg vom angehenden Polizeipiloten zum Weltmeister und Olympiamedaillengewinner. Nach einer Operation, die zu einer inkompletten Querschnittlähmung führte, setzte er sich neue Ziele und betonte, dass der größte Erfolg darin liege, aus Niederlagen zu wachsen. Die Veranstaltung zeigte, wie eng Sport und Wirtschaft verknüpft sind. IHK-Präsident Christian Volkmer hob hervor, dass Zielstrebigkeit, Teamgeist und ein starkes Mindset beiden Bereichen eigen sind und dass sportliches Engagement Unternehmen bei Themen wie Employer Branding, Teambuilding und gesellschaftlicher Verantwortung unterstützt. Vertreter aus Vereinen und Verbänden erläuterten zudem Kooperationsmöglichkeiten für Unternehmen. Weitere Impulse kamen vom Deutschen Eishockey-Bund und dem integrativen Projekt Team Bananenflanke. Die Stadt Regensburg betonte die Bedeutung des Spitzensports für Infrastruktur und regionale Strahlkraft. Gastgeber Armin Zimmermann zeigte abschließend, wie sich Baseball in Regensburg zu einer professionellen Struktur mit internationalem Niveau entwickelt hat.

Tradition, Innovation und eine Grenze, die verbindet

Bei der Veranstaltung „Business meets Culture“ in der Park-Arena der Landesgartenschau in Furth im Wald trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur aus Bayern und Tschechien, um die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu betonen. IHK-Präsident Christian Volkmer hob hervor, dass die wirtschaftliche Verflechtung zwischen beiden Ländern auf Vertrauen, Innovation und gemeinsamen Werten beruhe. Auch Bernard Bauer von der DTIHK und IHK-Vizepräsident Dr. Alois Plößl betonten die Rolle der Unternehmen als verbindende Akteure und sahen die Landesgartenschau als Symbol gelebter Nachbarschaft. Die Redner unterstrichen, dass kulturelle Impulse wie die Landesgartenschau Stadtentwicklung und Tourismus stärken können und dass gemeinsame Innovationskraft nötig ist, um regionalen Herausforderungen zu begegnen.

Produktivität neu denken

Der 2. Regensburger Innovationskongress zeigte, dass Produktivität nur im Zusammenspiel von Mensch, Maschine und einer klaren Unternehmenskultur entsteht. Rund 200 Teilnehmende diskutierten an der TechBase Regensburg darüber, wie Unternehmen angesichts von Digitalisierung, KI und Fachkräftemangel effizienter werden können. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes betonte die Bedeutung von Innovationskraft für die Wettbewerbsfähigkeit der Region und verwies auf die starke Forschungslandschaft in Regensburg. Referent Hanno Kempermann vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult machte deutlich, dass Deutschland zwar bei IT-Infrastruktur zurückliege, aber große Potenziale in Bereichen wie autonomem Fahren, Robotik und KI habe. Mehrere Experten zeigten, wie datenbasierte Prozesse, KI-gestützte Planung und smarte IT-Systeme Unternehmen produktiver machen können. Ein zentraler Punkt war, dass KI in der Robotik und im Anlagenbau nur dann wirksam ist, wenn ausreichend hochwertige Daten verfügbar sind. Ebenso wurde betont, dass Mensch und Maschine als Team agieren müssen: Intelligente Systeme sollen Beschäftigte unterstützen, nicht ersetzen. Entscheidend sei eine Unternehmenskultur, die Mitarbeitende frühzeitig einbindet und ihnen den Einstieg in digitale Arbeitswelten erleichtert, wie Beispiele aus Logistik, Industrie und Forschung zeigten.

Container-Terminal muss kommen

Der Wirtschaftsstandort Regensburg braucht das geplante Container-Terminal im Stadtteil Burgweinting, hieß es bei der Sitzung des IHK-Ausschusses Mobilität, Logistik und Infrastruktur. Das Container-Terminal wird ein zentraler Knotenpunkt im Schienengüterverkehr werden. Markus Schmid, Vorsitzender des IHK-Ausschusses, betonte die strategische Bedeutung des Projekts. Das Terminal werde besonders dabei helfen, Verkehre von der Straße auf die Schiene zu verlagern und die Logistikstrukturen in Bayern langfristig zu optimieren.
Im Fokus der Sitzung standen auch aktuelle verkehrspolitische Entwicklungen der EU-Kommission in Brüssel sowie die Erweiterung des Regensburger Verkehrsverbunds (RVV). RVV-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein berichtete über die Fortschritte und den politischen Willen, die Mobilität in der Region nachhaltig zu stärken.

