Geschäftsbericht 2025
Nr. 5812804
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Regionale Konjunktur

Hoffnungsvoller Start, Warnsignale am Jahresende

Hoffnung hieß die Losung zu Jahresbeginn, wobei die Gefahr der Cyberkriminalität stieg. Am Ende des Jahres war nur noch die Tourismusbranche zufrieden.

Vorsichtiger Optimismus

Die wirtschaftliche Lage in der Region stagnierte weiterhin, dennoch stieg der Optimismus der Unternehmen leicht an, zeigte der IHK-Konjunkturbericht zum Jahresbeginn. Besonders im Exportgeschäft erwarteten viele Betriebe wieder positive Impulse, auch wenn das USA-Geschäft wegen möglicher Zölle unter der Trump-Regierung unsicher blieb. Für einen echten Aufschwung forderten die Unternehmen politische Entlastungen bei Energiepreisen, Bürokratie, Infrastruktur und Steuern.
Die aktuelle Geschäftslage bezeichneten die meisten der von der IHK befragten Unternehmen weiterhin als stagnierend. Nur Dienstleister, ein Teil der Tourismusunternehmen und Tiefbauunternehmen sind positiver gestimmt als im Herbst. Fehlende Wachstumsimpulse in den Wintermonaten meldeten indes die heimische Industrie und der stationäre Handel. Saisonale Effekte und die gedämpfte Verbraucherstimmung zeigten Auswirkungen auf einige Tourismusbetriebe. Steigende Cyberkriminalität erhöhte den Bedarf an Beratung und Schutzmaßnahmen. Besonders kleine Unternehmen gerieten zunehmend in den Fokus von Angreifern. Unklare gesetzliche Vorgaben verzögern wichtige Schritte. Digitalisierung und Cyber-Security gelten als zentrale Themen für die Wettbewerbsfähigkeit. „Die Nachfrage nach Beratungen für Datenschutz und Cyber-Sicherheit wird massiv ansteigen“, wusste IHK-Vize Christian Volkmer, der als Unternehmer mit seiner P29 Group GmbH & Co. KG aus Regensburg Unternehmen hierzu berät.
Viele Unternehmen spürten erste Anzeichen einer Stabilisierung der internationalen Märkte. Trotz Unsicherheiten im US-Markt erwarteten zahlreiche Exporteure steigende Aufträge aus Nord- und Mittelamerika. Vier von zehn Industrieunternehmen wollten im Ausland investieren – häufig zur Erweiterung von Kapazitäten. Der Fachkräftemangel verlor an Bedeutung mit Ausnahme in der Tourismusbranche. Ein Viertel erwartete eine abnehmende Mitarbeiterzahl insbesondere in Industrie und Handel. Trotzdem verdoppelte sich die Zahl der Unternehmen, die optimistisch in die Zukunft blickten, seit Herbst von zehn auf 20 Prozent. Viele hofften auf politische Stabilität nach der US-Wahl und der Bildung einer neuen Bundesregierung.

Hoffen auf die Trendwende

Die wirtschaftliche Lage in Ostbayern hellte sich zur Jahresmitte leicht auf. Dienstleister, Bau und Handel berichteten erstmals seit Längerem wieder von besseren Geschäften. Industrie, Hotellerie und Gastronomie blieben hingegen zurückhaltend. Gleichzeitig nahmen die Meldungen über stark gestiegene Rohstoff- und Warenpreise wieder zu. Rund 20 Prozent der Unternehmen verzeichneten höhere Forderungsausfälle aufgrund von Insolvenzen bei Kunden oder Lieferanten.
Die steigenden Arbeitskosten weiterzugeben, wird schwierig. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes forderte daher eine schnelle Umsetzung wirtschaftsfreundlicher Maßnahmen durch die neue Bundesregierung.
Die Exportentwicklung in der Industrie war seit Anfang 2024 rückläufig und erreichte im Frühjahr 2025 lediglich das Vorjahresniveau. Besonders die regionalen Hersteller von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern setzten weiterhin auf internationale Absatzmärkte.
Über alle Branchen hinweg blieb das Investitionsverhalten zurückhaltend. Besonders gering war die Investitionsbereitschaft in den Bereichen Bau, Handel und Tourismus. Noch vermissten die Unternehmen Planungssicherheit, doch die Erwartungen verbesserten sich. 44 Prozent setzten auf eine Belebung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aufgrund der Lockerung der Schuldenbremse auf Bundesebene. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt hat es nach Angaben der Befragten wenig Impulse gegeben.

Wirtschaft sendet Warnsignale

Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung nach der Bundestagswahl hatte sich laut der IHK-Herbstumfrage in der regionalen Wirtschaft nicht erfüllt. Der IHK‑Klimaindikator fiel auf das Niveau vom Jahresbeginn. Nur der Tourismus meldete eine bessere Geschäftslage über den Sommer.
Die von der Bundesregierung angekündigten konjunkturellen Maßnahmen kamen bei den Unternehmen kaum an. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes forderte daher schnelle, grundlegende Reformen, um Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu stärken. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Industrie. Zudem meldeten fast 20 Prozent einen schlechten Liquiditätsstatus. Im Einzelhandel blieb die Lage hinter den Erwartungen zurück. Dienstleister und Bauunternehmen zeigten dagegen zaghaften Optimismus, nachdem sinkende Zinsen den Neubau wieder attraktiver erscheinen ließen. Bei 45,9 Prozent der exportorientierten Industriebetriebe sank in den vergangenen Monaten die Order aus dem Ausland. 41 Prozent berichteten von Rückgängen aus Nordamerika. Immerhin rechneten zwei Drittel der Betriebe mit gleichbleibenden Exportgeschäften in den kommenden Monaten. Ein Viertel zeigte an, Produktionsstandorte in den USA eröffnen oder ausbauen zu wollen.
Die anhaltende Rezession schlug auf den regionalen Arbeitsmarkt durch. Neben einem Anstieg der Arbeitslosenquote erreichten die Beschäftigungspläne der Betriebe einen Tiefststand seit 2020. Nur im Bau gab es leichte positive Tendenzen. Die Erwartungen sind überwiegend pessimistisch.