Fachkräfte sichern
Erwerbstätigkeit von Frauen
Die Erwerbstätigkeit von Frauen steigt zwar stetig, bleibt aber deutlich hinter der der Männer zurück. Frauen stellen weniger als die Hälfte aller Erwerbstätigen, in Führungspositionen sogar nur rund ein Drittel. Eine Analyse der IHK Regensburg zeigte: Ihr steigendes Arbeitskräftepotenzial ist zentral im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Voraussetzung dafür seien umfassende Betreuungsangebote für Kinder und pflegebedürftige Angehörige, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. Denn meist übernehmen Frauen diese Aufgaben und reduzieren dafür ihre Arbeitszeit oder pausieren beruflich. Auffällig ist der hohe Teilzeitanteil: 50 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit, bei Männern sind es nur 13 Prozent. Besonders groß ist die Lücke bei Eltern kleiner Kinder – Mütter unter Dreijähriger arbeiten zu 40 Prozent, Väter zu 90 Prozent. Die IHK fordert daher flächendeckende Ganztagsangebote, flexible Randzeitenbetreuung sowie mehr betriebliche und wohnortnahe Betreuungslösungen. Da die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden insgesamt sinkt, sieht die IHK Teilzeit allein nicht als Lösung. Unternehmen sollten durch familienfreundliche Strukturen zur besseren Vereinbarkeit beitragen, ein Vorteil auch im Wettbewerb um Fachkräfte.
Ostbayerns Beste in der Aus- und Weiterbildung
Die IHK ehrte 52 Spitzenabsolventinnen und -absolventen der beruflichen Aus- und Weiterbildung aus dem Winter 2024/25. IHK-Präsident Christian Volkmer würdigte ihren Einsatz und ihr Durchhaltevermögen: Sie hätten bewiesen, Herausforderungen anzunehmen und Spitzenleistungen zu erzielen. Ausgezeichnet wurden 34 Auszubildende aus technischen und kaufmännischen Berufen sowie 18 Weiterbildungsteilnehmer aus unterschiedlichsten Fachrichtungen. Volkmer betonte die Bedeutung von Fleiß und Engagement für den beruflichen Erfolg und dankte zugleich Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen und den rund 4.400 ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern für ihren Beitrag zur Qualität der dualen Ausbildung. 2024 haben über 4.900 junge Menschen in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim eine Ausbildung begonnen – ein Plus von 1,8 Prozent. Doch die Fachkräftesicherung bleibe angesichts Digitalisierung, Dekarbonisierung und demografischem Wandel eine der zentralen Herausforderungen. Die Absolventinnen und Absolventen seien deshalb ein wichtiger Teil der Lösung. Ihr Erfolg sei nicht nur persönlich, sondern ein Gewinn für Unternehmen, Region und Gesellschaft.
Fachkräfte brauchen Wohnraum
Referenten und Organisatoren bei der IHK-Veranstaltung „Beschäftigtenwohnen“ im Schwandorfer Metropol.
Wohnraum wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. Das zeigte die IHK-Veranstaltung „Beschäftigtenwohnen“ in Schwandorf, bei der mehr als 40 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wohnungswirtschaft über Modelle und Hürden diskutierten. Gerade kleine und mittlere Betriebe bräuchten Unterstützung, betonte IHK-Referentin Karen Fisher. Ein wichtiges politisches Signal setzte der Besuch von Annett Jura aus dem Bundesbauministerium, die sich vor Ort ein Bild von den Herausforderungen machte. Wie Unternehmen Wohnprojekte selbst anstoßen können, erläuterte Simon Wieland von RegioKontext – von Kooperationen über Generalmietverträge bis hin zum Eigenbau. Dass Zusammenarbeit besonders wirksam sein kann, zeigte das Amberger Wohnraumbündnis, vorgestellt von Wifög-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik. Neben steuerlichen Vorteilen rückten auch Hemmnisse in den Fokus: Der bayerische Landesentwicklungsplan erschwere eine vorausschauende Flächenplanung, Förderprogramme seien oft zu bürokratisch. Einige Firmen setzen daher auf Eigenlösungen – wie Horsch, das Häuser kaufte und diese Mitarbeitenden unkompliziert vermietet.
Starker Einsatz für die berufliche Bildung
Die IHK Regensburg zeichnete 173 Prüferinnen und Prüfer für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit aus. „Sie alle sind heute hier, weil Sie sich über viele Jahre hinweg mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein ehrenamtlich eingebracht haben“, betonte IHK-Vizepräsident Christian Volkmer bei der Ehrung an Bord des MS Kristallkönigin. Mehr als 10.000 Zwischen-, Abschluss- und Umschulungsprüfungen in rund 160 vom Bilanzbuchhalter bis hin zum Küchenmeister hatte die IHK 2024 durchgeführt. Dazu kamen rund 10.000 Fortbildungsprüfungen sowie Prüfungen im Bereich Sach- und Fachkunde. Insgesamt engagierten sich dieses Jahr etwa 4.400 ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer.
Azubi-Akademie in Neumarkt erfolgreich abgeschlossen
Die Azubi-Akademie im Landkreis Neumarkt zeigte erneut den hohen Bedarf an überbetrieblicher Zusatzqualifizierung. 42 Auszubildende aus elf kleinen und mittleren Unternehmen nahmen an sechs kostenlosen Workshops teil. Die ehrenamtlichen Referenten aus Betrieben und externe Fachleute vermittelten Inhalte wie Prüfungsvorbereitung, Kommunikation, Konfliktmanagement, Ergonomie sowie Zeit- und Selbstmanagement.
Landrat Willibald Gailler und IHK-Geschäftsstellenleiterin Silke Auer überreichten die Teilnehmerzertifikate an die teilnehmenden Auszubildenden der Azubi-Akademie Landkreis Neumarkt i.d.OPf.
Bei der Zertifikatsübergabe betonten Landrat Willibald Gailler und IHK-Geschäftsstellenleiterin Silke Auer den Mehrwert der Akademie: Die Azubis erhalten Einblicke über den eigenen Betrieb hinaus und lernen Themen, die im Berufsschulunterricht nicht abgedeckt sind. Unternehmen wie PEKU, Aptiv, Rödl und IREMA sehen darin einen Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte.
Die Azubi-Akademie ist ein gemeinsames Projekt von Landkreis, IHK und Kreishandwerkerschaft und wird auch 2026 fortgeführt.