IHK-Energiewende-Barometer 2026

Hohe Energiepreise werden zum Standortproblem

Das Energiewende-Barometer 2026 zeigt: Hohe Energiekosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen in Bayern erheblich. Fast jedes zweite Unternehmen im Freistaat sieht dadurch seine Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Auch die Rückmeldungen aus der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim weisen in dieselbe Richtung.
Die Auswirkungen hoher Energiekosten zeigen sich zunehmend bei Investitionsentscheidungen und Produktionsplanungen. Jeder fünfte Betrieb in Bayern plant aufgrund der Energiepreise eine Einschränkung der Produktion am Standort oder eine Verlagerung ins Ausland, setzt entsprechende Maßnahmen bereits um oder hat sie realisiert.
Auch das regionale Stimmungsbild im Bezirk der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim bewegt sich in einer vergleichbaren Größenordnung. Hohe Energiepreise entwickeln sich damit zunehmend zu einem Standortfaktor und können Investitionen in Deutschland erschweren.
Besonders deutlich fällt die Forderung nach einer Entlastung beim Strompreis aus. Vier von fünf bayerischen Unternehmen sprechen sich dafür aus, Steuern und Abgaben auf Strom weiter zu senken. Die Rückmeldungen aus dem IHK-Bezirk zeigen eine ähnliche Tendenz.
Aus Sicht der IHK müssen Energiepreise international wettbewerbsfähig bleiben. Entlastungen sollten deshalb nicht auf einzelne Branchen oder Unternehmen beschränkt werden. Gleichzeitig braucht es leistungsfähige Energieinfrastrukturen, ausreichend verfügbare Netzkapazitäten und funktionierende Anschlussverfahren. Nur dann können Unternehmen Investitionen in Elektrifizierung und Transformation zuverlässig umsetzen.
Neben den Energiekosten belasten die Unternehmen auch die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen. 70 Prozent der bayerischen Betriebe nennen Bürokratie als eines der größten Hindernisse bei ihren Transformationsbemühungen.
Auch im regionalen Stimmungsbild zeigt sich eine hohe Belastung durch Bürokratie. Besonders deutlich tritt zudem die fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit der Energiepolitik hervor.
Für langfristige Investitionen benötigen Unternehmen belastbare Rahmenbedingungen. Dazu gehören verlässliche Perspektiven für Energiepreise und Energieversorgung ebenso wie funktionierende Genehmigungs- und Netzanschlussverfahren.
Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirken sich inzwischen auch auf die Transformationsziele der Unternehmen aus. Nur noch rund die Hälfte der bayerischen Unternehmen hält am Ziel fest, sich bis spätestens 2045 klimaneutral aufzustellen. Im Vorjahr waren es noch gut 80 Prozent.
Die Ergebnisse zeigen, dass Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit stärker zusammengedacht werden müssen. Investitionen in Effizienz, Elektrifizierung und klimafreundliche Produktion setzen voraus, dass sie wirtschaftlich tragfähig sind und Unternehmen auf verlässliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen bauen können.
Zum Energiewende-Barometer
Das Energiewende-Barometer wird seit 2013 von der IHK-Organisation durchgeführt. An der bundesweiten Befragung 2026 beteiligten sich rund 3.100 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen. In Bayern nahmen rund 350 Unternehmen teil.
Die bundesweiten Auswertung für 2025 und 2026 finden Sie auf der Website der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Eine bayernweite Auswertung für 2025 und 2026 auf der Website des BIHK.