Tourismus für Ostbayern immer wichtiger

Der Tourismus bleibt einer der zentralen Wirtschaftsfaktoren in Ostbayern. Eine Studie von TVO und den IHKs bestätigte: Der touristische Bruttoumsatz ist in zehn Jahren von 4,4 auf 5,2 Milliarden Euro gestiegen, davon entfallen 2,4 Milliarden auf die Oberpfalz und den Landkreis Kelheim. Laut TVO-Vorstand Dr. Michael Braun stärkt die Branche Einkommen, Beschäftigung und regionale Entwicklung. Insgesamt schafft der Tourismus rund 82.000 Arbeitsplätze und generiert 2,5 Milliarden Euro Einkommenseffekte.
Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes betont die breite Wirkung: Vom Tourismus profitieren nicht nur Hotellerie und Gastronomie, sondern auch Einzelhandel, Freizeitbetriebe, Dienstleister und Zulieferer. Die Gastronomie ist mit fast 50 Prozent wichtigster direkter Profiteur.
Der Tagestourismus ist mit 45,4 Prozent Umsatzanteil das größte Segment und sorgt ganzjährig für Frequenz in der Region. 2024 wurden 19,9 Millionen gewerbliche Übernachtungen gezählt, ergänzend dazu 9,9 Millionen bei Verwandten- und Bekanntenbesuchen. Pro Person und Tag geben Gäste etwa 144 Euro aus.
Aus dem touristischen Umsatz resultieren darüber hinaus 573 Millionen Euro Mehrwertsteuer für den Bund und rechnerisch 481 Millionen Euro Rückflüsse für ostbayerische Kommunen. Fazit: Investitionen in Infrastruktur und Vermarktung zahlen sich nachhaltig aus.

Handel zeigt Mut zur Transformation

Der IHK-Handelsausschuss befasste sich bei seiner Herbstsitzung mit der Frage, wie der regionale Handel den tiefgreifenden Wandel zwischen Digitalisierung, Fachkräftemangel und wachsender Bürokratie bewältigen kann. Zum Auftakt informierten sich die Mitglieder über das preisgekrönte Amberger Projekt „Innenstadt-Million“, das laut Oberbürgermeister Michael Cerny die Stadt belebt und die Gemeinschaft gestärkt hat. Ausschussvorsitzender Maximilian Mehler betonte, dass der Handel trotz steigender Kosten und neuer Auflagen große Innovationskraft zeige, forderte jedoch weniger Regulierung und mehr Vertrauen in die Betriebe. Die Mitglieder verlangten stabile politische Rahmenbedingungen, um Investitionen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Personal zu ermöglichen. Einen praktischen Einblick gab Siegfried Bäumler von der Arbeitsagentur Schwandorf mit dem „Incoming-Projekt Kirgistan“, das die Integration internationaler Auszubildender unterstützt. Helmut Hagner von der FREY-Unternehmensgruppe schilderte die Herausforderungen und Chancen dieser Nachwuchskräfte. Zudem diskutierten die Mitglieder moderne Ansätze zur Fachkräftegewinnung, darunter flexible Arbeitszeiten, Social-Media-Recruiting und KI-gestützte Bewerberauswahl. Der Handel der Oberpfalz zeigt damit, dass der Wandel mit Eigeninitiative und digitalen Werkzeugen gestaltbar bleibt – vorausgesetzt, Politik und Verwaltung schaffen verlässliche Rahmenbedingungen.

Wettbewerbsfähigkeit duldet keinen Aufschub mehr

Die regionale Industrie weist seit Jahren darauf hin, dass Deutschland dringend Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit braucht. Trotz erster Initiativen bleibt die Wirkung aus, und nach drei Jahren Rezession ist die Stimmung weiterhin angespannt. Bei ihrer Herbstsitzung betonten die Mitglieder des IHK-Ausschusses Industrie, Umwelt, Energie und Technologie, dass strukturelle Probleme keinen Aufschub mehr dulden. Sie fordern mehr Planungssicherheit, weniger Bürokratie, sinkende Energie- und Lohnnebenkosten sowie eine digitalisierte Verwaltung und Investitionen in Infrastruktur. Wie leistungsfähig die Industrie der Region ist, zeigte Geschäftsführer Dr. Nicolas Maier-Scheubeck von der Maschinenfabrik Reinhausen. Er erläuterte, wie das Unternehmen mit weltweit über 5.500 Mitarbeitenden intelligente Systeme für eine sichere und resiliente Stromversorgung entwickelt. Innovation sei entscheidend, insbesondere angesichts von Klimawandel, Digitalisierung und globalem Protektionismus. Ergänzend machte Prof. Dr.-Ing. Stephan Rupp deutlich, dass Investitionen in die Energiewende langfristig Kosten sparen. IHK-Experte Richard Röck verwies jedoch darauf, dass Bürokratie und langsame Genehmigungen Fortschritte ausbremsen.

