30. Juli 2026
Gemeinsames Statement der IHKs Pfalz und Rhein-Neckar zur Vollsperrung der Kurt-Schumacher-Brücke
Ludwigshafen/Mannheim, 30. Juli 2026. Die Sicherung der rheinquerenden Verkehrsverbindungen muss jetzt Chefsache sein: bei den Stadtspitzen von Mannheim und Ludwigshafen, in der Metropolregion Rhein-Neckar sowie bei den Landesregierungen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und im Bund.
Die Vollsperrung der Kurt-Schumacher-Brücke wird zu massiven Störungen des Verkehrs zwischen Mannheim und Ludwigshafen und weit darüber hinaus führen. Für Pendler, Unternehmen, Kunden und Lieferverkehre bedeutet dies erhebliche Zeitverluste, zusätzliche Kosten und große Unsicherheit. Damit ist nun genau das eingetreten, wovor wir seit Jahrzehnten gewarnt haben.
Die so nicht geplante Vollsperrung kann jedoch die Chance eröffnen, die Kurt-Schumacher-Brücke bereits während der Abriss- und Neubauphase der Hochstraße Nord zu sanieren. Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sind nun aufgefordert, rasch Transparenz darüber zu schaffen, wie man die Brücke sanieren und schnellstmöglich wieder öffnen kann. Im zweiten Schritt müssen die nötigen Maßnahmen mit einem Preisschild versehen werden. Auf dieser Grundlage ist dann die Realisierung zu planen und vor allem zu priorisieren, damit am Ende nicht eine marode Brücke an eine neue Stadtstraße angeschlossen wird.
In der Zwischenzeit werden die Ausweichrouten massiv belastet werden. Dies gilt insbesondere für die Konrad-Adenauer-Brücke und ihre Zubringer. Die Hochstraße Süd, die in wenigen Wochen fertig gestellt werden wird, kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Mit ihrer dann vollständigen Verkehrsfreigabe wird sie hoffentlich zu einer spürbaren Entlastung beitragen. Ihr Neubau zeigt zugleich, dass die Region große Infrastrukturvorhaben erfolgreich und in vergleichsweise kurzer Zeit realisieren kann, wenn alle Beteiligten ihre Kräfte bündeln.
Eine wesentliche Grundlage hierfür war der Mobilitätspakt Rhein-Neckar, den wir mit initiiert und mitunterzeichnet haben. Dieses bewährte Format muss jetzt reaktiviert werden. Städte, Metropolregion, Länder, Bund, Wirtschaft und Verkehrsunternehmen müssen gemeinsam handeln, Zuständigkeiten klären und die notwendigen Maßnahmen konsequent vorantreiben.
Angesichts begrenzter finanzieller Spielräume ist zudem eine klare Priorisierung der öffentlichen Ausgaben erforderlich. Die Funktionsfähigkeit der rheinquerenden Verkehrswege ist für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt der gesamten Metropolregion von zentraler Bedeutung. Die erforderlichen Investitionen dürfen deshalb nicht aufgeschoben werden.
Die gemeinsame Brückengesellschaft der Städte Mannheim und Ludwigshafen ist der richtige Ansatz. Sie muss nun jedoch auch inhaltlich vorangetrieben, mit konkreten Aufgaben betraut und mit den erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet werden. Die rheinquerenden Verkehrsverbindungen betreffen nicht nur zwei Städte, sondern die gesamte Region. Entsprechend müssen sie auch gemeinsam und regional geplant, finanziert und realisiert werden.
