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Rohstoffe

Leitfaden zur Rohstoffsicherung

Bayern ist als eine der stärksten Wirtschaftsregionen Europas auf eine bedarfsgerechte Versorgung mit mineralischen Rohstoffen angewiesen. Für die notwendige Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur sowie die Sanierung und den Neubau bezahlbaren Wohnraums sind die Vorkommen an mineralischen Rohstoffen, insbesondere Steine und Erden, von größter Bedeutung. Langwierige Verfahren und bürokratische Regelungen erschweren der Rohstoffindustrie den Abbau heimischer Vorkommen deutlich.
Der Leitfaden zur Rohstoffsicherung der bayerischen Industrie- und Handelskammern macht die Abläufe transparenter und erläutert Hintergründe. Er bietet zudem einen Überblick über die wichtigsten Rechtsvorschriften mit den Vorgaben aus dem Naturschutzrecht, über Genehmigungsverfahren und über die betriebliche Praxis.

BIHK-Rohstoffreport Bayern 2025

Als größte Wirtschaftsorganisation Bayerns führt der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) regelmäßig eine Umfrage zur Rohstoffsituation bayerischer Unternehmen durch. Nach den Jahren 2012, 2015 und 2018 wurde 2025 die vierte bayernweite Umfrage abgeschlossen. Die Ergebnisse der Befragung werden im vorliegenden Rohstoffreport Bayern 2025 dargestellt.
Ziel der Studie war es, die aktuelle Rohstoffsituation der bayerischen Unternehmen zu ermitteln. Rohstoffintensive Betriebe wurden befragt, welche Rohstoffe sie verwenden, ob die Rohstoffpreise steigen und inwieweit sie unter Versorgungsengpässen leiden. Darüber hinaus wurde untersucht, welche Maßnahmen die Unternehmen durchführen, um sich bei der Rohstoffbeschaffung abzusichern. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Themenfeld Ressourceneffizienz sowie auf der Verwendung von Konfliktmineralien. An der Umfrage 2025 haben sich bayernweit 650 Unternehmen aus verschiedensten Branchen beteiligt.

Rohstoff-Mechanismus der Europäischen Union

Die Europäische Kommission verfolgt mit dem Raw Materials Mechanism das Ziel, Käufer und Verkäufer strategischer Rohstoffe zu vernetzen und so die Versorgungssicherheit Europas zu stärken. Die Registrierung ist für alle berechtigten Unternehmen, sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite, sowie Finanzinstitute und Bevorratungsdienstleister geöffnet. Nach erfolgreicher Registrierung wird die Teilnahme an Vermittlungsrunden ermöglicht. Kommerzielle Verhandlungen finden außerhalb der Plattform, ohne eine Beteiligung der Kommission, statt.
Der Mechanismus ist Teil der EU-Plattform für Energie und Rohstoffe, die die EU-Kommission im Juli 2025 ins Leben gerufen hat. Die Plattform soll Unternehmen bei der Beschaffung von Energieerzeugnissen und Rohstoffen helfen und die Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung vorantreiben. Die Kernidee ist die strategische Bündelung der Nachfrage nach Rohstoffen, um Europas Position auf den globalen Beschaffungsmärkten zu stärken.
Die Plattform umfasst drei Mechanismen, die jeweils auf spezifische Produktgruppen ausgerichtet sind. Der Rohstoff-Mechanismus fokussiert sich auf kritische Rohstoffe wie Lithium und seltene Erden. Er soll strategische Projekte unterstützen und die Resilienz von Lieferketten stärken. Die anderen beiden Mechanismen sind der Wasserstoff-Mechanismus und der Gas-Mechanismus.

EU-Konfliktmineralien-Verordnung

Welche Nachhaltigkeitsregularien betreffen Ihr Unternehmen? Neben dieser Verordnung können weitere regulatorische Anforderungen relevant sein. In unserem Nachhaltigkeitskompass haben wir die wichtigsten Nachhaltigkeitsregularien übersichtlich für Sie zusammengestellt.
Die EU-Verordnung über Konfliktmineralien beinhaltet gesetzliche Sorgfalts- und Prüfpflichten für Mineralien und Metalle aus Konflikt- und Hochrisikogebieten. Mit den Transparenzvorgaben soll die Finanzierung von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen eingedämmt werden und die Beschaffung nur noch aus verantwortungsvollen Quellen erfolgen. Konkret sind die Lieferketten folgender Rohstoffe und Erze betroffen:
  • Zinn
  • Tantal
  • Wolfram
  • Gold
Häufig wird auch von “3TG” gesprochen: Tin, Tantalum, Tungsten, Gold
Die Verordnung sieht beispielsweise vor, dass europäische Importeure von 3TG ein Risikomanagement beim Rohstoffeinkauf in Kraft haben müssen und dieses durch ein 3rd Party Audit überprüft wird. In Deutschland wird die Überprüfung von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) durchgeführt. Die EU-Verordnung orientiert sich dabei an den Due-Diligence-Richtlinien der OECD.
Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt verschiedener Verbände sowie auf den Internetseiten der EU-Kommission, der GTAI und der DERA.