Nordspange vernetzt Regensburg

Die Nordspange Regensburg, bestehend aus dem Neubau der Sallerner Regenbrücke, der Umgestaltung des Lappersdorfer Kreisels sowie dem Ausbau und der Einhausung der Nordgaustraße, zählt zu den zentralen Infrastrukturprojekten für die Stadt und die gesamte Region. Sie soll den Verkehr auf einer leistungsfähigen, schallgeschützten Trasse bündeln und die Verbindung über den Regen nachhaltig verbessern. Darüber hinaus trägt sie zur Entlastung anderer wichtiger Verkehrswege bei, beispielsweise dem Pfaffensteiner Tunnel. „Die Nordspange ist ein Schlüsselprojekt für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Regensburg“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes, bei einem Treffen des Unterstützerkreis Nordspange Regensburgs mit der IHK, und müsse zügig realisiert werden.

Klares Bekenntnis zur Wirtschaft

Beim IHK-Gremium Regensburg standen in der Herbstsitzung die kommunalpolitischen Forderungen der regionalen Wirtschaft im Fokus. Gremiumsvorsitzende Petra Betz betonte, Stadt und Landkreis müssten die Bedeutung der Unternehmen stärker anerkennen. Unternehmertum und Mittelstand stellten nicht nur Arbeitsplätze, sondern finanzierten über ihre Steuerleistung einen Großteil der öffentlichen Aufgaben. Angesichts wachsender globaler Konkurrenz brauche es verlässliche Rahmenbedingungen und eine Infrastruktur, die Wachstum ermöglicht und den Bürgerinnen und Bürgern verständlich vermittelt wird. Die Gremiumsmitglieder formulierten klare Erwartungen an die Kandidierenden der Kommunalwahlen 2026. Vorrang hat der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur mit z.B. der Nordspange. Weitere Einschränkungen beim Parkraum bergen laut Gremium Risiken für Handel und Tourismus. Im Bildungsbereich forderte die Wirtschaft eine Stärkung der dualen Ausbildung, mehr Ganztagsangebote und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sprachkurse für Geflüchtete sollten verpflichtend sein und mit Prüfungen abschließen. Zudem brauche es eine moderne, digitale und wirtschaftsfreundliche Verwaltung mit schnelleren Genehmigungsverfahren. Das Gremium mahnte insgesamt mehr Wertschätzung für unternehmerisches Engagement an und fordert eine gemeinsame Zukunftsstrategie für den Wirtschaftsraum Regensburg.

IHK-Standortumfrage: Note „gut“ mit Warnsignalen

Die neue IHK-Standortumfrage 2025 zeigt ein gemischtes Bild für die Wirtschaftsregion Oberpfalz-Kelheim. Zwar bewerten die rund 730 befragten Unternehmen den Standort weiterhin mit der Gesamtnote 2,5 und bescheinigen ihm damit ein solides „Gut“, doch gleichzeitig sendet die Wirtschaft deutliche Warnsignale. Besonders kritisch ist der Einbruch der Investitionsbereitschaft: Nur noch 28 Prozent der Betriebe planen Erweiterungen – halb so viele wie 2020. Acht Prozent denken sogar über eine Betriebsschließung nach. Für die IHK ist das ein „ernstes Alarmsignal“ mit Blick auf die Kommunalwahlen 2026. Als größte Standortschwächen nennen die Unternehmen lange Genehmigungsverfahren, den Mangel an beruflich Qualifizierten, unzureichende digitale Verwaltungsprozesse sowie hohe Strompreise. Zu den Stärken zählen dagegen Lebensqualität, Freizeit- und Kulturangebote, die zuverlässige Energieversorgung und die gute Erreichbarkeit per Straße. Faktoren, die besonders bei der Fachkräftegewinnung eine Rolle spielen. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes sieht die Politik in der Pflicht. Die IHK will die regional heruntergebrochenen Ergebnisse in den kommenden Monaten gezielt mit Kommunalwahl-Kandidierenden diskutieren, um konkrete Reformen anzustoßen.